Falsche Batterieentsorgung wird zur Gefahr
Falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus führen immer häufiger zu Bränden.
©Foto: Rico Loeb/ AdobeStockDie jüngste Serie von Bränden im gesamten Bundesgebiet alarmieren die Entsorgungsbranche. Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft e. V. (BDE) appelliert eindringlich an die Bundesregierung, das Problem anzugehen und Maßnahmen zu ergreifen um Unternehmen, Beschäftige und Umwelt besser zu schützen, wie aus einer Mitteilung des Verbandes hervorgeht.
"Ob durch Einweg-E-Zigaretten, singende Grußkarten oder blinkende Schuhe: Brände in Müllfahrzeugen und Entsorgungsanlagen werden immer häufiger durch falsch entsorgte Batterien ausgelöst und stellen eine akute und lebensbedrohliche Gefahr dar", erklärte BDE-Präsidentin Anja Siegesmund. Gemeinsam mit anderen Entsorger- sowie Feuerwehrverbänden seien bereits im vergangenen Jahr konrkete Lösungsvorschläge unterbreitet worden:
- Einführung eines Batteriepfandes,
- Eine herstellerfinanzierte Fondslösung, die die Absicherung der Recycling- und Entsorgungswirtschaft im Brandfall gewährleistet (ähnlich dem Einwegkunststofffondsgesetz),
- Ein Verbot von Einweg E-Zigaretten oder zumindest ein wirksames Pfand sowie
- Kennzeichnungspflicht für Batterien.
ElektroG bleibt hinter Erwartungen zurück
Der aktuelle Kabinettsbeschluss zur Novelle des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) bleibe weit hinter den Erwartungen zurück. Es sei ein Schritt in die richtige Richtung, gleichzeitig seien weitere Maßnahmen notwendig, um dem anhaltenden Problem von Batteriebränden in der Entsorgungsbranche Herr zu werden. Das Problem falsch entsorgter Lithium-Ionen-Akkus und die daraus resultierenden Brände spare die Novelle völlig aus. Darüber hinaus moniert der BDE die langwierigen Genehmigungsverfahren für Löschanlagen in Recyclingbetrieben.
Dabei gebe es auch Rückhalt aus den Bundesländern. So hatte sich Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, für ein Pfandsystem auf Batterien ausgesprochen (wir berichteten) und unterstreiche damit die Bedeutung einer sicheren und verantwortungsvollen Entsorgung, hieß es.
Die jüngsten Brandereignisse, beispielsweise aus Swisttal, Hamburg-Billbrook, Augsburg-Oberhausen, Dresden, Goch und Mühlhausen würden die Dringlichkeit unterstreichen. Die Politik müsse jetzt handeln. Nur durch klare gesetzliche Regelungen und wirksame Prävention lasse sich die Sicherheit in der Entsorgungswirtschaft dauerhaft gewährleisten. (gg/tm)
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