Verpackung

06.11.2025 Fachbeitrag

Rückblick: Messe Fachpack 2025

Die Verpackungsbranche konzentriert sich stark auf die Optimierung bestehender Produkte und Services, hat aber auch einige interessante Neuheiten im Köcher.

Das Interesse an der Fachpack 2025 war groß.

©Foto: Messe Fachpack

Drei Tage lang, genauer gesagt vom 21. bis 23. September 2025, konnten sich rund 38.000 Besucher über Neuheiten und Trends der 1.387 Aussteller informieren. Das Leitthema der Nürnberger Messe Fachpack lautete „Transition in Packaging“, was so viel bedeutet wie „Wandel im Verpackungsbereich“.

Themen wie Nachhaltigkeit, neue Verpackungsverordnungen, digitale Transformation und künstliche Intelligenz dominierten die Diskussionen und Innovationen der Branche. Die Messe Fachpack verstehe sich als Wegweiser und biete Austausch und Orientierung. „Die Verpackungsindustrie ist im Wandel und präsentiert sich auf der Fachpack äußerst innovativ und lösungsorientiert“, erklärte Phuong Anh Do, Veranstaltungsleiterin der europäischen Verpackungs-Fachmesse.

Hohes internationales Interesse

Das vielfältige Spektrum an Lösungen und Innovationen rund um Verpackungen, Verpackungstechnik und -prozesse wurde zum Treffpunkt für Fachbesucher aus ganz Europa, wie der Messeveranstalter weiter mitteilte. Der internationale Anteil der Gäste soll einen Anteil von 37 Prozent gehabt haben. Der überwiegende Teil der Besucher stammen aus den Schlüsselbranchen Food und Feed, Chemie, Pharma und Medizin, Kosmetik, Handel, Automotive, Elektrik und Elektronik, Non-Food, Logistik sowie Verpackung, so die Messe.

Plattform für Start-ups

Bereits am Vortag der Fachpack 2025 brachte die Futury GmbH mit Partnern erstmals etwa 100 führende Akteure der europäischen Verpackungs-Start-up-Szene auf dem Future-Pack-Summit zusammen. Junge Gründerinnen und Gründer konnten ihre Ideen für die Verpackungswelt von morgen präsentieren – von nachhaltigen Materialien über digitale Tools bis hin zu neuen Geschäftsmodellen.

Deutscher Verpackungspreis

Am ersten Messetag gab das Deutsche Verpackungsinstitut (dvi) die Gewinner des Deutschen Verpackungspreises bekannt. Ganz nach oben auf das Treppchen schafften es die Unternehmen Aero Flexx (in der Kategorie Funktionalität & Convenience), Dachser (in der Kategorie Logistik & Materialfluss) und die Molkerei Gropper (in der Kategorie Nachhaltigkeit/Recyclingfähigkeit). In Summe wurden insgesamt 37 innovative Lösungen aus Deutschland, Österreich, dem Iran, der Schweiz und den USA prämiert.

Konzentration auf Optimierung

Nicht immer können Unternehmen pünktlich zu einer Messe eine bahnbrechende Neuheit präsentieren, so der Tenor der Hersteller. Denn der Fokus liege auf der Optimierung bestehender Produkte hinsichtlich des Kernthemas Nachhaltigkeit, das Regularien fordern. Trotzdem gab es bezüglich Verpackungslösungen für gefährliche Stoffe einige interessante Neuheiten zu sehen.

Neue Gefahrgut-Kunststoffbehälter-Serie von Söhner.

©Foto: Thomas Maier | TECVIA Media GmbH

So präsentierte beispielsweise die Firma Söhner Kunststofftechnik mit der neuen Serie „MegaPack UN“ Gefahrgutbehälter aus Kunststoff, die speziell für den Transport von Lithium-Ionen-Batterien geeignet seien. Die neue Serie sei für Prototypen, intakte, gebrauchte und defekte Akkus einsetzbar. Laut Söhner sind die Behälter in sieben Abmessungen (von 1.140 mm x 595 mm bis 2.800 mm x 1.800 mm) und in drei Ausstattungsvarianten erhältlich.

Die Gefahrgutbehälter sind für den Transport von Lithium-Ionen-Akkus zugelassen und gemäß ADR/RID/IMDG als Verpackung (UN4H2) oder Großverpackung (UN50H) zertifiziert. Sie bestehen aus einer Palette, einem Deckel, einem doppelwandigen Ring und je nach Variante einer feuerfesten Innenverpackung sowie Brandschutzmittel. Abhängig vom Batteriezustand könne die passende Ausstattungsvariante gewählt werden. Zudem verfügen die Gefahrgutbehälter über einen Faltmechanismus. Für den Leerguttransport lassen sich die Behälter platzsparend zusammenfalten. Weitere Informationen unter www.soehner.de.

Die Firma Henkel zeigte auf der Fachpack ein neues Klebeprodukt, das einen signifikant geringeren CO2-Fußabdruck aufweise und somit einen wichtigen Beitrag zur Klimabilanz leisten solle. Auch wenn viele Details der Verordnung Packaging & Packaging Waste Regulation (PPWR) erst 2027 endgültig feststehen, würden laut Henkel Unternehmen, die erst auf vollständige Rechtsklarheit warten, Verzögerungen bei Investitionen und beim Marktzugang riskieren. Hier könne der Klebstoffspezialist Kunden mit einem ganzheitlichen Ansatz – von der Wahl des Klebstoffs über Substrate und Maschinentechnik bis hin zur Integration in bestehende Prozesse – begleiten, hieß es. Mehr unter www.henkel.de.

AST hob vor allem das Rücknahmesystem „Cipacks“ her.

©Foto: Thomas Maier | TECVIA Media GmbH

Verpackungshersteller AST präsentierte auf der Messe ein breites Spektrum an Neuigkeiten aus den Bereichen Verpackung und Nachhaltigkeit. Beispielhaft seien hier die Coex-Verpackungen genannt. Dabei handelt es sich um Kanister mit einem Volumen von 5–30 Liter mit bis zu sechs Schichten. Die Mehrschichtigkeit verbinde eine Kombination von Eigenschaften wie Reißfestigkeit, Schutz vor Nässe und UV-Strahlung sowie eine Barrierefunktion.

AST machte darüber hinaus auf das Rücknahmesystem „Cipacks“ aufmerksam, bei dem neben IBCs und Fässern auch gebrauchte Kanister zurückgenommen werden. Das in den eigenen Werken produzierte PCR (Post Consumer Rezyklat) mit dem Handelsnamen „Asthene“ werde zwar primär für die eigenen Produktionsstandorte verwendet, aber neuerdings auch auf dem freien Markt angeboten. Die Qualität der Asthene-Produkte werde in einem neu errichteten Labor sichergestellt. Zudem liege für UN-fähige PCRs seit geraumer Zeit die Zertifizierung der BAM vor, hieß es. Mehr unter www.ast.de.

Studie der IBC-Compactline 300 l von Werit.

©Foto: Thomas Maier | TECVIA Media GmbH

Werit zeigte auf der Messe erstmals eine neue Studie seiner IBC-Compactline 300 Liter mit einer großen Deckelöffnung DN 400. Damit solle neben der Befüllung von rieselfähigen Stoffen auch das Aufrühren viskoser Flüssigkeiten erleichtert werden. Die Messe Fachpack sei eine geeignete Plattform, um im Dialog mit Kunden und Marktteilnehmern Aufschluss über die Marktfähigkeit dieser Lösung zu sammeln, hieß es.

Die Einführung des IBC-Compactline 300 Liter lief aufgrund der kompakten Stellfläche von 60 cm x 80 cm (halbe Euro-Palette) und der einfachen Handhabung mit gängigen Hub- und Hebegeräten erfolgreich, so Werit. Ein weiterer Schwerpunkt des Unternehmens liege bei der Rekonditionierung. Beispiel sei der rebottelte 1.000-Liter-IBC 150/50 mit PCR-IB. Er verbindet die Vorteile neuwertiger Innenbehälter mit wiederverwendeten Komponenten wie Käfig und Anbauteilen. Die Vorteile seien unter anderem Kosteneinsparungen von 10 bis 15 Prozent gegenüber Neu-IBCs sowie die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben (beispielsweise PPWR). Werit baut seine Werke kontinuierlich für die Rekonditionierung aus. Strategische Waschlinien – wie die in Rheinland-Pfalz – sollen eine dezentrale Rückführung und Wiederaufbereitung sicherstellen. Mehr unter www.werit.eu.

Schütz präsentierte eine neue Variante des doppelwandigen IBC-Systems Ecobulk SX-D-OV.

©Foto: Thomas Maier | TECVIA Media GmbH

Highlight auf dem Stand der Firma Schütz war eine neue Variante des doppelwandigen IBC-Systems Ecobulk SX-D-OV. Der IBC bestehe aus einem HDPE-Innenbehälter und einer vollständig geschlossenen, feuerfesten Stahlhülle. Diese diene zugleich als integrierte Auffangwanne und verhindere auch im Brandfall das Austreten des Füllguts. Die doppelwandige Konstruktion biete einen hohen Schutz, selbst für anspruchsvolle Gefahrgüter der Klasse 6.1. Der SX-D sei bislang der einzige Kombinations-IBC, der durch FM Global zertifiziert wurde. Zusätzlich erfüllt er, laut Schütz, auch die Anforderungen von Underwriters Laboratories (UL) hinsichtlich Sicherheit und Feuerbeständigkeit. Der Ecobulk SX-D eigne sich nicht nur für den Einsatz in den Ex-Zonen 1 und 2, sondern auch für besonders sensible Bereiche, in denen Brand- und Auslaufschutz sowie Risikominimierung höchste Priorität haben. Der IBC mit einem Füllvolumen von 1.000 Litern ermögliche die Füllgutentnahme über den vorderen Spund auf der Containeroberseite, so Schütz. Weitere Informationen unter www.schuetz-packaging.net.

Easyconnect-Verschlusslösung der Firma Bericap.

©Foto: Thomas Maier | TECVIA Media GmbH

Verschlussspezialist Bericap präsentierte auf der Fachpack seine Easyconnect-Verschlusslösung. Das geschlossenes Transfersystem (Closed Transfer System – CTS) wurde speziell für die europäische Agrarbranche entwickelt. Es soll einen kontaminationsfreien Transfer von Pflanzenschutzmitteln gewährleisten und für mehr Sicherheit und Nachhaltigkeit sorgen. Beim Easyconnect-Hals SK 63 SFB handelt es sich um ein Ein-Hals-Konzept, das mit den Standardlösungen von Bericap kompatibel sein soll. Es biete Platz für zusätzliches Zubehör wie Griffe und Öffnungsschlüssel, um die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern, hieß es. www.bericap.com

Mit einem „Socken-Baum“ auf dem gemeinsamen Messestand wollten der Bundesverband Holzpackmittel, Paletten, Exportverpackung (HPE) und die European Pallet Association (EPAL) Deutschland das Thema Kreislaufwirtschaft in den Fokus rücken. Ohne Recycling- oder Wiederverwendungsfähigkeit bei Verpackungen werde in Europa durch die kommenden Anforderungen der PPWR „nichts mehr gehen“. Der HPE setze nun verstärkt HPECycle um. Das bundesweite Netzwerk von über 30 HPE-Mitgliedsbetrieben organisiere bundesweit die Rückgabe, Wiederverwendung, Reparatur und Verwertung von Paletten und Kisten aus Holz. Primäres Ziel sei dabei, nach technischer Prüfung und etwaiger Reparatur, diese wieder dem Logistikkreislauf zur Verfügung zu stellen. Der HPE möchte damit eine Lücke schließen und den Verwendern eine Lösung an die Hand geben, die bislang gefehlt habe, so der Verband.

Neu bei Fries: 220-Liter-Fass von mit 35 Prozent Recycling-Anteil.

©Foto: Thomas Maier | TECVIA Media GmbH

Das Unternehmen Fries Kunststofftechnik zeigte auf der Messe seine bewährten 220-Liter-Kunststofffässer, die nun auch mit einem Recycling-Anteil von 35 Prozent erhältlich sind – sowohl mit UN-Zulassung als auch für den Lebensmittelbereich. Die Recycling-Schicht befinde sich in der Mitte der dreischichtigen Ausführungen. Informationen unter www.fries-kt.com.

Die nächste Messe Fachpack wird im Jahr 2027, vom 21. bis 23. September, im Messezentrum Nürnberg stattfinden. Die Lücke in 2026 wird dann die Messe Interpack in Düsseldorf vom 7. bis 13 Mai füllen, zu der rund 2.800 Aussteller erwartet werden.

Thomas Maier

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