Lithiumbatterien

16.07.2021 Fachbeitrag

Lithiumbatterien: Risiko zulasten der Entsorger | Lithium batteries: The risk is all the disposal companies’

Auf das Recyceln von Elektrogeräten und Batterien spezialisierte Unternehmen haben gegenüber Versicherungen einen zunehmend schweren Stand. Zu oft brennt es auf den Höfen und in den Hallen. | Companies specializing in the recycling of electrical diveces and batteries are finding it increasingly difficult to deal with insurance companies. Too often there is a fire in their open spaces and in the halls.
Lithiumbatterien Entsorgung Mitarbeiter 1200

Die Wiederaufbereitung und ressourcenschonende Verwertung von Lithiumbatterien nimmt analog zu den drastisch gestiegenen Mengen zu. | The reprocessing and resource-saving recycling of lithium batteries is increasing in line with the drastically increased quantities.

©Foto: Ina Fassbender/Picture Alliance/dpa

Lithiumbatterien lassen sich nicht mehr wegdenken, weder aus dem Alltag der Menschen noch aus den Entwicklungslabors – wenigstens so lange nicht, bis eine andere Entwicklung ein ähnliches Kosten-Nutzen-Potenzial aufweist wie diese Energiespeicher.

Auch wenn dies manchmal anders kommuniziert wird: Ihre medienwirksame unberechenbare Seite tritt im Verhältnis zur milliardenfach in Verkehr gebrachten Menge relativ selten in Erscheinung. Dafür sorgen schon die vielen Vorschriften. Sicherheits- und Transporttests bei den Herstellern, Gefahrgutvorschriften bei der Beförderung.

Was noch fehlt, ist die flächendeckende Aufklärung der Verbraucher. Nicht nur darüber, wie sie Lithiumbatterien behandeln und dass sie aufmerksam bleiben sollten bei den Aufladeprozessen, sondern auch darüber, was zu tun ist, wenn ein Produkt zum Abfall wird. Denn viele der Brände, die es in die Medien schaffen, passieren bei Reparaturversuchen oder beim Aufladen nach versehentlichen Tiefenentladungen und mangelnder automatischer Abschaltung. Aber vor allem passieren sie auf dem Weg zum oder auf dem Hof beim Recycler beziehungsweise Verwerter. Und sie geschehen dann, wenn eine beschädigte Batterie nicht als solche behandelt wird. Das Umweltbundesamt gibt auf seiner Homepage pragmatische Ratschläge, wie Endverbraucher mit einer potenziell beschädigten Batterie umgehen sollen: „Entsorgen Sie diese (beschädigten) Batterien und Akkus daher umgehend, am besten im Elektrofachhandel oder auf dem Wertstoffhof und vorsorglich so, dass sie von Mitarbeitenden entgegengenommen werden können. Sprechen Sie das Fachpersonal an und weisen Sie auf die Beschädigung hin. Bei Hochenergie-Akkus ist diese Vorgehensweise umso wichtiger. Für ihren Transport der Batterien und Akkus zur fachgerechten Entsorgung empfehlen wir Boxen/Dosen/Eimer/Gläser, die man bspw. auch mit Sand füllen kann. Die Pole sollten abgeklebt werden, um äußere Kurzschlüsse zu vermeiden.“

Während die Gefährlichkeit von geprüften Batterien bei normalem Gebrauch weniger zu betonen ist, sollte dies umso mehr für die Entsorgung gelten. Valide branchenbezogene Daten zu Bränden, verursacht durch Lithiumbatterien, gibt es derzeit nirgendwo. Es gibt aber genügend Hinweise darauf, dass die meisten Brände bei der Produktion und vor allem beim Recycling und bei der Verwertung passieren, mit deutlich steigender Tendenz. So ist die Gefahr einer mechanischen Beschädigung mit gefährlicher Wärmeentwicklung bei der Vorzerkleinerung in einer Behandlungsanlage so hoch, dass eigens Löschanlagen für diesen Vorgang entwickelt worden sind.

Daniela Schulte-Brader

Brand Feuerwehr Laden Lithiumbatterien 1200

Ursache Reparaturarbeiten an einem Akku: Hierbei ist es in einem Fachhandel für Batterien zu einer Entzündung gekommen. | Cause repair work on a rechargeable battery: this caused an ignition in a specialist store for batteries.

©Foto: Jens Büttner/Picture Alliance/dpa

It is impossible to imagine doing without lithium batteries, be it in everyday life or in research laboratories. At least not until another development with a cost-benefit ratio similar to that of these energy storage devices comes along.

However, the fact that they may be unpredictable rarely ­makes the headlines and even then the message is occasionally made more palatable. The many applicable requirements en­sure this, including safety and transport tests in the manufacturing process and dangerous goods regulations during transport.

What is still lacking is comprehensive consumer education, not only on how to handle lithium batteries and keep an eye on them while they are being charged, but also on how to dispose of them at the end of their life. This is because most of the fires that make the headlines occur as a result of botched attempts to repair them, recharging them after unintentional deep discharge or a defective automatic shut-off after charging. But they mostly occur on the way to the waste disposal or recycling plant, and when a damaged battery is not properly handled. The German Environment Agency’s website provides practical advice, for example, on how end users should handle a battery that may be damaged: “You should therefore dispose of these [damaged] batteries and rechargeable batteries immediately, preferably at an electrical retailer or recycling plant and, as a precaution, in such a way that the staff can accept them. Talk to the qualified staff and explain the damage. This is even more important in the case of high-energy batteries. When transporting the batteries and rechargeable batteries for proper disposal, we recommend you use a box, canister, bucket or jar, which you could also fill with sand, for instance. The terminals should be taped to avoid external short circuits.”

Just as there is no reason to belabour the danger of tested batteries in normal use, it is only sensible to focus on this matter for disposal companies.

Daniela Schulte-Brader

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