E-Autos und Batterien: Neue Sicherheitsregeln gefordert
Der GDV fordert unter anderem eine neue Gefahrgutklasse für Lithiumbatterien.
©Foto: picture alliance/dpa/Mohssen AssanimoghaddamLithiumbatterien haben sich im weltweiten Güterverkehr zur Brandursache Nummer eins auf Containerschiffen entwickelt. Durch die wachsenden Transport- und Lagermengen steigen auch die Brandrisiken. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) fordert deshalb in einem neuen Positionspapier strengere und klarere Sicherheitsregeln für den Transport und die Lagerung von Lithiumbatterien und E Autos, berichtet der GDV.
"Das größte Risiko ist der sogenannte Thermal Runaway – eine Kettenreaktion in der Batterie, die Brände explosionsartig verstärken kann. Gerät eine Batterie in einen solchen Zustand, ist der Brand kaum zu löschen und kann noch Tage später wieder aufflammen. Diese besondere Gefährdungsdynamik wird im aktuellen Gefahrgutrecht nicht ausreichend berücksichtigt", erklärt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.
Lithiumbatterien häufigste Brandursache auf Frachtschiffen
Nach Auswertungen internationaler Schadenmeldesysteme zählen Lithium-Batterien inzwischen zu den häufigsten Brandursachen auf Frachtschiffen, so der GDV. Besonders gefährlich seien Brände, die im Inneren der Batterie entstehen und sich selbst weiter anfachen können. Solche Brände seien extrem schwer zu löschen, können sich erneut entzünden und setzen giftige und vor allem explosive Gase frei. Auch in Lagerhallen komme es immer wieder zu Großbränden mit Millionenschäden.
Der GDV fordert beispielsweise
- mehr Abstand von Containern auf Frachtschiffen: Wenn viele Container dicht an dicht stehen, könne daraus schnell ein Großschaden bis hin zum Totalverlust eines Schiffs entstehen
- klar abgegrenzte Lagerbereiche an Land, bauliche Trennungen und ausreichend Abstand zwischen Containern und Fahrzeugen: denn In Umschlagszentren, Distributionslagern oder auf Freiflächen würden oft große Mengen Batterien oder E-Autos über längere Zeit gesammelt
- die Einführung einer eigenen Gefahrgutklasse für Lithiumbatterien; diese würden bislang einer Sammelkategorie zugeordnet, die aus Sicht der Versicherer die besonderen Risiken nicht ausreichend abbilde. Eine neue Klasse würde klarere Kennzeichnungen, bessere Informationen für Feuerwehr und Schiffsbesatzungen sowie passgenaue Regeln für Transport und Lagerung ermöglichen
Asmussen: "Es geht nicht um Panikmache, sondern um Vorsorge. Wenn wir Elektromobilität sicher wachsen lassen wollen, brauchen wir moderne Regeln, die Risiken realistisch einschätzen und beherrschbar machen“.
Der GDV appelliert vor diesem Hintergrund an Politik und internationale Gremien, die bestehenden Vorschriften zügig weiterzuentwickeln. Ziel sei ein hohes Sicherheitsniveau auf See, an Land und entlang der gesamten Transportkette. Dies sei aus Verbandssicht zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche und gesellschaftlich akzeptierte Elektromobilität. (gg/tm)
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