Brände durch Lithiumbatterien: Entsorger demonstrieren für Maßnahmen
Seinen Abschluss fand der Lkw-Corso vor dem Brandenburger Tor in Berlin.
©Foto: BDEMit einem LKW-Corso im Berliner Regierungsviertel haben die kommunalen und privaten Abfallentsorger am Dienstag, den 10.10.2023, auf die Gefahr von Batteriebränden aufmerksam gemacht. Der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse), der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE) und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) schlagen Alarm, weil immer häufiger falsch entsorgte Batterien Brände in Entsorgungsanlagen und Müllfahrzeugen auslösen.
Zum „Protest der Müllwagen“ erklärt BDE-Präsident Peter Kurth: „Politik und Batteriehersteller sind aufgefordert, endlich wirksame Maßnahmen zur Brandprävention zu ergreifen, denn wir stehen erst am Beginn der Entsorgungswelle bei Batterien. Wir brauchen dringend ein gemeinsames Verständnis seitens der Politik und der Hersteller, diesem massiven Problem zu begegnen.“
Eric Rehbock, Hauptgeschäftsführer des bvse, ist überzeugt. „Es kommen immer mehr Konsumgüter in den Handel, die mit Lithium-Ionen-Akkus bestückt sind. Es kann aber nicht sein, dass die Unternehmen, die diese Akkus in die Welt setzen, damit Geld verdienen und die Entsorgungsunternehmen die Brandrisiken schultern müssen. Die Politik muss die Rahmenbedingungen setzen und die Hersteller müssen sich endlich ihrer Verantwortung stellen."
Patrick Hasenkamp, VKU-Vizepräsident und Leiter der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster: „Batterien und Elektroaltgeräte können an den dafür vorgesehenen Sammelstellen abgegeben werden. Dort werden sie sicher entsorgt und recycelt. Darauf möchten wir die Bürgerinnen und Bürger mit dieser Aktion aufmerksam machen. Allerdings sind auch die Hersteller und Politik in der Pflicht, solche Großbrände zu stoppen. Deshalb appellieren wir an die Politik, die Herstellerverantwortung auszubauen und die Kreislaufwirtschaft zu fördern.“
Forderungen der Verbände
Die beteiligten Verbände fordern deshalb:
- Batteriehersteller und Vertreiber sollten das Bewusstsein der Verbraucher schärfen, dass falsch entsorgte Batterien eine Gefahr für Leib und Leben darstellen und im Endeffekt auch wirtschaftliche Existenzen vernichten können.
- Hersteller und Handel müssen Kundinnen und Kunden darüber konsequent informieren, dass immer mehr Elektronikgeräte batteriebetrieben und somit besonders sensibel in der Entsorgung sind.
- Hersteller und Handel müssen mit intensiven Informationskampagnen über die korrekten Entsorgungswege für Elektronikaltgeräte und Batterien besser und gründlicher aufklären – als Vorlage können beispielsweise Kampagnen für die Gefährlichkeit von FCKW dienen.
- Politik ist gefordert, Produkte, die nicht nachhaltig sind und in der Entsorgung zu kaum beherrschbaren Risiken führen, wie etwa Einweg-E-Zigaretten, unter Prüfung der Verhältnismäßigkeit in letzter Konsequenz zu verbieten.
- Batterie- und Gerätehersteller müssen sich im Rahmen ihrer Produktverantwortung in geeigneter Form finanziell an der Risikoverteilung beteiligen.
(gg/gh)
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