Zurückgerufene Samsung-Handys im Lufttransport verboten
2,5 Millionen Smartphones der Marke Samsung Galaxy Note 7 sind seit Anfang September in mehreren Ländern verkauft worden. Durch gemeldete Brandfälle sah sich der südkoreanische Hersteller zu einer weltweiten Rückruf- und Tauschaktion gezwungen.
©Foto: picture alliance / dpa„Lithiumbatterien und mit Lithiumbatterien betriebene Geräte, die Gegenstand eines Sicherheitsrückrufs oder vom Hersteller als mit einem Sicherheitsdefizit identifiziert wurden, sind im Luftfrachtverkehr verboten. Fluggästen und Besatzungsmitgliedern ist nicht erlaubt, die zurückgerufenen Geräte an Bord eines Flugzeugs zu verwenden oder aufzuladen.“
Die US-amerikanische Luftfahrtbehörde FAA sah sich aufgrund des weltweiten Rückrufs des neuen Note7-Handys vom südkoreanischen Hersteller Samsung veranlasst, am 20. September 2016 einen ausführlichen Sicherheitshinweis zu veröffentlichen, dem sich eine Mitteilung des US-Transportministeriums (PHMSA) inhaltlich anschließt. Auch der Lufttransportverband IATA erklärt, die Handys weder in ungeöffneten Verpackungen noch unverpackt von Verbrauchern zu befördern. Dave Brennan von IATA ergänzte in einer Mitteilung, dass Samsung seit dem 19. September dabei sei, neue Note-7-Handys als Ersatz zu verschicken. Für diese sehe die IATA keinen Hinderungsgrund zur Beförderung per Luftfracht, sofern sie in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der Verpackungsanweisung PI 967 IATA-DGR verschickt würden (siehe unten PDF-Datei zur Identifizierung der Ersatzandys).
Samsung hatte vor gut zwei Wochen eine Feuergefahr beim Laden des Note 7 eingeräumt und eine weltweite Austausch-Aktion angekündigt. Laut einer offiziellen Rückrufaktion der US-Verbraucherschutzbehörde geht es allein in den USA um rund eine Million Geräte und bisher 92 gemeldeten Zwischenfälle (Samsung selbst nennt 35 Zwischenfälle), bei denen sich ein Note 7 überhitzte oder Feuer fing. Das Smartphone war bislang in mehreren Ländern verkauft worden, in Deutschland sollte der Verkauf gerade starten, als Samsung den Verkauf stoppte.
Laut Medienberichten müssen insgesamt etwa 2,5 Millionen Geräte ausgetauscht werden. Als Ursache für die in Brand geratenen Smartphones vermuten die Hersteller fehlerhafte Akkus. (gg/dsb)
Programmhinweis:
"Lithiumbatterien in der Lagerung, als Abfalltransport, bei der Rücknahme und zur Entsorgung" am 16. Januar 2017
"Lithiumbatterien im Straßen-, See- und Lufttransport" am 17. Januar 2017
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