Metallverpackungen

02.09.2022 Fachbeitrag

Metallverpackungen: Wirtschaftlich und sicher‌

Mit effizienten Raumlösungen und sicheren Transportmöglichkeiten überzeugen einige Hersteller von Verpackungen aus Metall.
Schäfer Container IBC-Mehrwegbehälter 1200

Schäfer Container Systems hat eine UN-Neuzulassung für einen rahmenlosen IBC-Mehrwegbehälter aus Edelstahl mit Grund­abmessung 1200 x 1000 Millimeter erhalten.

©Foto: Schäfer-Werke GmbH

Der Bereich der Metallverpackungen für Gefahrgüter präsentiert sich im Vorfeld der diesjährigen FachPack in Nürnberg ruhig. Ein Grund könnte die im kommenden Jahr anstehende Weltleitmesse Interpack in Düsseldorf sein, die in diesem Jahr für Zurückhaltung bei der Vorstellung von neuen Innovationen sorgt. Aber eine interessante Neuheit ist immerhin zu verzeichnen. Sie kommt von Schäfer Con­tainer Systems, einem Hersteller von Behältersystemen für Getränke sowie von IBC und Sonderbehältern aus Edelstahl, und Teil der Schäfer Werke. Das Neunkirchener Unternehmen erweitert seine Baureihe rahmenloser Container mit Gefahrgut-Zulassung für Land- und Seetransporte.

Eine Besonderheit des 1000 Liter fassenden stapelbaren IBC-Mehrwegbehälters für Flüssigkeiten sind Grundabmessungen 1200 x 1000 Millimeter. Die Industriepaletten-Maße sind den Angaben zufolge Garant für eine effiziente Raumnutzung bei Transport und Lagerung.

In einem standardmäßigen Lkw-Auflieger passen 26 Behälter auf die Ladefläche. Durch die neue Bauweise könnten bis zu 50 der neuen Container des Unternehmens gestapelt pro Ladung transportiert werden. Schäfer gibt an, dass für den Seetransport ein 40 ft High Cube mit 38 der neuen Behälter beladen werden könne. Ähnlich effizient könnten nun auch Regallager, welche für Palettenmaße ausgelegt seien, genutzt werden.

„Durch die rahmenlose Konstruktion des Containers ist die Bauhöhe auf 1270 Millimeter reduziert. Dennoch ist der neue Container stapelbar. In Kombination mit dem Grundformat einer Industriepalette haben wir in Hinblick auf die Raumausnutzung eine der effizientesten Lösungen unter den IBC entwickelt“, erklärt Tobias Fuchs, Technischer Vertrieb IBC, Schäfer Container Systems.

Darüber hinaus soll eine totraumarme Auslaufkonstruktion eine optimale Restentleerung des Behälters ermöglichen. Dieser könne gemäß der Verordnung EG Nr. 1935/2004 für Flüssigkeiten und pastöse Stoffe produziert werden und sei nach UN-Gefahrgutrecht (ADR/UN 31 A/Y) bis zu einer Fülldichte von 2,0 Kilogramm pro Liter zertifiziert. Die Zulassung für Füllvolumen von 500 bis 1000 Liter habe das Bundesamt für Materialforschung und -prüfung (BAM) in Berlin erteilt.

Der neue Container eigne sich für Lagerung und Transport von Gütern für Bereiche in der Pharma-, Chemie-, Lebensmittel-, Mineralöl-, Farb- sowie Lackindustrie.
„Wir haben immer wieder Anfragen für dieses spezielle Format erhalten – jetzt können wir diese bedienen. Edelstahlbehälter zeichnen sich durch ihre enorme Langlebigkeit, Sicherheit und Nachhaltigkeit aus. Außerdem ermöglicht die Grundabmessung von 1200 x 1000 Millimeter einen reibungslosen Austausch von Kunststoffbehältern“, äußerte sich Christof Ermert, Vertriebsleiter von Schäfer Container Systems, IBC, zu dem Hintergrund der Produkteinführung.

Thielmann Small Battery Box 1200

Die neue Small Battery Box für den Transport von Einzelmodulen von Batterien erweitert seit Kurzem das Sortiment von Sicherheitsboxen bei Thielmann.

©Foto: Thielmann GmbH

Transportlösungen für kritisch defekte Einzelmodule

Eine andere Weiterentwicklung kommt von Thielmann. Der weltweit aktive Hersteller von Edelstahlbehältern für Gefahrgüter hat sein im Vorjahr eingeführtes Sortiment an Sicherheitsboxen für den Transport von Batterien weiter ausgebaut. Gab es im Vorjahr die beiden Varianten 700 und 3000, die unter anderem bei dem kroatischen Elektro-Hypercar-Hersteller Rimac für das erste elektrisch angetriebene Rennauto der Welt eingesetzt werden, ist nun mit der „Small Battery Safe Box“ eine neue Variante hinzugekommen. Sie ziele nach Unternehmensangaben im Gegensatz zu den genannten Varianten nicht auf den Transport und die Lagerung von ganzen Lithiumbatterien ab, sondern auf Transport und Lagerung von bis zu drei defekten oder beschädigten Einzelmodulen solcher Batterien, wodurch die Transportkosten deutlich sinken sollen. Sie sei aber generell geeignet für alle Gefahrgüter der Verpackungsgruppen I bis III.

Wie auch die anderen Sicherheitsboxen für Batterien des Unternehmens solle sich der Neuzugang durch eine hochsichere Doppelwandkonstruktion und serienmäßig nicht brennbare, elektrisch nicht leitende und absorbierende Polstermaterialien wie das Füllmaterial Extover, ein Feuerlöschgranulat, auszeichnen. Alle seien so konzipiert, dass sie den Anforderungen des ADR entsprechen. Sie sollen sicherstellen, dass sich außerhalb der Verpackung keine Flamme bilden kann, die Temperatur der Außenfläche regelmäßig 100 °C nicht überschreitet, keine Splitter aus der Verpackung austreten könnten und die strukturelle Integrität der Verpackung stets erhalten bleibe. Zur Gewährleistung voller Sicherheit könne die „Small Box“ auch mit Gasmanagement-Systemen ausgestattet werden.

Die Vorteile der kleineren Version liegen den Angaben nach in ihrer speziellen Anpassung an den Trend zu immer höheren Energiedichten der Batterien, die auf den Erfahrungen, die mit den vorhandenen Versionen gemacht wurden, basiert. Hinzu kämen die allgemeinen Vorteile der Sicherheitsboxen des Sortiments. Dazu gehören die Filterung von Verbrennungsprodukten und die Wiederverwendbarkeit nach einem Feuer, die Stapelbarkeit sowie die Verwendung von Schnellverschlüssen als weiteres Sicherheitselement.

Batteriezellrahmen mit Wärmemanagement

Ebenfalls im Bereich des Batterieschutzes ist die Röchling-Gruppe tätig. Sie hat dabei neue Batteriezellrahmen entwickelt, die über die Funktion als bloße Halterung deutlich hinausgehen sollen. Aufgrund eines optimierten Wärmemanagements, das den Batterien die nötige Luft zum Atmen verschaffe, könnten die Komponenten sogar Brände verhindern. Denn gefährlich hohe Temperaturen könnten so erst gar nicht entstehen. Bei der Entwicklung setze das Unternehmen auf spezialisierte Simulationen und Modelle, die die Wärmeströme rund um die Batterie nachbilden. Darüber hinaus würden die Berechnungen als Basis für die Wahl optimierter Materialkombinationen eingesetzt.

Voraussagen über das Verhalten der Bauteile würden den Entwicklungsprozess ergänzen und dadurch ein weiteres Sicherheitsnetz spannen. Inzwischen habe sich auch eine Kooperation mit der Freien Universität Bozen, Italien, ergeben. Ziel sei es herauszufinden, wie das Thermomanagement der Batterien gestaltet werden müsse, um für noch mehr Sicherheit – sowohl im normalen Betrieb als auch bei Überlastung der Zellen – zu sorgen.

SmartCap Packwise 1200

Weiterentwicklung: Die bekannte IoT-Lösung „SmartCap“ der Dresdner Packwise GmbH für IBC und Tankbehälter ist in Kürze auch in einer IECEx-zertifizierten Variante erhältlich.

©Foto: Packwise GmbH

Packwise entwickelt Smart Cap weiter

Abschließend hat auch das Dresdner Technologieunternehmen Packwise eine Weiterentwicklung bekannt gegeben. Das Unternehmen arbeitet momentan an einer IECEx-zertifizierten Variante seiner bekannten Smart Cap, die analoge Container digital trackbar macht. Sie sammle mittels hoch entwickelter IIoT-Technologie für verschiedene Arten von Containern, wie Kunststoff- und Edelstahl-IBC, stationäre Tankbehälter und Tankcontainer, direkt am Container Daten zu Füllstand, Temperatur, Standort und Bewegung. Über Packwise Flow, einen Digital-Supply-Chain Hub des Unternehmens, seien diese dann direkt in das ERP-System der Kunden integrierbar.

Beim Packwise Flow handelt es sich um eine brow­ser-basierte Software für intelligentes Containermanagement, so das Unternehmen nach eigener Aussage. Unter Nutzung der Daten, die die Smart Cap misst und sendet, bilde sie den Zustand der Container digital ab. Die Plattform helfe Kunden so nicht nur dabei, relevante Daten, wie Füllstand, Temperatur und Standort, jederzeit abzurufen, einzusehen und zu teilen, sondern nutze diese auch intelligent, um Prozesse innerhalb der Supply Chain zu optimieren und zu automatisieren. So könnten beispielsweise neue Servicemodelle gegenüber Kunden etabliert werden, die den Kundenservice deutlich verbessern. Containerflotten können gemanagt und getrackt werden und das Qualitätsmanagement kann durch Temperaturmessung und Schockalarm optimiert werden. Die Anwendung ist einfach. Die Smart Cap wird auf dem Container befestigt und sei sofort voll einsatzbereit.

Laut Packwise besitzt die neue Variante alle Funktionen der Standard-Variante, ist aber zusätzlich noch zertifiziert für den internationalen Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen. Das neue Mitglied der Produktfamilie sei für die Zone 1 zertifiziert. Die Zündschutzart ist Eigensicherung. Eine besondere Herausforderung bei der Entwicklung der IECEx-zertifizierten Smart Cap sind die vielen Konnektivitätsstandards, die in dem Gerät kombiniert sind (GSM, LTE, NB-IoT, WiFi, BLE und RFID). Daher werde die Hardwareentwicklung durch das auf eigensichere explosionsgeschützte Lösungen spezialisierte Dienstleistungs-Unternehmen Mesco Engineering begleitet. Die Dresdner gehen von einer Verfügbarkeit der zertifizierten Smart Cap ab Oktober 2022 aus. Die Technologie-Lösung des Unternehmens werde den Angaben nach bereits in 20 Ländern auf fünf Kontinenten benutzt. Insgesamt betreue das Unternehmen 45 Kunden aus zehn Branchen – darunter die Chemie-, die Pharma- und die Lebensmittelindustrie – die jährlich 1,8 Millionen Container befüllen.

Nicht zuletzt wurden durch eine unverbindliche Normenempfehlung VPA 9 des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) die Weichen für die Rückverfolgbarkeit von Packmitteln für Chemikalien gestellt.

Etikettier-Systemlösung Herma 1200

Duttenhöfer ermöglicht die Rückverfolgbarkeit von Chemie-Fässern gemäß der neuen VPA 9 mittels einer darauf abgestimmten Etikettier-Systemlösung von Herma.

©Foto: Herma GmbH

Duttenhöfer nutzt Etikettierlösung für Rückverfolgbarkeit

Die Firma Duttenhöfer aus dem pfälzischen Haßloch setzt nach eigenen Angaben als eines der ersten Unternehmen der Branche die Rückverfolgbarkeit für weltweit tätige Chemieunternehmen mit einer Etikettier-Systemlösung von Herma um. Momentan konzentrieren sich die Pfälzer auf Fässer aus Feinblech in der Standardgröße 216,5 Liter.
Die Lösung bestehe aus dem Druck- und Etikettiersystem PA4 sowie den passenden Etiketten. Bei Duttenhöfer sei sie in die Fertigungslinie der Fässer integriert. Die Rückverfolgbarkeit basiert nach Aussage von Duttenhöfer auf einem QR-Code, der per Etikett auf dem Deckelfass aufgebracht wird. Er enthält eine fortlaufende Seriennummer, Informationen zum Gebinde-Hersteller und eine Packmittel-Nummer, die der Verwender vergibt. So ließe sich jedes einzelne Fass identifizieren und entlang der Lieferketten und Transportwege lokalisieren. Zudem helfe der Code beim Abfüllen sicherzustellen, dass tatsächlich eine für das Füllgut geeignete Verpackung eingesetzt wird. Das Etikett mit dem QR-Code muss eventuelle Heißabfüllungen unbeschadet überstehen. Vor allem aber müssen Etikett, Kleber und die verwendeten Druckfarben seewasserfest sein laut British Standard BS5609 (Sektion 2 und 3).

Auf der Fachpack 2022 in Nürnberg stellt das Unternehmen das Vorgehen näher vor.

Ralph Ammann
Fachjournalist, Schwerpunkt Verpackungstechnik

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