Lagerung

01.09.2022 Fachbeitrag

Lagerung: Gegen die Brandgefahr

Auf der Intralogistik-Fachmesse Logimat gab es einige Gefahrstofflager-Lösungen zu sehen, vor allem für Lithiumbatterien.
Messe Logimat Stuttgart 2022 1200

50.000 Fachbesucher und 1571 Aussteller hat der Veranstalter auf der Messe in Stuttgart gezählt.

©Foto: Euroexpo GmbH

Erstmals seit Beginn der Pandemie-bedingten Einschränkungen konnte in diesem Jahr wieder die Intralogistik-Fachmesse Logimat stattfinden. Offenbar mit Erfolg: Alle zwölf Hallen des Stuttgarter Messegeländes waren belegt und der Münchner Veranstalter Euroexpo spricht von 1571 Ausstellern und 50.000 Fachbesuchern, die in der Zeit vom 31. Mai bis 2. Juni auf der Messe anzutreffen waren.

Unter den vielen Neuheiten in Stuttgart fanden sich auch einige wenige Lösungen für gefährliche Güter und Gefahrstoffe. So hat etwa Versapak, deutscher Sitz in Haan, ein neues patentiertes T2-Siegelsystem für seine Medizintaschen vorgestellt. Mit dem Siegel können die Labor- und Bluttransporttaschen für biologische Stoffe der Kategorie B (UN 3373) nach Angaben des Herstellers manipulationssicher verschlossen werden. Es hat eine größere bedruckbare Fläche als das Vorgängermodell, was für gute Lesbarkeit und einfaches Einscannen sorgt. Mit Barcode versehen, lässt sich die Tasche auch verfolgen. Das T2-Siegel gibt es blanko, nummeriert, mit Barcode oder QR-Code und auf Anfrage mit individueller Beschriftung.

Medizintasche biologische Stoffe UN 3373 Labor Blut 1200

Das T2-Siegel wird durch den Reißverschlusszieher in das Verschlussgehäuse gedrückt.

©Foto: Rudolf Gebhardt | TECVIA Media GmbH

Aus Stahlbeton-Fertigteilen mit einer Feuerbeständigkeitsklasse F90 und einer T90-1-Brandschutztür hergestellt, ist der neue Batterie-Beton-Schrank BBS von LaCont Umwelttechnik in Egeln. Er verfügt über eine Bodenauffangwanne aus Stahlblech mit Einfahröffnungen für Staplergabeln. Eine Deckenplatte mit Öffnung und Druckentlastungskuppel sowie ein Gasmanagement mit Vliesmatte zur Filterung von Schadgasen im Havariefall sorgen laut LaCont für die sichere Lagerung von Lithiumbatterien. Die Außenmaße des Schranks betragen 1500 mm in der Breite, 910 mm in der Tiefe und 2314 mm in der Höhe.

F90 Betonschrank Lithiumbatterien LaCont 1200

Der F90-Betonschrank besitzt eine Deckenplatte mit Öffnung und Druckentlastungskuppel.

©Foto: Rudolf Gebhardt/Springer Fachmedien München GmbH

Als Lager-, Quarantäne- und Evakuierungsbehälter für Lithiumbatterien empfiehlt LogBatt aus Aichwald seine Modellfamilie Safety BattBox Storage. Einer der auf der Messe präsentierten neuen Behälter war das Modell L, laut Hersteller für defekte Batterien von bis zu 350 Kilogramm Gewicht geeignet. Bei Außenmaßen von 1604 x 1204 x 945 Millimetern beträgt sein Leergewicht 295 Kilogramm, innen ist der L Storage 1390 x 993 x 519 Millimeter groß. Er ist stapelbar und verfügt über ein Gasmanagementsystem. Wie LogBatt versichert, ist für die ganze Modellfamilie kein Löschwasser erforderlich, weswegen die Behälter ohne Rückhaltevorrichtung flexibel in Produktion, Werkstatt und Einzelhandel eingesetzt werden können.

Box Lager Lithiumbatterien LogBatt 1200

Die Modellreihe Storage ist laut LogBatt ohne Löschwasser-Rückhaltevorrichtung einsetzbar.

©Foto: Rudolf Gebhardt/Springer Fachmedien München GmbH

Angekündigt, aber noch nicht auf der Messe dabei hatte Bauer Südlohn seine neuen UN-zugelassenen Lithium-Ionen-Transportbehälter. Die vierseitige einfahrbare Stahlkiste LIP-F 400, UN-Code 4A, bietet einen Inhalt von 0,4 Kubikmetern bei 100 mm Unterfahrhöhe, eine Auffangwanne mit Brandschutzplatte zur Aufnahme von Elektrolyt, sechs Zurrpunkte mit drei Gurten sowie eine Haube aus Stahlblech mit Brandschutzpaneelen. Anheben lässt sich die Haube durch zwei Einfahrtaschen und vier Kran­ösen. Wie der Hersteller versichert, erfüllt der Behälter die Verpackungsanweisung P 911 (1) für Batterien mit maximal 14,7 Kilowattstunden.

Ähnlich ausgestattet ist die Großverpackung aus Stahl LIP-F 2800, UN-Code 50A. Sie verfügt bei einem Volumen von 2,8 Kubikmetern allerdings über 18 Zurrpunkte mit vier Gurten sowie über Druckentlastungsventile, eine Positionierungshilfe und einen Anfahrschutz. Den Angaben zufolge entspricht der Behälter der Verpackungsanweisung LP 906 für Batterien bis maximal 144 Kilowattstunden.

Mit „Liquid Protect“ hat die Firma Minimax eine neue Sprinkleranlage für Gefahrstofflager in Stuttgart vorgestellt. Die punktgenaue Anordnung der Sprinkler in Regal und Gasse erlaubt es laut Hersteller, Entstehungsbrände schon frühzeitig zu detektieren und mit einem Schaum-Wasser-Gemisch zielgenau ohne Vorwarnzeit zu bekämpfen.

Das Konzept besteht aus aufeinander abgestimmten Bausteinen: Leitbleche leiten austretende Flüssigkeit in die Regalgasse, wo ein Regalsockel verhindert, dass sie unter die unterste Regalebene läuft. Im Boden eigelassene Flüssigkeitsriegel (FuelStops) fangen die Flüssigkeit auf und begrenzen ihre Ausbreitung. Gassen- und Regal-Spezial-Sprinkler verteilen das Löschmittel dort, wo es gebraucht wird. Und schließlich ist das Löschwasser mit einem Schaummittel versehen, das laut Minimax brennbare Flüssigkeiten mit niedrigem Flammpunkt wirksam bekämpft und das Ausgasen gefährlicher Verbindungen reduziert.

Die nächste Logimat soll vom 25. bis 27. April 2023 wieder in Stuttgart stattfinden.

Rudolf Gebhardt

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