FachPack: Sicherheit im Fokus
Der neue Kombi-IBC von Mauser hat eine feuerfeste Verkleidung, die auch den Auslass umfasst.
©Foto: Rudolf GebhardtNach drei Messetagen schloss am 29. September die FachPack ihre Tore. Insgesamt 41.014 Fachbesucher nutzten laut Veranstalter die Gelegenheit, sich über Neuheiten aus den Bereichen Verpackung, Technik, Veredelung und Logistik zu informieren. 1541 Unternehmen stellten in elf Messehallen aus, wobei es auch einige interessante Produkte für die Verpackung gefährlicher Güter zu sehen gab.
Ein Highlight am Stand von Mauser war der neue Kombinations-IBC SM13 EX UL für leicht entflammbare Flüssigkeiten. Die Kunststoffblase des IBC ist innerhalb des Käfigs mit einer feuersicheren Umwicklung umgeben, die laut Hersteller die hohen technischen Vorgaben der Prüforganisation Underwriters Laboratories (UL) erfüllt.
Um den Stauraum von ISO-Containern besser auszunutzen, bietet Mauser seit einiger Zeit einen IBC auf Basis einer Holzpalette, mit dem sich beispielsweise zwei zusätzliche IBC in einem 20-Fuß-Container verstauen lassen. Auf dem Messestand zeigte das Unternehmen nun auch die Konzeptstudie einer Stahl-Kunststoffpalette.
Zwei Neuheiten konnte auch Werit mit Sitz in Altenkirchen vorweisen. Den Auftakt machte der neue POLYex-IBC. Mit einem Fassungsvermögen von 800 Litern handelt es sich um den laut Hersteller ersten Ex-IBC in dieser Größe auf dem deutschen Markt. Für die Sicherheit sorgt den Angaben nach ein Innenbehälter mit mehreren Kunststoffschichten, von denen die äußere Schicht permanent ableitend ist. Daher eignet sich der POLYex-IBC auch für brennbare Flüssigkeiten und explosionsgefährdete Arbeitsbereiche.
Ein weiterer zentraler Bestandteil im Sortiment des Unternehmens ist das Kanisterprogramm. Die 20 und 25 Liter UN-zertifizierten Kanister sind gut stapelbar, präzise dosierbar und universell einzusetzen. Fassungsvermögen und Funktionalität der Kanister entsprechen laut Werit unter anderem den Anforderungen aus der Chemieindustrie.
Mit „Eco Clip“ können die Fibertrommeln „Eco Drum“ von Densa sicher verschlossen werden.
©Foto: Rudolf GebhardtDie Firma Densa ist seit langem als Hersteller der quadratischen Fibertrommeln „Eco Drum“ bekannt, zugelassen als Gefahrgutverpackung Typ 1G. Gegenüber herkömmlichen runden Fässern haben diese Behälter den Vorteil, die Grundfläche von Paletten vollständig nutzen zu können. In Nürnberg hat das Unternehmen nun den Klappverschluss „Eco Clip“ vorgestellt. Er wird nach dem Aufsetzen des Fassdeckels einfach in die Handgrifföffnung geschoben und dort verriegelt. Der Behälter ist somit fest verschlossen und kann zugleich leicht gehandhabt werden, da Eco Clip als Griffmulde ausgeformt ist. Der Verschluss ist jederzeit zu öffnen, kann laut Densa aber auch mit einer Plombe versehen werden.
Um die enge Verknüpfung von Originalität mit Qualität auch beim rekonditionierten Schütz-IBC auf den ersten Blick kenntlich zu machen, hat der Verpackungshersteller mit „Recobulk“ einen neuen Markennamen als Ergänzung der bekannten Marke „Ecobulk“ eingeführt. Beide IBC-Typen tragen nun die Prägung „Schütz Ecobulk / Recobulk“ auf der Beschriftungstafel, um die Kreislauffähigkeit und die Qualität bei beiden Produkten zu dokumentieren.
Neue Möglichkeiten bei der Verwendung von Weißblechverpackungen schafft Huber Packaging mit Hilfe unsichtbarer Codes, die in das Druckbild der Verpackung eingebaut werden. Diese können sowohl zur Information des Anwenders mit Hilfe mobiler Endgeräte über eine Sicherheits-App dienen, als auch zum Abgleich der Produktoriginalität, Stichwort Fälschungssicherheit.
Das COEX-Blasverfahren soll die Durchlässigkeit der Kanister von Kautex Textron verringern.
©Foto: Rudolf GebhardtEinen neuen 20-Liter-COEX-Kunststoffkanister mit der Zulassung Y1.9/200 hat Kautex Textron in Nürnberg vorgestellt. Der Anbieter verspricht eine bessere Restentleerung, eine Sauerstoff- und Aromasperre sowie geringere Permeabilität durch das COEX-Blasverfahren. Die veränderte Bodenkontur des Kanisters soll den Transport sicherer machen, Ringe im Boden sorgen für präziseres Stapeln. Die zusätzlichen Griffmulden im Boden sind zudem mit einer Noppentextur versehen, um die Griffsicherheit zu erhöhen.
Mehr Effizienz im Ersatzteilversand von Hochvoltbatterien für Elektro- und Hybridfahrzeuge verspricht eine Neuentwicklung, die am Stand von DS Smith zu sehen war. Der Wellpappenspezialist hat gemeinsam mit Knüppel Verpackung für BMW ein Verpackungsset konstruiert, das geringeres Gewicht, kompaktere Maße, weitaus weniger Bauteile und rund 65 Prozent Zeitersparnis im Packprozess verspricht. Das Behältnis ist laut DS Smith für den Gefahrguttransport zugelassen und von der BAM zertifiziert. Die dreiteilige Verpackung aus Wellpappe ersetzt eine 22teilige Mehrstoffverpackung aus vier unterschiedlichen Materialien.
In vier Versionen ist der Drehmomentschlüssel für Kanisterverschlüsse von AST lieferbar.
©Foto: Rudolf GebhardtDer Kunststoffspezialist AST hatte für das sichere Verschließen von Kanistern einen neuen Drehmomentschlüssel zur Messe mitgebracht. Das Gerät ist in zwei manuell und zwei elektrisch betriebenen Versionen verfügbar. Bei der elektrischen Variante zieht der Schlüssel den Deckel in zwei Stufen bis zum gewählten Drehmoment an, was das Verschließen zuverlässiger macht. Der manuelle Schlüssel knickt beim Erreichen des gewünschten Drehmoments automatisch ein. Ein Überdrehen der Verschlüsse ist damit laut Verkaufsleiter Henrik Zepp nicht mehr möglich.
Weiterentwickelt hat Fairfix aus Pleiskirchen ihr Containerstausystem Corfex, das bereits auf der FachPack im Vorjahr vorgestellt wurde. Jetzt gibt es ein Standardprogramm aus 17 Stützen- und vier Querriegeltypen sowie weiterem Zubehör, aus deren Kombination sich laut Fairfix mehr als 200 unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten ergeben. Corfex wurde speziell für die Verladung von Stückgut in Seecontainer entwickelt. Der Container wird dabei mit fortschreitender Beladung mit einem patentierten System aus vertikalen Stützen und horizontalen Balken ausgestattet. Das Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund hat das System auf seine Belastungsgrenzen getestet. Nach Angaben des Herstellers stellen die Prüfwerte eine verlässliche Basis für die weitere Berechnung der Ladungsmassen gemäß CTU-Code dar.
Die nächste Messe FachPack wird vom 25. bis zum 27. September 2018 in den Nürnberger Messehallen stattfinden.
Rudolf Gebhardt
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