Lithiumbatterien

07.04.2022 Fachbeitrag

Beförderung: Auf dem Boden der Tatsachen | Transportation: Down to earth

Nicht nur die Menge an frischer Ware mit Lithiumbatterien und -akkumulatoren wächst, auch die der gebrauchten und zu entsorgenden Batterien und Geräte. Aber wer wird diese transportieren? | Not only the amount of fresh goods with lithium batteries and accumulators is growing, but also the amount of used batteries and devices to be disposed of. But who will transport them?
Batterien Kartons Verpackung Palette 1200

Benötigt werden Logistikdienstleister, die nicht nur die Neuware abholen.

©Foto: Olek Stock/Adobe Stock

Vieles ist auf dem Weg, manches noch ungeklärt. So könnte der Themenschwerpunkt Lithiumbatterien beschrieben werden. Zumindest abseits von den Vorschriften und dem logistischen Aufwand heißt das: Die in Verkehr gebrachten und eingesetzten Mengen vor allem an Autobatterien und stationären Energiespeichern nehmen derzeit weltweit exponentiell zu, Gigafactories wachsen überall aus dem Boden, Recyclinganlagen gleich mit. Die Gesetzgebung bemüht sich immer stärker darum, den Gedanken der Kreislaufwirtschaft in sinnvolle Maßnahmen für alle Beteiligten umzuwandeln. Der geplante EU-Batteriepass soll tatkräftig dabei unterstützen, die Nachhaltigkeit dieser Energiespeicher zu steigern.

Viele administrative Hemmnisse

„Alles in Butter“, möchte man meinen. Läuft doch. Und doch läuft längst nicht alles.

Für die Marktübersicht, die in dieser Ausgabe des jährlich aufgelegten Lithium Batteries Special neu aufgenommen wurde, fanden sich erstaunlich wenig Logistikdienstleister und bei den wenigen fällt auf, dass kaum einer davon das ganze Spektrum an Beförderungsarten bedient. Das kann natürlich die unterschiedlichsten Gründe haben, unter anderem, dass wir eventuell nicht hartnäckig genug nachgefragt haben.

Das kann nicht funktionieren

Es gilt nach wie vor, dass der logistische Aufwand im Zusammenhang mit Lithiumbatterien enorm ansteigt, sobald es sich nicht mehr um geprüfte Neuware handelt. Der Gesetzgeber hat für jedes Stadium einen Standard gesetzt, damit über die Verpackung, Kennzeichnung und Dokumentation das Handling mit jedem Stadium möglich wird. Aber das scheint vielen noch zu unsicher. Den Verpackungsangeboten ist häufig nicht anzusehen, ob sie einen Brandtest durchlaufen haben. Warum auch immer, werden Zulassungsbescheinigungen ungern gezeigt. Das galt auch für unsere Verpackungsmarktübersicht für kritisch-defekte Lithiumbatterien. Vielleicht liegt es daran, dass nicht alle ihre Zulassung bei der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) eingeholt haben, sondern bei einem der Nachbarn in Belgien oder Österreich. Deren Zulassungen sind als gleichwertig anzusehen, sollen aber gerüchteweise leichter zu erhalten sein als bei der BAM. Logistikdienstleister wollen sich aber wirklich sicher sein, dass die richtige Verpackung im Spiel ist.

Kennzeichen Gefahrzettel Lithium 9A 1200

Brände mit Lithiumbatterien sind entgegen der medialen Aufmerksamkeit während der Beförderung überhaupt nicht häufig, aber jeder abgebrannte Lkw schmerzt einen Logistikdienstleister, auf einem Terminal noch viel mehr als auf der Autobahn. Deshalb fängt es schon bei den grenzüberschreitenden Beförderungen an, dass hier nicht mehr alle gerne dabei sind.

Und dann das große Feld der Abfallbatterien und der beschädigten Energiespeicher. Neben den bekannten abfall- und gefahrgutrechtlichen Hemmschuhen wie Anzeigepflicht, Schulungspflicht, Behälterausstattung oder der Genehmigungspflicht für die Subunternehmer gibt es noch die der Genehmigungspflicht, wenn mehr als eine Tonne am Tag umgeschlagen werden soll.

Appelle an die Gesetzgeber, hierfür die Grenzwerte im Bundesimmissionsschutzgesetz anzuheben, blieben bislang ungehört. Insofern rechnet sich der Aufwand für Logistikdienstleister in diesem Segment gar nicht oder nur dann, wenn es um ein Luxusprodukt geht und die Käufer bereit sind, für die Abholung beschädigter Batterien, das Vorhalten von Ersatzbatterien oder das Überwachen und Laden vor der Beförderung deutlich mehr zu zahlen.

Theoretisch könnten sich Logistiker lediglich die Rosinen herauspicken, die Beförderung von neuen, geprüften Produkten und Batterien. Große Batterie- und Gerätehersteller gehen allerdings dazu über, neben ihre Produktionshallen auch die Recyclinganlagen zu stellen, gerne wird vom „closed loop“ gesprochen. Händler werden in Zukunft noch viel mehr mit den gebrauchten, zu entsorgenden Batterien und Elektrogeräten konfrontiert werden.  Alle werden sie von ihrem Dienstleister das gesamte Spektrum erwarten. Gemeinsam sollten sie mit ihrem Dienstleister für einen Abbau der Hemmnisse sorgen.

Daniela Schulte-Brader

Batterien Kartons Verpackung Palette 2 1200

What is needed are logistics service providers who not only pick up the new goods.

©Foto: Olek Stock/Adobe Stock

Much is on the way, some is still unclear. This is how the topic of lithium batteries could be described. At least apart from the regulations and the logistical effort involved, this means that the quantities of car batteries and stationary energy storage units in particular that are being put into circulation and used are currently increasing exponentially worldwide, gigafactories are sprouting up everywhere, and recycling plants are springing up right along with them. 

Legislators are increasingly striving to turn the idea of a circular economy into meaningful measures for all concerned. The planned EU battery passport is intended to provide active support to increase the sustainability of these energy storage systems.

It is also intended to make a battery‘s history of potential damage transparent.

Many adminstrative obstacles

„All‘s well that ends well,“ you might think. It is. And yet not everything is running smoothly by a long shot.

For the market overview newly included in this edition of the annual Lithium Batteries Special, surprisingly few logistics service providers were found, and among the few, it is striking that hardly any of them serve the entire spectrum of transport modes. Of course, this could be due to a variety of reasons, including the fact that we may not have asked around persistently enough.

This may not work

It is still true that the logistical effort associated with lithium batteries increases enormously as soon as they are no longer tested new goods. The legislator has set a standard for each stage so that handling with each stage is possible via packaging, labeling and documentation. But this still seems too uncertain to many. It is often impossible to tell from the packaging offers whether they have undergone a fire test. For whatever reason, certificates of approval are reluctantly shown. This was also true of our packaging market survey for critically-defective lithium batteries. Perhaps it is because not all of them have obtained their approval from the Federal Institute for Materials Research and Testing (BAM), but from one of its neighbors in Belgium or Austria. Their approvals are considered equivalent, but are rumored to be easier to obtain than from BAM. Logistics service providers, however, really want to be sure that the right packaging is involved.

Fires involving lithium batteries are not at all common during transport, contrary to media attention, but every burned truck hurts a logistics service provider, much more so at a terminal than on the highway. That‘s why it already starts with cross-border transports that not everyone likes to be there anymore.

Kennzeichen Gefahrzettel Lithium 9A englisch 1200

Kennzeichen

And then there is the large field of waste batteries and damaged energy storage systems. In addition to the well-known obstacles under waste and dangerous goods legislation, such as the obligation to notify, the obligation to train, container equipment or the obligation to obtain a permit for the subcontractors, there is also that of the obligation to obtain a permit if more than one ton is to be handled per day.

Appeals to the legislators to raise the limits for this in the Federal Immission Control Act have so far gone unheard. In this respect, the expense for logistics service providers in this segment does not pay off at all, or only if it is a luxury product and buyers are prepared to pay significantly more for the collection of damaged batteries or the provision of replacement batteries, or for monitoring and charging before transport.

In theory, logistics providers could just cherry-pick the transportation of new, tested products and batteries. However, large battery and appliance manufacturers are moving to put recycling facilities next to their production halls, often referred to as the „closed loop“

Dealers will be confronted in the future much more with the used batteries and electrical appliances to be disposed of. They will all expect the entire spectrum from their service provider. Together with their service providers, they should ensure that the obstacles are removed.

Daniela Schulte-Brader

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