Messe Fachpack: Mit eingebauter Auffangwanne
IBC-Modelle für spezielle Einsatzzwecke: der doppelwandige SX-D (li.) und der kleine MX 560 von Schütz.
©Foto: Rudolf Gebhardt/Springer Fachmedien München GmbH32.000 Fachbesucher und 1154 Aussteller meldet die Nürnberger Messegesellschaft für die Messe Fachpack, die vom 27. bis zum 29. September 2022 stattfand. Unter dem Motto „Transition in Packaging“ konnten die Teilnehmer wieder normales Messe-Feeling genießen, nachdem die Veranstaltung im Vorjahr mit Maskenpflicht und deutlich reduziertem Umfang durchgeführt worden war.
Im Rahmen der Ausstellungsschwerpunkte Chemie, Pharma und Kunststoffverarbeitung gab es auch in diesem Jahr wieder einige interessante Neuheiten für die Verpackung gefährlicher Güter zu entdecken. So zeigte etwa der Hersteller Schütz seinen neuen kompakten Kombi-IBC Ecobulk MX 560. Der Behälter besitzt mit 1200 x 1000 Millimetern die gleichen Grundmaße wie seine größeren Brüder, bietet jedoch aufgrund geringerer Höhe nur 560 Liter Volumen. Ein Platz- und Kostenvorteil überall dort, wo regelmäßig kleinere Füllmengen benötigt werden. Zudem lassen sich nach Angaben des Herstellers in einem 20-Fuß-Container bei dreifacher Stapelung 30 MX 560 unterbringen.
Maximalen Schutz vor Leckagen verspricht der neue doppelwandige IBC Ecobulk SX-D von Schütz. Eine feuerfeste stählerne Außenhülle bildet einen flüssigkeitsdichten zusätzlichen Container, der als integrierte Auffangwanne im Falle einer Beschädigung des HDPE-Innenbehälters dient. Somit können in diesem Modell auch sensible Füllgüter abgefüllt werden, für die bisher kleinere Gebinde mit geringerem Volumen verwendet wurden, beispielsweise Stahlfässer.
Informationen zu Artikelnummer, Behältertyp, Volumen oder Auftragsnummer sind schon lange über den Barcode am Packmittel verfügbar. Mit der neuen Schütz-Info-ID lassen sich künftig zusätzliche produkt- und anwendungsspezifische Informationen abrufen. Sie befindet sich als QR-Code auf dem Etikett auf der Beschriftungstafel. Scannt der Nutzer diesen Code mit seinem Mobilgerät, wird er automatisch zur Produktseite geleitet. Dort findet er Packmittel-Spezifikationen, Datenblätter in verschiedenen Sprachen, verfügbare Ausstattungskomponenten sowie Anwendungshinweise.
Mit „Recover Syst-M“ bietet Mauser Packaging Solutions eine Lösung zur Rückführung leerer Kunststofffässer und Kombi-IBC an. Weltweit können die Behälter in einem geschlossenen Kreislauf gesammelt, an 151 Standorten in 20 Ländern rekonditioniert und anschließend wiederverwendet werden. Hat eine Verpackung das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht, wird sie zu Rezyklat verarbeitet, das unter dem Namen „Recolene“ die Basis für neue Behälter bildet.
Überarbeitet hat Mauser zudem sein Sicherungssystem Drumguard, mit dem Fässer auf Holzpaletten fest verschraubt werden können: Die Nuten in der Halteplatte sind nun so breit, dass sie auch für dickere Fassringe geeignet sind.
Lösungen für Lithiumbatterien
Am Stand von Orbis Europe konnte man „IonPak“ besichtigen, einen faltbaren Mehrwegbehälter aus Kunststoff für den Transport von Lithium-Ionen-Batterien. Geeignet ist er laut Hersteller für Prototypen, Batteriezellen, Module und kleinere Batterypacks sowie End-of-Life-Batterien, dank einer UN-Zertifizierung für feste Stoffe als Kiste (4H2) oder Großverpackung (50H).
Der Mehrwegbehälter „IonPak“ kann als Kiste laut Hersteller Orbis eine Bruttolast von 477 Kilogramm aufnehmen.
©Foto: Rudolf Gebhardt/Springer Fachmedien München GmbHDie Kiste ist lieferbar in Vollrahmenbauweise oder mit drei Kufen in den Außenmaßen 1200 x 800 oder 600 Millimeter (Länge mal Breite) bei unterschiedlichen Höhen zwischen 582 und 998 Millimetern. Die Großverpackung kommt mit den Maßen 1638 x 1219 x 879 Millimeter, weitere Größen sind auf Anfrage erhältlich, so die Auskunft von Orbis.
Unter dem Namen „RePak“ hat der schwedische Hersteller Nefab in Nürnberg eine klappbare Mehrwegverpackung für E-Fahrzeug-Lithiumbatterien aus Sperrholz (Plywood) und Stahl präsentiert. Das Design der Außenverpackung ermöglicht auch zusätzliche Funktionen wie etwa eine Luke für die Inspektion oder den Ladeanschluss sowie eine wiederverwendbare Kennzeichnung für gefährliche Güter. RePak ist laut Auskunft des Herstellers je nach Größe und Gewicht als Kiste (4D) oder Großverpackung (50D) zertifiziert. Mit einer nicht brennbaren Innenverpackung erfülle es die Anforderungen der Verpackungsanweisungen P 908, P 910, LP 904 und LP 905 sowie die pflanzenschutzrechtlichen Anforderungen für den weltweiten Versand, so die Mitteilung weiter.
Der Behälter ist geeignet für Batteriemaße bis zu 2300 x 1700 x 520 Millimeter und ein Batteriegewicht bis 1600 Kilogramm. Beim Austausch der Batterie in einer Werkstatt dient der Deckel der geöffneten Holzkiste vorübergehend als Palette für den Altakku. Die neue Batterie wird im Fahrzeug eingebaut, anschließend kommt die alte in den Behälter, der Deckel wird wieder aufgesetzt und das Gebinde zurückgeschickt.
Für eine weitere Lösung ist Nefab sogar mit dem Deutschen Verpackungspreis ausgezeichnet worden. Die faserbasierte Verpackung „edgepak straw“ für Einweg-Transporte von Lithium-Ionen-Batterien erhielt den Preis in der Kategorie Nachhaltigkeit. Laut Mitteilung des Unternehmens ist die gesamte Verpackung vollständig recycelbar, hält einem Gewicht von über 350 Kilogramm pro Karton stand und ermöglicht eine 1+3-Stapelung.
„RePak“ ist je nach Größe und Gewicht als Kiste oder Großverpackung zugelassen, so Nefab.
©Foto: Rudolf Gebhardt/Springer Fachmedien München GmbHEine mehrfach verwendbare Holzverpackung für die Beförderung von Lithiumbatterien für Elektrofahrzeuge hat auch Wepa Verpackungen vorgestellt, auf dem Gemeinschaftsstand von PackSynergy. Die Box besteht aus einem auffaltbaren Rahmen mit den Maßen 1600 x 1200 x 410 Millimeter, der auf eine Palette gesetzt wird. Die Batterien werden darin auf Spezialpolstern gelagert, mit Absorptionsbeuteln zur Aufnahme von Flüssigkeiten versehen und mit Gurten befestigt. Anschließend wird die Box mit einem Holzdeckel verschlossen, wobei laut Hersteller die Gebinde dreifach hoch gestapelt werden können. Da die Luft im Behälter nach der Deckelung von korrosiven Gasen gereinigt wird, gebe es einen Versicherungsschutz gegen Korrosion von bis zu 15 Jahren.
Wie Wepa zudem versichert, ist eine UN-Zertifizierung der Verpackung auf Basis vorhandener Zertifikate möglich. Dies gestatte die Beförderung der Batterien gemäß den Verpackungsanweisungen P 903/P 908 beziehungsweise LP 903/904. Laut einem Bericht verwendet ein amerikanischer Automobilhersteller das System, um die in den USA produzierten Batterien auf dem Seeweg nach Europa zu transportieren. Anschließend werde die leere Verpackung zusammengefaltet und zurückverschifft.
Die faltbare Holzverpackung für Lithiumbatterien von Elektro-Fahrzeugen kann laut Anbieter Wepa auch UN-zertifiziert werden.
©Foto: Rudolf Gebhardt/Springer Fachmedien München GmbHRücknahme für Gebrauchte
Unter dem Namen „Cipacks“ (Circular Packaging Solutions) bietet der Kunststoffverpackungs-Hersteller AST aus Erndtebrück nun auch ein Rücknahmesystem für gebrauchte Gebinde an. Wie die Firma in Nürnberg erklärte, können an zwölf Standorten in Deutschland, den Niederlanden, Dänemark, Polen und Großbritannien Kunststoffverpackungen gereinigt und anschließend wiederverwendet werden. Sollte eine Reinigung nicht möglich sein, verarbeitet AST die Behälter nach eigenen Angaben zu Rezyklat, das als Rohstoff für die Herstellung neuer Produkte dient.
Nachdem im kommenden Jahr die große Fachmesse Interpack in Düsseldorf stattfindet, wird die nächste Fachpack traditionell erst wieder im übernächsten Jahr ihre Tore öffnen, nämlich vom 24. bis 26. September 2024.
Rudolf Gebhardt
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