Lithiumbatterien

18.09.2015 Meldung

Lithiumbatterien: Versender deklarieren bewusst falsch

Laut IATA-Vorstandsmitglied Glyn Hughes versuchen immer mehr Versender von Lithiumbatterien, die strengen Luftfrachtvorschriften zu umgehen
Flugzeuge Frankfurt 1200

Für die Airlines sind falsch oder gar nicht gekennzeichnete Sendungen mit Lithiumbatterien ein ernstes Problem.

©Foto: Wolfgang Minich/Picture Alliance

Das Luftfrachtgewerbe hat offenbar zunehmend Probleme mit Versendern von Lithiumbatterien, die versuchen, die Bestimmungen für den Transport gefährlicher Güter zu umgehen. Dies berichtet das Onlineportal theloadstar.co.uk und beruft sich dabei auf Glyn Hughes, Global Head of Cargo der Luftfrachtvereinigung IATA.

Anlässlich eines Treffens des internationalen Spediteursverbands FIATA zeigte Hughes demnach den Luftfrachtbrief einer größeren Sendung mit einer philippinischen Airline vor, in dem ausdrücklich vermerkt stand „no batteries, no magnets“. Tatsächlich habe die Sendung jedoch Tausende von Lithiumbatterien im Gesamtgewicht von sechs Tonnen enthalten, die weder vorschriftsgemäß verpackt noch gekennzeichnet oder deklariert waren. Zum Glück, so Hughes, sei die Sendung rechtzeitig vor der Verladung entdeckt worden, da noch im Lager eine Rauchentwicklung festgestellt worden war.

Batterien absichtlich falsch gekennzeichnet

Als weiteres besonders krasses Beispiel habe der Luftfrachtexperte laut theloadstar.co.uk eine Produktbeschreibung von Lithium-Polymer-Batterien für Flugzeugmodelle vorgewiesen, auf der in englischer Sprache zu lesen stand: ‚Die Leistung dieses Batterietyps liegt bei über 100 Watt. Wir legen die richtige Kennzeichnung in der Umschließung der Batterie bei und bringen eine falsche Kennzeichnung auf der Oberfläche der Batterie an, die besagt, dass die Leistung weniger als 100 Watt beträgt. Denn da die Leistung der Batterie über 100 Watt liegt, kann sie nicht im Luftverkehr befördert werden. Wir hoffen, Sie verstehen dies und entschuldigen uns bei Ihnen für die Unannehmlichkeiten.‘

„Das ist eine zunehmend alarmierende Situation“, zitiert der Bericht Glyn Hughes. Und weiter: „Wir als IATA treten derzeit an viele E-Commerce-Plattformen heran und fordern sie auf, wachsamer zu sein und sicherzustellen, dass ihre Verkäufer vorschriftenkonform handeln.“ Ebenso sei eine Posterkampagne in lokalen Postfilialen auf der ganzen Welt geplant mit dem Ziel, die Sensibilisierung für das Problem zu erhöhen und die Menschen an ihre Verpflichtung zu erinnern, Packstücke sicher zu versenden. (gg/gh)

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