Lithiumbatterien

07.11.2018 Meldung

Lithiumbatterien im Restmüll sind Ursache gefährlicher Brände

Eine Studie der Montanuniversität Leoben in Österreich bestätigt, dass Lithiumbatterien verantwortlich für zahlreiche Brände in Abfallbehandlungsanlagen sind.
Feuer Feuerwehr löschen 1200

Recyclinganlagen haben laut VOEB zunehmend mit Bränden zu kämpfen.

©Foto: Peter Endig/Picture Alliance/dpa

Falsch entsorgte Lithiumbatterien sind die Hauptursache von zahlreichen Bränden in Abfallbehandlungsanlagen. Das erklärt der Verband österreichischer Entsorgungsbetriebe VOEB in einer Pressemitteilung und verweist auf Daten aus dem Forschungsprojekt BatSAFE der Montanuniversität Leoben. Allein in Österreich landen demnach rund 700.000 Lithium-Batterien im Restmüll statt in den dafür vorgesehenen Sammelstellen. Bis zum Jahr 2025 könne diese Zahl auf bis zu drei Millionen steigen – und somit für noch mehr Brände sorgen.

Die Abfallentsorger schlagen Alarm und fordern deutlich höhere Sammelquoten, um weitere Brände zu verhindern. „Lithiumbatterien im Restmüll sind für uns eine Katastrophe“, bringt Hans Roth, Präsident des Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe, das Problem auf den Punkt. „Für unsere Mitgliedsbetriebe sind die Brände abseits von einem finanziellen Desaster auch ein enormes Sicherheitsthema, denn dort arbeiten Menschen, die sich täglich einer großen Gefahr aussetzen.“

Dass der Großteil der Brandfälle in Abfallbehandlungsanlagen auf Lithiumbatterien zurück zu führen ist, hat die Montanuniversität Leoben in ihrer Studie bestätigt. Prof. Roland Pomberger, Leiter des Projekts BatSAFE: „Wir forschen seit Jahren an den Brandursachen in der Abfallwirtschaft und sind zu einem eindeutigen Schluss gekommen: Lithiumbatterien im Restmüll sind die Hauptursache dieser gefährlichen Brände.“

Eine Lösung des Problems könne nur gemeinsam mit allen Beteiligten gefunden werden. Dazu gehören die Herstellerfirmen, die Bevölkerung und die Abfallentsorger. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen allerdings müsse die Politik schaffen. „Eine Sammelquote von 80, 90 Prozent könnte das Problem relativ leicht aus der Welt schaffen“, ist Prof. Pomberger überzeugt, wenn auch skeptisch, ob diese erreichbar sei. Derzeit liegt die gesetzlich vorgeschriebene Quote in Österreich nur bei 45 Prozent, gesammelt wird rund die Hälfte aller im Umlauf gebrachten Batterien, Tendenz leicht fallend.

Der VOEB kämpft seit Jahren mit zunehmenden Bränden in den Mitgliedsbetrieben. Laut BatSAFE verursachen die im Restmüll entsorgten Lithiumbatterien in österreichischen Sortieranlagen bis zu 70 potenzielle Brandunfälle pro Jahr. „Unsere Betriebe sind die Leidtragenden einer Entwicklung, für die wir nicht verantwortlich sind. Vielmehr investieren wir seit Jahren in Recycling und bemühen uns, die Ressourcenwirtschaft zu fördern. Aber Lithium-Batterien im Restmüll führen zu Schäden in Millionenhöhe, abgebrannte Betriebe müssen ganz von vorne anfangen“, so Roth. Konkret beziffert der Verband allein in Österreich einen Schaden von über 100 Millionen Euro, die Brandschäden bei den Abfallentsorgern in den letzten Jahren verursacht hätten. (gg/gh)

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