Geringe Leistungsgrenze: Löwenanteil | Low performance limit: The lion’s share
Nicht gefordert: UN-Zulassung bei den „kleinen“ Batterien. | Not required: UN approval for „small“ batteries.
©Foto: Daniela Schulte-BraderDie Sondervorschrift (SV) 188, die für die Gefahrgutvorschriften der Land- und Seeverkehrsträger ADR, RID, ADN und IMDG-Code in dem jeweiligen Kapitel 3.3 gleichlautend ist, hat für den Versand von Lithiumbatterien eine hohe Bedeutung.
Denn diese Sondervorschrift beschreibt vereinfachte Transportbedingungen für „kleine“ Zellen und Batterien. „Klein“ bedeutet hier, dass bestimmte Kenngrößen, die Wattstundenzahl für Lithium-Ionen-Zellen/-Batterien beziehungsweise der Anteil an metallischem Lithium in Gramm für Lithium-Metall-Zellen/-Batterien, nicht überschritten werden darf.
Viele interpretieren dies in der Praxis dahingehend, dass es dann kein Gefahrguttransport mehr wäre. Das ist aber keine korrekte Schlussfolgerung. Es ist und bleibt ein Gefahrguttransport, eben nur unter erleichterten Bedingungen. Dies geht aus dem Einleitungssatz der SV 188 hervor, der folgendermaßen lautet:
„Die zur Beförderung aufgegebenen Zellen und Batterien unterliegen nicht den übrigen Vorschriften des ADR, wenn folgende Vorschriften erfüllt sind: (...).“
„…nicht den übrigen…“ besagt im Umkehrschluss, dass auf jeden Fall Vorschriften einzuhalten sind, nämlich als Minimum die der Sondervorschrift 188 Buchstaben a) bis h).
Leider stellen auch viele Batteriehersteller dies in ihren Datenblättern falsch dar. Dort heißt es oft in Abschnitt 14, dass diese Zellen/Batterien als „Nicht-Gefahrgut“ gelten – was häufig bei den Anwendern/Versendern zu der Meinung führt, man müsse nichts tun.
Ein weiteres Problem stellt die Forderung dar, dass nur gemäß der Sondervorschrift 188 befördert werden darf, wenn die Zellen/Batterien vorab einen so genannten UN 38.3-Test erfolgreich bestanden haben. Diese Nachweise zu beschaffen, erweist sich in der Praxis oft als schwierig, da die Hersteller, insbesondere die von Geräten mit eingebauten Lithiumbatterien, ihrer Informationspflicht nicht nachkommen. Seit 1. Januar 2020 müssen die Hersteller oder nachfolgenden Vertreiber eine ausführliche Prüfungszusammenfassung zur Verfügung stellen. Neben dem UN 38.3-Test muss der Versender auch eine Bestätigung vorliegen haben, dass die Zellen und Batterien nach einem Qualitätssicherungssystem gefertigt werden.
Jürgen Werny
Gefahrgutberater, München
Special provision (SP) 188, which appears in Chapter 3.3 of the respective ADR, RID, ADN and IMDG Code dangerous goods regulations for land and sea transport, and is identical in all cases, is of great importance for the consignment of lithium batteries.
This special provision describes simplified transport conditions for ‘small’ cells and batteries. Here, ‘small’ refers to the fact that certain specifications, including the Watt-hour rating for lithium ion cells or batteries, and the lithium metal content of lithium metal cells or batteries in grams, must not be exceeded.
In practice, many interpret this as meaning that they must no longer be transported as dangerous goods. But this is far from correct: they presently are and will continue to be transported as dangerous goods. Only, under simplified conditions. This is clear from the introductory sentence of SP 188, which reads as follows:
‘Cells and batteries offered for carriage are not subject to other provisions of ADR if they meet the following: ….’
The ‘… not subject to other provisions …’ indicates that there are provisions that must be met in any event, namely those of SP 188 (a) to (h) at least.
Regrettably, many battery manufacturers also misrepresent this on their data sheets, where Section 14 often states that these cells or batteries are considered ‘non-dangerous goods’, often leading users or shippers to believe that nothing needs to be done.
A further problem is the requirement that cells or batteries may only be carried pursuant to SP 188 if they have previously successfully passed the UN 38.3 test. In practice, obtaining such evidence often proves difficult because manufacturers, particularly those of devices with built-in lithium batteries, do not fulfil their duty to inform. Since January 2020, manufacturers or subsequent distributors must provide a detailed test report. In addition to the UN 38.3 test, the shipper must also have a confirmation that the cells and batteries are manufactured in accordance with a quality assurance system.
Jürgen Werny
Dangerous Goods Consultant, Munich
© Copyright 2026 Gefahrgut-Online
Diskutieren Sie mit