Elektromobilität: Mit Unsicherheiten leben | Electromobility: Live with uncertainties
Schafft wenig Vertrauen: ein möglicher Vollbrand ohne sichtbare äußere Einwirkung. | Creates little trust: a possible full fire without any visible external influence.
©Foto: picture alliance/Daniel Knopp/dpaEs ist soweit: e-Autos, Hybridfahrzeuge, Fahrzeuge mit Brennstoffzellen oder Gasantrieb erweitern mehr und mehr das Spektrum an Fortbewegungsmitteln auf der Straße. Die Welt der Fahrzeuge wird bunt.
Doch nicht nur für die Automobilhersteller entwickelt sich diese Welt zur großen Herausforderung, der sie sich stellen müssen. Auch am Ende der Kette, wenn es beispielsweise um Unfälle und Beschädigungen geht, sind Einsatzkräfte, Pannendienste Abschleppunternehmen oder auch Schrotthändler und Entsorger gefordert.
Entgegen landläufiger Annahmen brennen Elektroautos oder Hybridfahrzeuge bislang längst nicht so häufig wie Benziner oder dieselbetriebene Fahrzeuge und wie dies öffentlich immer wieder dargestellt wird. Benziner und Diesel kommen auf rund 15.000 Brände pro Jahr auf Deutschlands Straßen, Hybridfahrzeuge oder e-Autos auch anteilsmäßig auf sehr viel weniger.
Nichtsdestotrotz: wenn sie brennen, brennen sie anders und müssen auch anders gelöscht werden. Darüber hinaus können die Batterien auch lange nach einem Crash noch reagieren. Sicher passiert dies sehr selten, auszuschließen ist es nicht. Diese unsichtbare Gefahr verunsichert.
Fragt man Automobilhersteller, sehen diese wenig Bedarf an besonderen Maßnahmen, beispielsweise an umfangreichen Quarantäneplätzen. Die Abschleppdienste dagegen hätten gerne klare Vorgaben, wie groß beispielsweise der Durchmesser eines solchen Platzes zum sicheren Abstellen sein sollte. Vorgaben durch den Gesetzgeber sucht man vergeblich, das ist hier so ähnlich wie bei den Bedingungen zur Lagerung.
Von verschiedenen Seiten werden auch Forderungen nach speziellen Kühlcontainern für den Abtransport laut. Gesetzlich gefordert sind sie nicht, ebenso wenig wie speziell zertifizierte Abschleppunternehmen. Einige Hersteller bieten zu diesem Thema Unterweisungen für Mitgliedsunternehmen an und die Länderbehörden verlangen häufig für Mitarbeiter die Unterweisung BGI 8686 für nicht elektrische Arbeiten an Hybridfahrzeugen, mehr aber nicht.
Spezieller Bergungsbehälter für Fahrzeuge mit Hochvoltbatterien. | Special salvage container for vehicles with high-voltage batteries.
©Foto: Ellermann EuroconIst die Batterie im Fahrzeug verbaut, unterliegt die Beförderung mit einem Abschleppfahrzeug sowieso nicht den Gefahrgutvorschriften (ADR, Sondervorschrift 667 b)). Auch sind Notfallbeförderungen von den Vorschriften ausgenommen. Das heißt, die Fahrer benötigen keine ADR-Schulungsbescheinigung.
Andererseits wollen Pannen- und Abschleppdienste sowie Schrotthändler deutlich mehr Informationen über die zu versorgenden Fahrzeuge erhalten als früher. War es bislang ausreichend, wenn die Feuerwehr oder Polizei den Diensten mitteilte, wie viele betroffene Fahrzeuge abzuschleppen sind, ist dies heute zu wenig.
Für eine sachgerechte Beförderung muss nun unbedingt vorab darüber informiert werden, um welche Antriebe es sich genau handelt. Nicht immer sind die vom Hersteller angebrachten Hinweise (wie Informationen im Tankdeckel oder extra Buchstaben beim Namen) bei einem verunfallten Autos zugänglich. Dieses Informationsbedürfnis ist noch nicht zu jeder Dienststelle vorgedrungen, wie der Verband der Bergungs- und Abschleppunternehmen (VBA) auf Nachfragen mitteilt. Die Berufsgenossenschaft (BG) Verkehr sieht ebenfalls Informationsdefizite. Hier wird als Beispiel angeführt, wenn verunfallte e-Autos mit eingebauter Lithium-Ionen-Batterien, lediglich an einer Seilwinde angehängt, abgeschleppt werden. Erlaubt ist es. Aber wenn es sich um ein Modell handelt, wo die Batterie in unmittelbarer Nähe zur Radnabe sitzt, könnte selbst bei abgeschaltetem Zustand Spannung entstehen und damit die Gefahr eines Kurzschlusses.
Der Verband der Automobilhersteller VDA hatte vor wenigen Jahren zusammen mit dem Verband der Bergungs- und Abschleppunternehmen (VBA) und anderen einen ersten Leitfaden „Unfallhilfe und Bergen bei Fahrzeugen mit Hochvoltsystemen (FAQ)“ erstellt. Inzwischen sind allerdings viele weitere Fragen hinzugekommen, sodass der Fragenkatalog nun überarbeitet wird.
Daniela Schulte-Brader
Angebot für den Transport von Fahrzeugen mit beschädigten oder defekten Lithium Batterien (Beispiel/Auswahl) | Offer for the transport of vehicles with damaged or defective lithium batteries (Example/selection)
| Firma | Company | Behälter | Container | Spezifikation | Specification |
| Ellermann Eurocon info@ellermann-gmbh.net www.ellermann-gmbh.net |
verschiedene Behältertypen | different types of containers | Behälter zum Bergen havarierter Fahrzeuge und Verfahren zum Bergen eines havariertenFahrzeugs | Container for recovering damaged vehicles and method for recovering a damaged vehicle |
| Paul Müller ahaarmann@paulmueller.de www.paulmueller.de |
Havarieanhänger | accident trailer | mittels Seilwinde über eine Einfahrrampe mit dem Auto zu beladen, Anhänger kann geflutet werden | to be loaded with the car by means of a winch over an entry ramp, trailer can be flooded |
The time has come: e-cars, hybrid vehicles, vehicles with fuel cells or gas engines are increasingly expanding the range of means of transportation on the road. The world of vehicles is becoming colorful.
But this world is not only becoming a major challenge for automobile manufacturers, which they have to face. Even at the end of the chain, for example when it comes to accidents and damage, emergency services, breakdown services, towing companies or scrap dealers and disposal companies are required.
Das Abschleppen von verunfallten E-Autos wirft viele Fragen auf. | Towing accidented electric cars raises many questions.
©Foto: picture alliance ZOOM_TIROL APAElectric cars burn little, but differently
So far, when it comes to electric cars or hybrid vehicles, they have not been burning as often as petrol or diesel-powered vehicles, and as is repeatedly shown in public. Gasoline and diesel have around 15,000 fires a year on Germany‘s roads, hybrid vehicles or e-cars far less. Nevertheless, if they burn, they burn differently and have to be extinguished differently. In addition, the batteries can react long after a crash. Certainly this happens very rarely, it cannot be excluded. This invisible danger unsettled.
If you ask automobile manufacturers, they see little need for special measures, such as extensive quarantine spaces. The towing services, on the other hand, would like to have clear guidelines on how large the diameter of such a place should be for safe parking. You will not find any specifications from the legislature, which is similar to the conditions for storage of lithium batteries or equipment with lithium batteries.
Towing companies do not need any special certifications
There are also various demands for special refrigerated containers for transport. They are not legally required, and neither are specially certified towing companies. Some manufacturers offer instruction on this topic for member companies, and the state authorities often require instruction BGI 8686 for employees for non-electrical work on hybrid vehicles, but nothing more.
If the battery is installed in the vehicle, transportation by tow truck is not subject to the dangerous goods regulations (ADR, special provision 667 b) anyway. Emergency transportation is also exempt from the regulations. That means drivers don‘t need an ADR training certificate.
On the other hand, breakdown and towing services and scrap dealers want to receive significantly more information about the vehicles to be supplied than before. Until now it was sufficient if the fire brigade or the police told the services how many affected vehicles had to be towed, but this is not enough today.
Transportbox mit Bergeschlitten für Abschleppunternehmen. | Transport box with rescue sled for towing companies.
©Foto: Ellermann EuroconMany new questions have been added
For proper transportation, it is now absolutely necessary to be informed in advance of which power engines are involved. The information provided by the manufacturer (such as information in the fuel cap or extra letters in the name) is not always accessible in the event of an accident. This need for information has not yet reached every office, as the Association of Salvage and Towing Companies (VBA) reports when asked.
The Berufsgenossenschaft (BG) Transport also sees information deficits. Here is given as an example when accidentally injured electric cars with built-in lithium-ion batteries are only towed on a winch. It is allowed. But if it is a model where the battery is located in the immediate vicinity of the wheel hub, voltage could be generated even when it is switched off and there is a risk of a short circuit.
A few years ago, the Association of Automobile Manufacturers VDA, together with the Association of Salvage and Towing Companies (VBA) and others, had drawn up a first guideline „Accident assistance and recovery for vehicles with high-voltage systems (FAQ)“. In the meantime, however, many more questions have been added, so that the questionnaire is now being revised.
Daniela Schulte-Brader
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