Batterien

03.09.2020 Meldung

Batteriemarkt: Riesiges Potenzial

Seit 2013 hat sich der Batteriemarkt in Deutschland verdoppelt. Lithiumbatterien allein haben zu einer Verachtfachung des Marktanteils geführt. Der ZVEI sieht den hohen Stellenwert von Batterien bestätigt.
Batterien Lithium 1200

Hohe Import- und Exportzahlen zeichnen den Lithiumbatteriemarkt aus.

©Foto: AdobeStock | Golubowy

Deutschlands Elektronikindustrie erlebte im vergangenen Jahr einen starken Anstieg des Batteriemarktes, angetrieben vor allem durch die Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos und E-Bikes. Das teilte der Fachverband Batterien vom Elektroindustrieverband ZVEI mit. Insgesamt um 17 Prozent auf zuletzt 4,2 Milliarden Euro sei der deutsche Batteriemarkt im vergangenen Jahr gestiegen. Lithium-Ionen-Batterien hatten mit 1,6 Milliarden Euro den größten Anteil am Markt. Das Segment sei um 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen.

Dynamischer Markt

Doch auch andere Batterietypen konnten mit Wachstumspotenzial aufwarten, wie die Bilanz zeigt. So wuchs der Markt für sonstige Batteriesysteme um 40 Prozent auf nun 1,7 Milliarden Euro. Dazu zählen Zink-Luft-Batterien (z. B. für Hörgerätebatterien), Lithium-Knopfzellen oder Nickel-Cadmium (z. B. für Bahnanwendungen). Nicht ganz so dynamisch zeigen sich Bleibatterien. Ihr Marktanteil sank um 14 Prozent auf 940 Millionen Euro. Die Batterien finden trotzdem weiterhin eine breite Anwendungsbasis, ist der ZVEI überzeugt. „Bleibatterien kennen Sie aus den Starterbatterien für Automobile; aber auch im Bereich der unterbrechungsfreien Stromversorgung in Krankenhäusern oder in Rechenzentren haben Bleibatterien eine hohe Bedeutung“, kommentierte Christian Eckert, Geschäftsführer des Fachverbands, die Präsentation der Jahresbilanz im Juni dieses Jahres.

Batteriekomponenten werden exportiert

Im Überblick über die vergangenen sieben Jahre hat sich der deutsche Batteriemarkt von 2013–2019 mehr als verdoppelt, das Marktvolumen bei Lithium-Ionen-Batterien seit 2013 mehr als verachtfacht. Anders als bei Lithiumbatterien verfügt Deutschland bei Bleibatterien über eine breite Produktionsbasis, sodass bedeutende Teile der inländischen Nachfrage aus deutscher Produktion gespeist werden. Im Bereich Lithiumbatterien werden nach wie vor die Zellen überwiegend importiert, mit Technologie versehen oder assimiliert und wieder exportiert.

2019 Veränderung 2018 - 2019 Veränderung 2013 - 2019
Produktion 3,0 Mrd. Euro + 18 % + 54 %
Export 4,1 Mrd. Euro + 21 % + 100 %
Import 5,3 Mrd. Euro + 19 % + 162 %
Beschäftigte zum 31.12.2019 9532 Mitarbeiter + 9 % + 15 %

Batterieindustrie am Standort Deutschland

Prognostiziert wird auch für die kommenden Jahre ein sehr lebendiger Batteriemarkt, so werden „48-Volt-Systemen ein wesentlich größeres Wachstum im Automobilmarkt von Mitte des Jahrzehnts bis Ende dieses Jahrzehnts vorausgesagt als beispielsweise Systemen der Hochspannung“, so Dr. Christian Rosenkranz , ZVEI-Fachverbandsvorsitzender, im Bilanzgespräch. Auch deshalb werde den Bleibatterien neben einem weiterhin stark ansteigenden Volumen an Lithiumbatterien auch in den kommenden Jahren ein fester Platz im Automobilmarkt eingeräumt.

Unterschiedliche Recyclingfähigkeit

Während Bleibatterien zu 90 Prozent wieder aufbereitet werden können, lassen die Recyclingmöglichkeiten bei Lithiumbatterien derzeit zu wünschen übrig. Christian Eckert verwies auf die EU-Kommission, die im Rahmen der Überarbeitung der europäischen Batterie­richtlinie im Herbst Verbesserungen von Sammelquoten und Nachhaltigkeit unterbreiten will. Einem Pfandsystem für Gerätebatterien stehe ZVEI allerdings skeptisch gegenüber.

Daniela Schulte-Brader

Grafik Import Lithiumbatterien D 1200

Die Beförderung von Lithiumzellen und -batterien ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen.

©Foto: ZVEI
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