Batterien

07.10.2025 Fachbeitrag

Batteriemarkt: Ein erster Dämpfer

Der deutsche Batteriemarkt hat im Jahr 2024 ganze 16 Prozent an Marktvolumen gegenüber dem Vorjahr verloren.
Grafik Neuzulassungen E-Autos

Markttreiber in beide Richtungen: Neuzulassungen von E-Autos in Deutschland.

©Foto: Statista

Nach fünf Jahren des Wachstums verzeichnete der deutsche Batteriemarkt 2024 bei einem Gesamtumsatz von 20,5 Milliarden Euro einen Rückgang von 3,8 Milliarden Euro (16 Prozent) gegenüber dem Vorjahr. Für den Rückgang hauptsächlich verantwortlich zeige sich der Wachstumstreiber der vergangenen Jahre: die Elektromobilität in Deutschland, so Gunther Kellermann, Geschäftsführer Fachverband Batterien im ZVEI.

Als Beleg führte der Fachverband beim digitalen Pressegespräch Ende Juni an, dass die Zulassungen neuer E-Fahrzeuge in Deutschland um 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen seien.

Neben den Lithium-Ionen-Batterien waren im vergangenen Jahr auch die sonstigen Batteriesysteme stark rückläufig – mit einem Minus von 24 Prozent. Dementsprechend verzeichneten sie lediglich ein Marktvolumen von 2,6 Milliarden Euro.

Zu den sonstigen Batteriesystemen zählen Zink-Luft-Batterien, die beispielsweise in Hörgeräten zum Einsatz kommen und Nickel-Cadmium-Akkus, die unter anderem in Not- und Alarmsystemen verbaut werden. Ein Grund für den anhaltenden Rückgang bei diesen Batteriesystemen liege laut ZVEI-Fachverband in der allgemeinen Kaufzurückhaltung bei Konsum- beziehungsweise Investitionsgütern, die seit drei Jahren zu beobachten sei. Das Marktvolumen von Bleibatterien sei dagegen lediglich um ein Prozent auf etwas über eine Milliarde Euro zurückgegangen.

Die gesamte Batterieproduktion sank 2024 um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch hierbei fielen Lithiumbatterien besonders in Gewicht: Der Produktionswert verringerte sich um sieben Prozent auf 3,6 Milliarden Euro.

Zwar deckten auch im vergangenen Jahr größtenteils Importe den Bedarf hierzulande, doch ging deren Volumen mit einem Minus von 15 Prozent auf 18,3 Milliarden Euro ebenfalls deutlich zurück, ein erheblicher Teil betraf die Lithiumbatterien.

Darüber hinaus meldet der Fachverband eine weitere neue Entwicklung. Nach vier Jahren, in denen Europa Hauptlieferant für Batterien war, kam 2024 die Mehrheit (55 Prozent) aus dem asiatischen Raum. In Bezug auf Lithiumbatterien war China im vergangenen Jahr der größte Lieferant mit einem Importvolumen von 8,9 Milliarden Euro. „Zellen und Batterien aus Asien sind sehr wettbewerbsfähig geworden“, so Kellermann. In Europa steuerte Ungarn mit 2,9 Milliarden Euro das größte Volumen bei.

Nicht so deutlich gesunken wie die Produktions- und Importvolumina und dennoch rückläufig, war im vergangenen Jahr auch das Exportvolumen von Batterien aus Deutschland. Knapp acht Milliarden Euro bedeuten ein Minus von rund drei Prozent im Vergleich zu 2023. Dabei gingen knapp zwei Drittel der Batterieexporte nach Europa, etwa 18 Prozent nach Asien und insgesamt 16 Prozent in die USA und nach Kanada.

Trotz der negativen Entwicklungen in allen Bereichen des deutschen Batteriemarktes geht der ZVEI-Fachverband von besseren Marktzahlen für das laufende Geschäftsjahr aus. Es sei ermutigend, dass die Bundesregierung neue Kaufanreize für Elektroautos angekündigt habe und dass der Markt für Heim- und Großspeicher wachse, so Dr. Christian Rosenkranz, Vorsitzender ZVEI-Fachverband Batterien und Geschäftsführer Clarios Germany.

Immerhin sei der deutsche Batteriemarkt im Fünfjahreszeitraum zwischen 2020 und 2024 um beachtliche 239 Prozent gewachsen. Auch bei Lithiumbatterien war das Marktvolumen 2024 höher als 2022.

Für einen Aufschwung bräuchte die Batterieindustrie in Deutschland wettbewerbsfähige Energiepreise und schnelle Genehmigungsverfahren, betonte Kellermann. Außerdem sollten dringend Hemmnisse beim Hochlauf der Stromspeicher und der Ladeinfrastruktur abgebaut werden. Ziel müsse sein, einen innerdeutschen Batteriekreislauf zu erreichen – vom Zugang zu Rohstoffen bis hin zum Recycling. Kellermann ergänzte die Forderung an die neue Bundesregierung um einen zusätzlichen Punkt: Wir haben bereits eine großartige Forschung in Deutschland, die ausgebaut werden muss, wenn wir in Zukunft international mitspielen wollen.

Daniela Schulte-Brader

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