Batterieindustrie: Batteriemarkt wächst
Dank zunehmender Elektromobilität sind Lithium-Ionen-Batterien in Deutschland stark gefragt.
©Foto: ZETHA_WORK | stockadobe.comDer deutsche Batteriemarkt ist im Jahr 2023 um 32 Prozent gewachsen. Wachstumstreiber waren in erster Linie Lithium-Ionen-Batterien, die unter anderem in Stromspeichern, Smartphones und E-Fahrzeugen zum Einsatz kommen, wie der Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) im Rahmen einer Pressekonferenz mitteilte.
Wie der Verband einräumte, ist ein solches Wachstum für das laufende Jahr erst einmal nicht in Sicht. Der Start war etwas holprig, aber der Markt scheint sich wieder zu erholen, sagte Dr. Christian Rosenkranz, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Batterien. Durch die Elektrifizierung und den verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien steigt die Nachfrage: „Batterien sind und bleiben ein Wachstumsmarkt“, so Rosenkranz.
Batteriemarkt Deutschland
Der deutsche Batteriemarkt ist 2023 um insgesamt 32 Prozent auf zuletzt 23,2 Milliarden Euro gewachsen. „Der größte Anteil entfiel mit einem Umsatz von 18,9 Milliarden Euro auf Lithium-Ionen-Batterien, deren Segment um 58 Prozent im Vergleich zu 2022 zulegte. Die Lithiumbatterie-Produktion wuchs hierzulande um 16 Prozent im Vorjahreszeitraum“, sagte Gunther Kellermann, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Batterien.
Die Volumina der Märkte für Bleibatterien blieben mit rund einer Milliarde Euro Umsatz im vergangenen Jahr in Deutschland stabil. Ein Teil der hier hergestellten Erzeugnisse wird exportiert. Bleibatterien kommen zum Beispiel für eine unterbrechungsfreie Stromversorgung in Krankenhäusern sowie als Starter- bzw. Bordnetzbatterien im Auto zur Anwendung.
Stark rückläufig mit einem Volumen von 3,3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr zeigt sich der Markt für sonstige Batteriesysteme, wozu Zink-Luft-Batterien (z. B. für Hörgeräte), Lithium-Knopfzellen oder Nickel-Cadmium-Akkus (z. B. für Not- und Alarmsysteme) zählen. Ein Grund für den Rückgang könnte laut ZVEI die allgemeine Kaufzurückhaltung der Verbraucher bei Konsumgütern beziehungsweise Investitionsgütern sein.
Starker Umsatzzuwachs von Batterien in den letzten Jahren.
©Foto: ©Grafik: ZVEIBisherige Entwicklung
Betrachtet man hierzulande den Zeitraum zwischen 2019 und 2023, so wuchs der Batteriemarkt um 429 Prozent. Das Marktvolumen bei Lithium-Ionen-Batterien hat sich im Vergleich zu 2019 mehr als verneunfacht – was in erster Linie auf den hohen Anstieg der Importe nach Deutschland zurückzuführen ist.
Den stabilen Markt für Bleibatterien hierzulande führt der Verband auf den schwachen deutschen Automobilabsatz zurück. Im Gegensatz zu Lithiumbatterien verfügt Deutschland bei Bleibatterien nach wie vor über eine breite Produktionsbasis, sodass die komplette inländische Nachfrage aus deutscher Produktion gespeist werden kann.
Die Beschäftigtenzahl der deutschen Batterieindustrie stieg im Jahr 2023 um neun Prozent auf 17 422 Mitarbeiter an. Bei den Auftragseingängen konnte im Jahr 2023 ein Plus von 16 Prozent gegenüber 2022 erzielt werden.
Faktoren für die Wettbewerbsfähigkeit
Für Rosenkranz sind drei Faktoren für die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Batterieindustrie entscheidend:
- Zugang zu wettbewerbsfähigen Energie- und Strompreisen
- Sicherheit bei der strategischen Rohmaterial-Versorgung sowie
- Verbesserung der Infrastruktur
Die Kürzungen für Forschung und Entwicklung sieht der Vorsitzende des ZVEI-Fachverbands Batterien kritisch. „Die deutsche und die europäische Batterieindustrie stehen im scharfen internationalen Wettbewerb“, so Rosenkranz. Es sei wichtig, die Abhängigkeit von Importen aus China zu reduzieren. Kürzungen würden Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit hemmen. Langfristig gefährde dies die Position Deutschlands als führendem Standort für Batterietechnologie.
Thomas Maier
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