Sicher mit beschädigten Antriebsbatterien von Unfallfahrzeugen umgehen
Der Leitfaden vom TÜV-Verband soll dabei helfen, den sicheren Umgang mit beschädigten Antriebsbatterien von Unfallfahrzeugen zu erhöhen.
©Foto: SvenSimon/FrankHoermann | Picture AllianceDer TÜV-Verband hat einen Leitfaden zum sicheren Umgang von Hochvoltbatterien veröffentlicht, die bei einem Unfall beschädigt wurden. Das Whitepaper soll eine Entscheidungshilfe für Werkstätten, Sachverständige und Halter darstellen, ob eine Reparatur sinnvoll oder ein Austausch notwendig ist. Denn die Batterie muss systematisch untersucht werden, um auch äußerlich unsichtbare Schäden erkennen zu können, so der Verband.
Ein zentraler Bestandteil des Whitepapers ist die sicherheitstechnische Bewertung von Unfallbatterien. Neben offensichtlichen Schäden müssen auch versteckte Risiken identifiziert werden - etwa interne Kurzschlüsse oder thermische Instabilitäten, die erst zeitverzögert zu gefährlichen Situationen führen können. Bei der Untersuchung der Batterie kommen spezialisierte Prüfverfahren zum Einsatz, etwa die Messung des Isolationswiderstands, thermografische Analysen oder die Auswertung von Fahrzeugdaten. Diese ermöglichen es, kritische Zustände wie Überhitzung, Zellschäden oder elektrische Fehler zu identifizieren und geeignete Maßnahmen abzuleiten. Darüber hinaus sind Transportvorschriften und Lagerbedingungen für Unfallfahrzeuge zu beachten, um Risiken für Einsatzkräfte, Werkstattpersonal und Umwelt zu minimieren.
Reparatur oftmals die wirtschaftlich beste Lösung
Neben der Sicherheit spielen laut TÜV-Verband auch wirtschaftliche Faktoren bei der Bewertung eine wichtige Rolle. Eine Reparatur einzelner Batteriemodule sei häufig deutlich günstiger als der Austausch der gesamten Batterie. Ob sich eine Instandsetzung lohnt, hängt neben der Art der Reparatur unter anderem vom Gesundheitszustand der Batterie, dem sogenannten "State of Health", und dem Fahrzeugwert zum Zeitpunkt der Untersuchung ab. In vielen Fällen sei die Reparatur wirtschaftlich sinnvoller und nachhaltiger als ein kompletter Austausch. Es spreche aus Umweltsicht vieles dafür, beschädigte Batterien - sofern technisch möglich - zu reparieren oder weiterzuverwenden. Die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien verursacht hohe CO2-Emissionen, während Reparatur und "Second-Life-Nutzung" Ressourcen schonen und Abfälle reduzieren.
Der Leitfaden "Bewertung verunfallter Hochvoltbatterien in Elektrofahrzeugen" ist beim TÜV-Verband abrufbar. (gg/tm)
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