Recyclinganlagen: Leuchtturmprojekte | Recycling sites: Flagship projects
Endprodukt Schwarzmasse, neu eingestuft als gefährlicher Abfall. | End product black mass, classified as hazardous waste.
©Foto: D. Schulte-Brader | TECVIA Media GmbHDas Volumen an Lithiumbatterien, die recycelt werden, wächst, auch in Deutschland. Dabei ist die Steigerung starken Schwankungen unterlegen. Berechnungen zu einem zu recycelnden Volumen erweisen sich häufig als ungenau, die Mengen steigen meist langsamer als berechnet. Kommen allerdings stationäre Speicher ins Spiel, bei denen die ersten langsam in die Jahre kommen, ist eine Recyclinganlage schnell mal überlastet. Mal sind die Kapazitäten von Batterierecyclinganlagen aus diesem Grund zu wenig ausgelastet und mal überlastet.
Aufgrund wirtschaftlicher Zwänge und geopolitischer Entscheidungen halten sich manche Recyclinganbieter derzeit mit weiteren Investitionen zurück, andere haben sich aus dem Markt zurückgezogen. Trotzdem wird erwartet, dass das Volumen insgesamt steigen wird. Die Anbieter benötigen entsprechend einen langen Atem, darüber hinaus erforderliches Kapital für einen weiteren Ausbau von Recyclingmethoden.
Ein besonderes Recyclingverfahren hat sich noch nicht durchgesetzt, hier wird noch viel und in unterschiedlichen Stufen experimentiert. So gibt es Recycler, die einen nassen Schredder Prozess mit einer mechanischen Separation im Anschluss einsetzen. Eine unterschätzte Herausforderung liegt dabei definitiv in der Sortierung, um gute Qualitäten an Schwarzmasse erzielen zu können. Investiert wird hier eher in den Sortierprozess, der meist händisch erfolgt und viel Erfahrung bei den Sortierern voraussetzt.
Im kommerziellen Maßstab hat bislang das finnische Unternehmen Fortum die einzige hydrometallurgische Anlage für Batteriematerialien in Europa betrieben. Durch das Verfahren kann Nickel, Kobalt, Grafit und Lithium zurückgewonnen werden.
Nun hat das Batterierecyclingunternehmen Accurec Ende 2025 eine Erweiterungsgenehmigung für eine Anlage sowohl zur Pyrolyse als auch für ein hydrometallurgisches Verfahren erhalten.
Diese Anlage ist damit die erste dieser Art in Deutschland, sowie dank einer Innovation derzeit einzigartig. Mithilfe einer speziellen Elektromembran, entwickelt vom Kooperationspartner Evonik, kann Lithium als Rezyklat nun in einem so hohen Reinheitsgrad wiedergewonnen werden, dass es als Kathodenmaterial neu verwendet werden kann. Zugleich ermöglicht der Recyclingprozess über die Elektromembran eine deutlich kostensparende Verkürzung des Verfahrens. Die Anlage in Krefeld wirkt auf die Branche ermutigend, jedoch muss sie derzeit einige Rückschläge hinnehmen.
So besteht seit dem Frühjahr 2025 ein Exportverbot für Schwarzmasse (Batterie-Recycling-Material) aus der EU in Nicht-OECD-Länder. Neu eingestuft als „gefährlicher Abfall“, wurde damit der Export in Länder wie China oder Indien untersagt, um Rohstoffe für die EU-Kreislaufwirtschaft zu sichern und die Abhängigkeit zu verringern. Das wird von den Recyclern sehr kritisch gesehen, denn zurzeit gibt es europaweit keine Anlage, die Schwarzmasse verarbeiten kann. Den Unternehmen fehlen entsprechende Fördermittel, um hier eine Anlage aufzustellen.
Ebenso wird der bürokratische Aufwand für die Beförderung von Abfallbatterien kritisiert. Dieser wird schon heute als hoch beschrieben, vor allem, wenn es um Genehmigungen zu grenzüberschreitenden Beförderungen geht. Zusätzlich müssen die Batterien ab Ende des Jahres 2026 als „gefährlicher Abfall“ befördert werden.
Daniela Schulte-Brader
Vor der Pyrolyse müssen die Batterien sorgfältig sortiert werden. | Before pyrolysis, the batteries must be carefully sorted.
©Foto: D. Schulte-Brader | TECVIA Media GmbHThe volume of lithium batteries being recycled is growing, including in Germany. However, this increase is subject to significant fluctuations. Calculations of the volume to be recycled often prove to be inaccurate, with quantities usually rising more slowly than calculated. However, when stationary storage systems come into play, the first of which are slowly ageing, recycling plants can quickly become overloaded. For this reason, the capacities of battery recycling plants are sometimes under-utilised and sometimes overloaded.
Due to economic constraints and geopolitical decisions, some recycling providers are currently holding back on further investments, while others have withdrawn from the market. Nevertheless, the overall volume is expected to increase. Providers therefore need to be patient and have the necessary capital to further expand recycling methods.
No particular recycling process has yet become established, and a great deal of experimentation is still taking place at various stages. For example, there are recyclers who use a wet shredding process followed by mechanical separation. One underestimated challenge is definitely sorting, in order to achieve good quality black mass. Investments here tend to be made in the sorting process, which is usually done manually and re-quires a great deal of experience on the part of the sorters.
On a commercial scale, the Finnish company Fortum has so far operated the only hydrometallurgical plant for battery materials in Europe. The process can be used to recover nickel, cobalt, graphite and lithium.
Now, at the end of 2025, the battery recycling company Accurec has received an expansion permit for a plant that will use both pyrolysis and a hydrometallurgical process.
This plant is the first of its kind in Germany and, thanks to an innovation, is currently unique. With the help of an electric membrane developed by cooperation partner Evonik, lithium can now be recovered as a recyclate with such a high degree of purity that it can be reused as cathode material. At the same time, the recycling process using the membrane enables a significant cost-saving reduction in the length of the process. The plant in Krefeld is encouraging for the industry.
Since spring 2025, there has been an export ban on black mass (battery recycling material) from the EU to non-OECD countries. Reclassified as ‘hazardous waste’, exports to countries such as China and India have been banned in order to secure raw materials for the EU circular economy and reduce dependence. This is viewed very critically by recyclers, as there is currently no plant in Europe that can process black mass. The bureaucratic effort involved in transporting waste batteries is also criticised. This is already described as high, especially when it comes to permits for cross-border transport.
Daniela Schulte-Brader
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