Kunststoffverpackungen

02.04.2020 Fachbeitrag

Kunststoffverpackungen: Für beengte Umgebungen

Kleine Kombi-IBC, die auch im Rücknahmesystem genutzt werden können, und UN-Kanister aus Recyclingmaterial gehören zu den aktuell vorgestellten Neuheiten.
IBC Nutriline aseptic Werit 1200

Neu zur Interpack: der NUTRiline aseptic von Werit ist eine Kombination aus flexiblem Foliensack, stabilem Stahlrohrrahmen und einer pflegeleichten Kunststoffpalette.

©Foto: Werit

Im Bereich der Kunststoffverpackungen für Gefahrgüter gibt es im Vorfeld der Interpack nur wenig Neues, aber einige kleinere Applikationen zu berichten. Eine interessante Neuvorstellung ist dabei aus dem Hause des Herstellers Werit mit der Einführung eines neuen 300-l-IBC zu vermelden. Das Unternehmen vervollständigt mit der Einführung sein Angebot an UN-zertifizierten IBC, zusammengefasst unter der Produktlinie TOPline.

Das Unternehmen bietet damit nach eigenen Angaben das umfassendste Sortiment an UN-IBC. Gefahrgüter können nun mit 300, 600, 800 und 1.000 Liter Füllvolumen sicher transportiert werden. Die TOPline-Container seien geprüft und bis zu einer Dichte von maximal 1,9 zugelassen. Die einzelnen Varianten würden stetig optimiert, begleitet von Erfahrungswerten aus zahlreichen Anwendungsbereichen und umfangreichen, regelmäßigen Zulassungsprüfungen.

Die Zusammenarbeit mit den Kunden und die Optimierung der Produkte steht für den IBC-Hersteller im Fokus. Schon Kleinigkeiten, wie eine gut sichtbare Kennzeichnung, könnten Prozesse erleichtern und verbessern. Zudem hält das Unternehmen weiter an seinem Design und der Bauweise des eingesetzten Schiebehahn-Ventils fest. Hier ergeben sich nach Aussagen des Herstellers immer wieder zahlreiche Pluspunkte. Das Ventil zeige sich besonders sicher und langlebig. Auch nach mehrfachem Gebrauch überzeuge es durch seine Dichtigkeit.

Werit bietet eine Ausstattung mit den Ventilgrößen in DN 50 und 80 sowie den Dichtungsqualitäten EPDM, FKM oder PECP. Die Rahmenkonstruktion der Werit-IBC mit den vertikalen Streben würde – so das Westerwälder Unternehmen – wenig bis keine Angriffsfläche für Korrosionen bieten. Zudem überzeuge die Konstruktion immer wieder bei diversen Belastungstests.

Der kleinste UN- und FDA-zugelassene IBC, der Compactline mit 300 Litern Füllvolumen, ist nach Unternehmensangaben die ideale Verpackungslösung für sensible Füllmedien mit kurzer Haltbarkeit.

Die integrierte nestbare Palette macht den IBC stapelbar und ermöglicht den Transport mit gewöhnlichen Hubwagen und Gabelstaplern. Zwei aneinander gestellte CompactLines entsprechen der Grundfläche einer Europalette. Die Bauweise und die Standfestigkeit ermöglichen formschlüssiges Stauen und den Verzicht auf zusätzliche Ladungssicherung und führen somit zu reduzierten Prozesskosten in der gesamten Supply Chain.

Für besondere Anwendungen, zum Beispiel bei dem Transport entzündbarer Flüssigkeiten, empfiehle sich der POLYex-IBC mit einer maximalen Dichte von 2,4. Die ableitfähige Multilayer-Technologie, der geschlossene, ableitfähige Ventilkörper und der spezielle Deckel machten diesen IBC sicher gegen elektrostatische Zündgefahren gemäß CENELEC TR50404 (2003) und TRBS 2153.

Wiederverwendete IBC schonen Ressourcen

Moderne Logistikprozesse verschiedener Branchen, wie beispielsweise Chemie-, Automobil- oder Pharmaindustrie, fordern nachhaltige und ressourcenschonende Prozesse sowie Kreislaufsysteme. Für eine perfekte und sichere Performance sind starke Partnerschaften eine gute Basis.

Der Werit-IBC eignet sich aufgrund seiner Konstruktion und Langlebigkeit besonders für eine Wiederverwertung beziehungsweise Rekonditionierung. Das Unternehmen entwickelte ein Rücknahme- und Kreislaufsystem für alle gebrauchten IBC, unabhängig von Hersteller und Bauart. Das Unternehmen bietet die kostenlose Rücknahme aller IBC über das Packone-Ticket (www.werit.eu/packone-ticket).

Zuverlässige Partner übernehmen die Rückholung der gebrauchten IBC und die professionelle Wiederaufbereitung. Nach der Reinigung oder dem Austausch des Innenbehälters werden diese IBC einer erneuten Befüllung zugeführt, für einen ressourcenschonenden Umgang mit Rohstoffen und Umwelt. Viele Kunden haben diese logistischen und wirtschaftlichen Vorteile für sich entdeckt und nutzen das Open- oder Closed-Loop-System von Werit.

Durch die Wiederaufbereitung der retournierten Intermediate Bulk Container ist dieses Packmittel beispielhaft für eine umweltgerechte Verpackung. Nach Reinigung oder Austausch des Innenbehälters oder einzelner Komponenten werden diese IBC dem Wirtschaftskreislauf wieder zugeführt.

Funktion und Einsatzfähigkeit der rekonditionierten Container, natürlich auch UN-Ausführungen, sind nahezu gleichwertig wie bei Neuprodukten. Sowohl nach der Reinigung als auch nach dem Rebottling werden die vorgeschriebenen Prüfungen und Tests durchgeführt, sodass der rekonditionierte IBC sicher für Gefahrstoffe verwendet werden kann.

Mit den unterschiedlichen Kreislaufsystemen von Werit, dem Closed Loop oder Open Loop, kann auf kundenspezifische Anforderungen eingegangen werden, um eine bestmögliche ökonomische und ökologische Effizienz zu erzielen. Zudem führt es zur Einsparung von CO2 und einer Verbesserung der CO2-Bilanz. Die Rücknahme des kleinen 300-Liter-IBC, dem laut Hersteller einzigen in dieser Größenordnung im Markt, erfolgt ebenfalls problemlos über das Packone-System. Der Compactline ist somit eine Alternative zum Fass und eine besonders nachhaltige Verpackung neben den bereits im Markt etablierten IBC-Größen von 600, 800 und 1.000 Liter.

„Die Idee, alle deutschen Rekonditionierer sowie die des angrenzenden Auslands zu einer Veranstaltung auf die Messe einzuladen, war bereits zur Interpack 2017 ein voller Erfolg. Werit möchte auch 2020 über neue Möglichkeiten im Bereich Rekonditionierung informieren und einen intensiven Informationsaustausch schaffen“, erklärt Hartmut Müller, Market Manager Rekonditionierung.

Zudem wird das Unternehmen ein neues Produkt auf der Interpack präsentieren, den NUTRiline aseptic – eine Kombination aus flexiblem Foliensack, stabilem Stahlrohrrahmen und einer pflegeleichten Kunststoffpalette. Diese Großverpackung ermöglicht eine keimfreie Befüllung und Entleerung von sensiblen, dünnflüssigen bis hochviskosen (breiigen) Flüssigkeiten und ist somit eine Verpackung vor allem für die Lebensmittelindustrie. Der flexible Foliensack mit der robusten Außenhülle sowie der aseptische Inliner aus einer metallisierten LDPE-Folie schützen die sensiblen Füllgüter gegen Keime, Sauerstoff und UV-Licht. Dadurch wird die Frische erhalten und die Haltbarkeit des Lebensmittels auf effiziente Weise verlängert.

Mauser baut Standort aus

Mauser Packaging Solutions, ein weltweit führender Anbieter von Lösungen und Services für den gesamten Lebenszyklus industrieller Verpackungen, investiert über zehn Millionen Euro in den Ausbau des deutschen Standorts in Erkelenz, Nordrhein-Westfalen. Mit den jüngsten Investitionen erhöht Mauser die Fertigungstiefe an diesem wichtigen Unternehmensstandort und erweitert seine Aktivitäten hinsichtlich der Kreislaufführung von Verpackungen und Verpackungsmaterialien.

Im Werk führt Mauser unter anderem die Fertigung von großvolumigen Industrieverpackungen, den Kombinations-IBC, und von Komponenten für die weltweite IBC-Produktion des Unternehmens durch. Zudem betreibt das Unternehmen in Erkelenz Anlagen zur Wiederaufbereitung von gebrauchten Industrieverpackungen sowie zum Re­cyc­ling entsprechender Kunststoffmaterialien.

Mit den jüngst beschlossenen Investitionen baut das Unternehmen nach eigenen Angaben insbesondere seine zukunftsträchtigen Aktivitäten im Bereich der Lebensmittelverpackungen und rund um die Kreislaufführung von Verpackungen und Verpackungsmaterialien weiter aus. So werden beispielsweise am Standort Erkelenz hochwertige Kunststoffrecyclate unter dem Markennamen „Recolene“ hergestellt. Anschließend werden diese vor Ort sowie an zahlreichen anderen europäischen Standorten des Unternehmens zu neuen Verpackungen verarbeitet, die einen Anteil von bis zu 90 Prozent an sogenanntem Post-Consumer-Recyclat (PCR) aufweisen.

Italienische Kunststoffeimer

Einige Lösungen für die Branche präsentiert auch das italienische Unternehmen Casone auf der Interpack. Das Unternehmen entwickelt und erweitert die Verpackungslinie für Gefahrgüter in der Gruppe II und III gemäß den ADR-Vorschriften. Heute sind den Angaben nach 17 Behältermodelle mit einer Größe von drei bis 60 Litern mit der UN-Zulassung verfügbar. Diese Behälter sind für Lagerung und Transport von Gefahrgütern, wie beispielsweise Chlortabletten, Sondermüll, Farben und Klebstoffe, sowie für alle Güter, die der UN-Zertifizierung unterliegen.

Eine wichtige Rolle nehmen dabei die Behälter der Produktserie „Primo“ ein. Diese Kunststoff­eimer sind besonders leicht, haben eine elegant wirkende sowie zweckmäßige Form. Sowohl leer als auch gefüllt überzeugen sie den Angaben zufolge durch maximale Sicherheit und Stabilität beim Stapeln und beim Transport. Sie besitzen öl- und flüssigkeitsdichte Deckel, die jeweils mit einem Originalitätsverschluss ausgestattet und für die Verwendung von IML-Etiketten ausgelegt sind. Die Deckel sind zudem unter anderem für Farbmischer geeignet. Die Durchmesser der Eimer reichen von 186 bis 306 Millimeter und die Höhen von 140 bis 413 Millimeter. Das Unternehmen bietet optional eine Reihe von Zubehör wie Dichtungen, Ausgießer oder Niederhalter an.

Kanister Rekonditionierung UN-Code 1200

Contra Ressourcenverbrauch: AST bietet nun auch zwei UN-Gebinde aus recyceltem HDPE an.

©Foto: Rudolf Gebhardt

UN-Kanister aus Recyclingmaterial

Nicht zuletzt hat der Kunststoffkanister-Produzent AST kürzlich eine interessante Weiterentwicklung vorgestellt. Das Unternehmen hat Ende 2019 erstmals ein Recyclingmaterial für die vollständige Produktion zweier UN-Gebinde mit Fassungsvermögen von 20 und 25 Liter genutzt. Es handelt sich um HDPE, welches bereits auf dem Markt verwendet und durch das Unternehmen wiederaufbereitet wurde. Die Zertifizierung erfolgte durch das belgische Verpackungsinstitut BVI. Dieses Recyclingmaterial wird schon länger bei dem Kunststoffgebinde-Hersteller verarbeitet, aber bisher nur für Nicht-UN-Gebinde, wo der Einsatz dieser Materialien gefordert wird.

Ralph Ammann
Fachjournalist, Schwerpunkt Verpackung

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