Kunststoffverpackungen: Effizientere Nutzung
Das neue Bag-in-Box-System für Motoröl besteht aus einer Kunststofftüte mit Zapfhahn, die von einer Verpackung aus FSC-Vollpappe umgeben ist.
©Foto: Solidus SolutionsEine außergewöhnliche Verpackung für Schmierstoffe hat in diesem Jahr Mobil Den Hartog vorgestellt, ein autorisierter Distributionsbetrieb aus den Niederlanden für Mobil-Schmierstoffe. Das Unternehmen hat zusammen mit Solidus Solutions, einem Hersteller von Verpackungen aus Vollpappe, eine 20-Liter-Bag-in-Box-Verpackung entwickelt, die den Angaben nach die wichtigsten UN-Prüfungen bestanden und damit die offiziellen UN-II- und UN-III-Qualitätszeugnisse bekommen hat. Der Bag-in-Box kann für Stoffe mit mittlerer Gefahr (UN-II) und Stoffe mit geringer Gefahr (UN-III) angewendet werden.
Bei dieser Prüfung wurden unter anderem ein Druckaufbautest, ein Falltest, ein Stapeltest sowie ein Dichtigkeitstest ausgeführt. Wie die Tests ergaben, kann der Bag-in-Box zum Beispiel für Motoröl bei Temperaturen bis 55 Grad Celsius angewendet und die Verpackung bis zu einer Höhe von drei Metern aufgestapelt werden. UN-II- und UN-III-Flüssigkeiten dürfen in diesem Bag-in-Box über Land und Wasser transportiert werden.
Solidus Solutions (ehemalig Smurfit Kappa Solid Board Packaging) hatte in 2014 zusammen mit Mobil Den Hartog und Kwikfit das Bag-in-Box-System entwickelt, das in Autowerkstätten für Motoröl angewendet werden kann. Dieses System ermöglicht Werkstattinhabern den Angaben zufolge eine effizientere Nutzung ihrer Ölvorräte bei besseren Umweltleistungen. Es besteht aus einer Kunststofftüte mit einem Fassungsvermögen von 20 Litern mit Zapfhahn, die von einer wiederverwertbaren Verpackung aus FSC-Vollpappe beschützt wird. Laut Hersteller bleibt nach der Nutzung weniger als 0,5 Prozent Öl in der Tüte zurück. Nach Anwendung kann man die Pappe- und Kunststoffabfälle getrennt einsammeln. In den Niederlanden gibt es dem Vernehmen nach fast 300 Autowerkstätten, in denen das System verwendet wird.
Das Konzept stellt den Werkstattinhabern ein Gestell mit verschiedenen Öltypen für alle Automarken und Modelle zur Verfügung. Enorme Vorratsmengen sind also nicht mehr nötig und das gilt auch für die kleineren Kunststoffflaschen für Motoröl. Schließlich ermöglicht das System auch eine effizientere Nutzung der Ölvorräte. Für Werkstattinhaber bedeutet die Umschaltung auf das Bag-in-Box-System einen besseren Service für ihre Kunden und einfachere Anwendung und Zeitgewinn für ihre Mechaniker. Mobil Den Hartog unterstützt auch die Befüllung des Systems mit verschiedenen Flüssigkeiten für Autos. Nicht zuletzt können die Bag-in-Boxes besser geordnet und gestapelt werden und sie benötigen weniger Platz. Zudem entstehen weniger Abfälle und Abfallkosten.
Neue Kunststoffkanister zur FachPack
Einige Produktneuheiten kündigt der Kanisterhersteller AST Kunststoffverarbeitung für die FachPack 2016 in Nürnberg an. Im Fokus stehen mehrere Produkte zur Optimierung von Palettenausnutzung und Ladungssicherung. Sowohl ein 30-Liter-Kunststoffkanister als auch ein 120-Liter-Fass werden unter diesem Gesichtspunkt vorgestellt. Ziel ist, bei immer weiter steigenden Frachtkosten die Auslastung von Stellflächen in LKW und Containern noch besser zu nutzen.
Darüber hinaus wird ein 10-Liter-Kanister mit integriertem Ausgießer und optimiertem Ausgießverhalten (beispielsweise für AdBlue) gezeigt. Weiterhin steht das Thema „Verschrauben & Verschließen von Kanistern und Fässern“ dieses Jahr auf der Agenda des Herstellers. Dazu werden den Kunden auf der Messe verschiedene Geräte vorgestellt, die speziell für den Umgang mit anderen Produkten des Unternehmens entwickelt wurden.
Außerdem hat der Kanisterhersteller auch Erweiterungen seiner Standorte in Wrexham, Nord-Wales, Großbritannien, sowie im deutschen Erndtebrück bekanntgegeben. Bei Ersteren wurde ein Anbau mit einer Größe von 4.500 Quadratmetern im Juli dieses Jahres fertiggestellt. Der Ausbau ist nach Unternehmensangaben die Reaktion auf die sehr zufriedenstellende Geschäftsentwicklung in Großbritannien. Aufgrund einer guten Auslastung wurden dort auch kürzlich die vorhandenen Kapazitäten im Bereich 5 bis 25 Liter erweitert. Der zusätzliche Lagerplatz, verbunden mit einer optimierten Logistik im Warenein- und Warenausgang, soll die Voraussetzungen schaffen, allen Kundenanforderungen gerecht zu werden.
Auch in Erndtebrück werden die Lagerflächen um 4500 Quadratmeter erweitert. Durch zehn zusätzliche Verladerampen kann die Logistik nach der Fertigstellung, die noch für das laufende Jahr geplant ist, den Angaben nach noch effizienter gestaltet werden. Dadurch sollen auch die bisherigen Lagerhallen entlastet und neue Räume für geplante Produktionserweiterungen in 2017 geschaffen werden.
Der neue POLYex IBC mit einem Fassungsvermögen von 800 Litern soll auch für Überseetransporte in Kühlcontainern zum Einsatz kommen.
©Foto: WeritGrößter EX-IBC auf dem deutschen Markt
Zwei Neuheiten kann auch der Spezialist für Kunststoffprodukte für Gefahrgüter Werit Kunststoffwerke mit Sitz in Altenkirchen vorweisen. Den Auftakt macht der neue POLYex IBC. Mit einem Fassungsvermögen von 800 Litern handelt es sich um den laut Hersteller ersten EX-IBC in dieser Größe auf dem deutschen Markt. Mit dieser Variante stellt sich das Unternehmen noch breiter auf in Hinblick auf Qualität und Sicherheit und eröffnet mit dem IBC, der sich beispielsweise für Überseetransporte in Kühlcontainern eignen soll, eine neue Dimension von Verpackungslösungen.
Auf Grund seiner geringen Höhe ist dieser Intermediate Bulk Container in Seecontainern, die oft über eine platzbeanspruchende Innenausstattung verfügen, gut stapelbar. Dies ermöglicht eine optimale räumliche Auslastung und eröffnet neue Handlungsspielräume beim Gefahrguttransport. Für die Sicherheit der zu transportierenden gefährlichen Flüssigkeiten sorgt den Angaben nach ein Innenbehälter mit mehreren Kunststoffschichten, von denen die äußere Schicht permanent ableitend ist. Daher eignet sich der POLYex IBC auch für brennbare Flüssigkeiten und explosionsgefährdete Arbeitsbereiche.
Ein weiterer zentraler Bestandteil im Sortiment des Unternehmens zum Gefahrguttransport ist das Kanisterprogramm. Die 20 und 25 Liter UN-zertifizierten Kanister ermöglichen den sicheren Transport von Gefahrgütern. Sie sind gut stapelbar, präzise dosierbar und universell einzusetzen. Fassungsvermögen und Funktionalität der Kanister entsprechen unter anderem den Anforderungen aus der Chemieindustrie. Sie sind zugelassen für zahlreiche bekannte Standardflüssigkeiten. Dazu wurden die erforderlichen Fallprüfungen (bei -18 Grad Celsius), hydraulische Innendruckprüfungen, Stapeldruckprüfungen und eine Permeationsprüfung mit einer Lagerdauer von 21 Tagen bei 40 Grad Celsius (nach DIN 50014) positiv abgeschlossen. Die Produkte sind zudem TÜV Rheinland- und BAM-geprüft, sichergestellt durch ein BAM-abgestimmtes Qualitätssicherungsprogramm (QSP). Die Grundlage des QSP ist das vor Ort seit zehn Jahren eingesetzte Qualitätssicherungssystem DIN EN ISO 9001:2008, das in Grundzügen schon der neuen DIN EN ISO 9001:2015 entspricht.
Das Kanisterprogramm des Altenkirchener Unternehmens setzt sich aus Baureihen von 20 und 25 Liter UN-zertifizierten Kanistern zusammen.
©Foto: WeritFeuer-Zertifizierung für IBC von Mauser
Auch die Mauser-Gruppe, ein weltweit führendes Unternehmen in der Industrieverpackung, vermeldet eine interessante Neuigkeit. Das Unternehmen erhielt für seinen IBC SM13 EX UL IBC eine Zertifizierung von UL, einer globalen unabhängigen Organisation der Sicherheitswissenschaft mit Sitz in Northbrook, Illinois, USA. Die neue UL-Zertifizierung erlaubt den Einsatz des SM13 EX UL IBC zur Lagerung einiger Klassen an brennbaren Flüssigkeiten im Rahmen der Regelung NFPA 30 für entzündliche und brennbare Flüssigkeiten.
Der IBC hat ein Fassungsvermögen von 1000 Litern (275 Gallonen). Damit gibt es nunmehr für Kunden eine neue Möglichkeit, brennbare Flüssigkeiten in dieser gegenüber konventionellen Stahlfässern in einer Größe von 220 Liter (55 Gallonen) effizienteren IBC-Größe zu lagern. „Unsere Kunden erwarten Innovationen von Mauser. Mit der Entwicklung einer IBC-Lösung, die den Anforderungen des UL global performance Standards entspricht, haben wir dies durchaus erreicht, wie wir meinen”, sagte Siegfried Weber, Senior Vice President, Mauser Global Sales and Marketing. „Wir glauben, dass unsere Lösung zur Lagerung brennbarer Produkte attraktiv für unsere weltweiten Kunden sein wird.”
Erweiterter Schutz: Der SM13 EX UL IBC verfügt über eine komplett feuerfeste Ausführung, die nicht nur den gesamten IBC, sondern auch das Ventil umfasst.
©Foto: Mauser-GroupDas Design des SM13 EX UL IBC vereinigt einige Innovationen. Besonders hervorzuheben ist die flächendeckende feuerfeste Ausführung, die nicht nur den gesamten IBC, sondern auch das komplette Ventil umfasst. Der Behälter verfügt über verstärkte Stahlbeine, um im Fall eines Feuers maximale Stabilität zu gewährleisten. Daneben verfügt er sowohl über ein anti-statisches Harzdesign als auch über ein Erdungssystem, das jegliche Aufladungen des Behälters oder dessen Inhalts ableitet. Der IBC ist daher zugelassen für den Einsatz in den explosiven Zonen 1 und 2.
Das Testprotokoll für den UL-Feuerbelastungstest wurde 2014 überarbeitet, mit Wirkung in 2015. Dadurch erhöhten sich die Standards durch eine stärkere Relevanz der Endnutzer-Applikation. Um den Test zu bestehen, mussten zwei übereinanderstehende Behälter ein 20-minütiges Heptanfeuer überstehen, ohne produktschädigende Risse oder Lücken zu zeigen. Beide Behälter durften dabei ihre Position nicht mehr als fünf Grad in jeder Richtung verändern und mussten übereinander gestapelt bleiben. Der SM13 EX UL IBC durchläuft aktuell Kundentrials und Qualifizierungen im nordamerikanischen und verschiedenen europäischen Märkten.
Rekonditionierte Qualität
Um die enge Verknüpfung von Originalität mit Qualität auch beim rekonditionierten Schütz-IBC auf den ersten Blick kenntlich zu machen, hat der Verpackungshersteller mit „Recobulk“ einen neuen Markennamen als Ergänzung der bekannten Marke „Ecobulk“ eingeführt. Vorgestellt werden soll er erstmals auf der Messe FachPack in Nürnberg.
Der Recobulk verfügt laut Schütz über die gleichen Standard-Spezifikationen wie das bekannte Modell Ecobulk.
©Foto: SchützBeide IBC-Typen tragen nun die Prägung „Schütz Ecobulk / Recobulk“ auf der Beschriftungstafel, um die Kreislauffähigkeit und die Qualität bei beiden Produkten zu dokumentieren. Zeigen will das Unternehmen damit: Ganz gleich, ob Kunden einen Ecobulk oder Recobulk einsetzen, sie profitieren immer von der gleichen Originalqualität, die mit hoher Sicherheit einhergeht. Denn die Modelle verfügen laut Hersteller beide über die gleichen Standard-Spezifikationen und sind daher hundertprozentig kompatibel.
Verstärkter Schutzkäfig
Den neuen IBC SL 12 will Sotralentz Packaging in Nürnberg zeigen. Die Behälter werden aus extrusionsgeblasenem hochdichtem Polyethylen (HDPE) hergestellt. Sie sind laut Hersteller für Lagerung, Handhabung und Transport von flüssigen oder pastösen Chemie-, Petrochemie- und Lebensmittelprodukten FDA zugelassen.
Bei einem Nenninhalt von 1000 Liter und einer Dichte von 1.4, 1.6 und 1.9 im verstärkten Schutzkäfig aus Stahl sind die IBC nach UN-Code 31HA1/Y zugelassen. In der Ex-Schutz-Version sind sie für die Lagerung von brennbaren Flüssigkeiten der Explosionsgruppe IIA und IIB der Zonen 1 und 2 geeignet, mit einer Dichte von maximal 1.9. Sie entsprechen nach Firmenangaben den Anforderungen des Cenelec-Reports und sind geprüft gemäβ UN-Richtlinien und den Bestimmungen von ADR/RID, IMDG-Code und IATA-DGR.
Ralph Ammann
Fachjournalist, Schwerpunkt Verpackungstechnik
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