FachPack: Praktische Lösungen gefunden
Fest integriertes Rührwerk: Ein auf dem Käfig montierter Motor treibt den im Schütz-IBC eingebauten Impeller an.
©Foto: Rudolf GebhardtMit über 43.000 Fachbesuchern (2013: 34.598) und 1565 Ausstellern (2013: 1439) bewies die Verpackungsmesse FachPack Ende September erneut, dass sie den Status einer regionalen Veranstaltung längst hinter sich gelassen hat. Die Nürnberger Messegesellschaft begrüßt diese Entwicklung sehr und verweist zudem auf die Ergebnisse einer Umfrage, wonach sich rund 98 Prozent der Besucher aus Deutschland und vorwiegend den Nachbarländern zufrieden zeigten.
Auch im Bereich Gefahrgutverpackung gab es einige Neuheiten auf der Messe zu sehen. So hat etwa der Spezialist Schütz ein Einweg-Rührwerk für IBC entwickelt, den so genannten Impeller, der mit der Schraubkappe des Behälters fest verbunden ist. Kappe samt Impeller werden schon ab Werk in die Einfüllöffnung des IBC eingesetzt. Lediglich zur Befüllung wird das System entweder kurz entnommen oder verbleibt je nach Anforderung fest installiert. Danach kann der IBC über die gesamte Transportkette dauerhaft geschlossen und versiegelt bleiben, auch beim Rührprozess.
Zum Rühren wird ein herkömmliches Antriebssystem eingesetzt und per Adapter mit dem Impeller verbunden. Der Antrieb ist über der Schraubkappe platziert und mit einem Gestell am Gitterkäfig fixiert. Die Antriebswelle greift in den Stopfen der Schraubkappe, der die Rotation mittels fest verbundenem Gestänge an den Impeller im Behälter überträgt. Die Belüftung kann über die Impeller-Öffnung in der Schraubkappe erfolgen, so dass kein weiterer Stopfen geöffnet werden muss.
Leere IBC werden inklusive Impeller vom Schütz Ticket Service abgeholt. Das System ist laut Schütz für alle 1000- und 1250-Liter-Ecobulk-Typen erhältlich und passt für Einfüllöffnungen der Größen DN 150 und DN 225.
Speziell für hochviskose Füllgüter hat Schütz das Modell Ecobulk HX präsentiert. Dank schrägem Unterboden mit Stützkissen, optimierter Auslaufgeometrie und tiefliegender Armatur verspricht dieser Container auch bei zähflüssigen Medien eine Restentleerbarkeit von unter 0,3 Litern. Die Einfüllöffnung im Format DN 225 erlaubt den Einsatz eines Rührwerks, wobei die Form des Innenbehälters nach Angaben des Herstellers selbst bei Mengen unter 50 Litern „ein optimales Rührergebnis“ abliefert. Auf Wunsch kann der HX auch mit einem Impeller ausgerüstet werden.
Die neuen Bergungsfässer mit sechs und zwölf Liter Volumen hat Duttenhöfer speziell für kleine Einsatzfahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und THW entwickelt.
©Foto: Rudolf GebhardtDer Hersteller Duttenhöfer aus Haßloch hat eine kleine Bergungsverpackung für Einsatzfahrzeuge von Polizei, Feuerwehren und THW entwickelt. Die sechs und zwölf Liter großen Gebinde dienen der Sofortbergung von Gefahrgütern oder dem Abtransport von beschädigten Gefahrgutbehältnissen. Im Gegensatz zu 200-Liter-Bergefässern sind sie leicht und sogar im PKW zu transportieren. Zugelassen sind sie als 1A2T-Bergungsverpackungen.
Weniger Material, geringeres Gewicht und leichteres Handling verspricht das flüssigkeitsdichte 212-Liter-Containerdeckelfass mit einer Mantelblechstärke von 0,8 Millimetern. Es eignet sich laut Duttenhöfer für Transportgüter der Verpackungsgruppen II und III und besitzt eine Zulassung sowohl für flüssige wie für feste Stoffe.
Ab sofort verfügbar ist zudem eine Maschine zum Verschließen von Deckelgebinden von sechs bis 216,5 Liter Volumen. Auf Wunsch können Leergebinde auch geöffnet werden. Das Gerät liefert Duttenhöfer auf eine Gebindegröße angepasst aus, es kann aber auf mehrere Verpackungsgrößen umgerüstet werden. Die Maschine ist laut Hersteller für alle Standard-Spannringe mit Hebelverschluss geeignet.
Vollautomatisch verschlossen
Ebenfalls in Nürnberg zu sehen war die vollautomatische Deckel-Verschließmaschine „AirLock“ für Eimer und Hobbocks aus Weißblech von Pirlo aus dem österreichischen Kufstein. Antrieb und Steuerung des Geräts funktionieren pneumatisch, weswegen es laut Hersteller auch in Ex-Schutz-Zonen eingesetzt werden kann. AirLock ist für die Abfüllung von Metallverpackungen mit fünf bis 30 Litern Volumen konzipiert, vor allem im Bereich der chemisch-technischen Industrie.
Die Verschließmaschine automatisiert die Handhabung mit Standard-Spannringen. Sie verzichtet auf Materialverformung und umgeht damit Probleme mit Sonderformen von Spannringen und Behältern. Auch das Originalitätssiegel, der Kunststoffsplint, wird vollautomatisch eingebracht. Das kompakte Gerät fügt sich nahtlos in bestehende Produktionslinien ein, kann aber laut Pirlo auch mobil an verschiedenen Abfüllstationen eingesetzt werden.
Verhindert die Permeation der Inhaltsstoffe: die sechslagige Wandung mit EVOH-Sperre des KP LightCan 20.
©Foto: Rudolf GebhardtAls Alternative zu Kombinationsverpackungen und schweren Pfandkanistern aus Kunststoff hat Kunz Packaging aus dem Pfälzer Städtchen Maikammer den 20-Liter-Kanister KP LightCan 20 entworfen. Der 1000 Gramm schwere Behälter mit der UN-Zulassung 3H1 verhindert dank einer sechslagigen Kunststoffwandung mit EVOH-Sperre die Permeation des Inhalts nach außen. Standardmäßig ist der Kanister in Schwarz ausgeführt, kann aber laut Hersteller auch in anderen Farben geliefert werden. Er ist ableitfähig, so dass er in Ex-Schutz-Zonen verwendet werden kann. Besonders eignet er sich für wassersensible und hochreine Inhaltsstoffe der Verpackungsgruppen II und III.
Besonders dicht
Noch stabiler und widerstandsfähiger hat August Pohli seine Kombinationsverpackungen gemacht. Die Behälter des Wuppertaler Hersteller erreichen die maximale Widerstandskraft dank einer Kombination mehrerer Sicherheitsfaktoren: Der 25-Liter-Glasballon wird mit einer Beschichtung versehen, die bei einer Beschädigung das Splittern des Glases verhindert, und so in die Fallschutzpackung „Super FSP“ aus speziellem Schaumstoff gesetzt. Für den Versand kommt die Kombinationsverpackung schließlich in eine Cargobox aus festem Karton. In diese sind seitliche Laschen eingefügt, durch welche die Griffe der Tragegurte des Behälters geführt werden. Die Verpackung ist laut Pohli zugelassen mit dem UN-Code 6PH1 für alle Verpackungsgruppen mit einer Dichte von 2,2.
Erweitertes Sortiment
Durch die Übernahme der Standorte der Firma Crown in Frankreich, England, Finnland und der Schweiz konnte Huber Packaging auf der Messe ein erweitertes Sortiment an Weißblechverpackungen präsentieren. Ein Großteil der Produktpalette ist bauartgeprüft für den Gefahrguttransport. Dies betrifft auch die Behälter der neu übernommenen Werke: In England sind sogenannte langovale Kanister mit 3A1-Zulassung Schwerpunkt des Angebotes, während in Finnland, Frankreich und der Schweiz eine Vielzahl von oben offenen UN-Eimern mit 1A2-Zulassung hergestellt werden. „Die Größen und Durchmesser orientieren sich zwar weitgehend an den Gegebenheiten der einzelnen Märkte, lassen nun aber auch Spielraum für den Austausch von Produkten zwischen den Werken und erfüllen damit eine zunehmende Forderung international agierender Kunden“, erklärte Marketingchef Bernhard Kürschner.
Rudolf Gebhardt
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