Brandschutz

19.05.2023 Fachbeitrag

Brandbegrenzung: Alles noch offen | Fire Control: Everything still open

Was tun, wenn ein Elektroauto in einen Unfall verwickelt wurde oder der Arbeitsplatz an einer offenen Batterie übers Wochenende unbeaufsichtigt bleibt? | What to do if an electric car was involved in an accident or the workplace an open battery left unattended over the weekend?
Brandbegrenzungsdecke Brandbegrenzung Decke 1200

Für den Einsatz nach der Brandbekämpfung eines brennenden E-Auto entwickelt: Löschsack mit Wasseranschluss. | Developed for use after fighting the fire of a burning e-car: extinguishing bag with water connection piece.

©Foto: Daniela Schulte-Brader

Elektroautos, die unverhofft zu brennen anfangen, weil es innerhalb einer Traktionsbatterie zu einem Kurzschluss kommt: dieses Szenario stellt für Automobilisten eine große Herausforderung dar. Ebenso, dass sich nach einem Brand oder einem Unfall eine Batterie (wieder) entzünden kann – mehrmals. Auch wenn beides selten geschieht.

Das vor einigen Jahren entwickelte Absenken eines brennenden oder qualmenden e-Autos in ein Wasserbecken wird von den meisten Feuerwehren nicht mehr als Stand der Technik angesehen: zu aufwändig, zu lange Überwachungszeiten (Kurzschlussgefahr der gesamten Elektronik). Die hohe Wassermenge wird durch die zahlreich im Auto verbauten Gefahr- und Kunststoffe stark kontaminiert und ist schwer zu entsorgen. Ebenso das Auto als Vollschaden. Für die Feuerwehren setzt sich deshalb die pragmatische Handlungsempfehlung durch, einfach länger (kühlend) zu löschen und gegebenenfalls das Auto kontrolliert abbrennen zu lassen.

Im Markt als „Löschdecken“ bezeichnete Decken werden in diesen Fällen ebenfalls nicht unbedingt empfohlen. Bei Brandversuchen mit Vollbrand hätten sich diese im Vergleich zu anderen meist als wenig erfolgreich erwiesen, so wird aus diversen Forschungsprojekten heraus berichtet. Eine schwierige, nicht ungefährliche Handhabung, verbunden mit immer wieder aufkommenden Stichflammen, die die Decken in Mitleidenschaft zogen, war meist das Fazit.

Trotzdem wünschen sich viele solche Decken – beispielsweise bei übers Wochenende unbeaufsichtigten Batterien im Produktionsablauf oder bei auf Quarantäneplätze gestellte e-Autos mit unklarer Diagnostik. Nicht als Löschdecken, aber als so genannte „Brandbegrenzungsdecken“, die die Ausbreitung eines Brandes und der Rauchgase effektiv eingrenzen sollen.

Als solches angeboten werden sie schon von diversen Herstellern. Eine neutrale Beurteilung ist aber derzeit kaum möglich, denn es fehlen noch Prüfkriterien zur Tauglichkeit für diese Fälle. Dies soll zumindest für den Einsatz bei Elektroautos nun die DIN-Vornorm 91489 klären, die für dieses Jahr geplant ist.

Für „Löschdecken“ gab es übrigens früher eine DIN-Norm, die mittlerweile zurückgezogen worden ist (es gibt noch eine europäische Version). Gedacht für den Einsatz bei brennendem Frittierfett, hatte sich herausgestellt, dass die Decken deutlich risikoreicher im Einsatz waren und zugleich schlechter abschnitten als andere Löschmethoden.


Electric cars that unexpectedly catch fire because there is a short circuit in a traction battery: this scenario poses a major challenge for motorists. Likewise, the fact that a battery can (re)ignite after a fire or an accident - several times. Although both rarely happen.

The lowering of a burning or smoking e-car into a pool of water, which was developed a few years ago, is no longer considered state-of-the-art by most fire brigades. For the fire brigades, the pragmatic recommendation for action is therefore to simply extinguish longer (cooling) and, if necessary, to let the car burn down in a controlled manner.

Blankets referred to in the market as „fire blankets“ are also not necessarily recommended. According to reports from research projects, full-scale fire tests were usually less successful than others. Difficult handling, which was not without its dangers, combined with repeated flashes of fire, which affected the blankets, was usually the result.

Nevertheless, many would like such blankets - for example, for batteries in the production process that are left unattended over the weekend or for e-cars placed in quarantine places with unclear diagnostics. Not necessarily as fire blankets, but as so-called „fire containment blankets“ that effectively limit the spread of a fire and the smoke gases. As such, they are already offered by various manufacturers. However, a neutral assessment is currently hardly possible, because there are no test criteria for suitability. This is now to be clarified in a German DIN preliminary standard 91489, which is to be published this year.

Incidentally, there used to be a DIN standard for “fire blankets” that has now been withdrawn (but still exists in an european version). Intended for use with burning frying fat, it turned out that the blankets were much more risky in use and at the same time performed worse than other extinguishing methods.

Daniela Schulte-Brader

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