Sicher ist sicher
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Die IBC-Hersteller gehören seit Langem zu den innovativsten unter den Produzenten von Gefahrgutverpackungen. In diesem Jahr stehen vor allem neue und weiter verbesserte Produkte für den Explosionsschutz im Kern der Bemühungen. So hat die Firma Schütz in Selters eine neue Version ihres Ecobulk-MX-IBC vorgestellt. Weiterentwicklungen führten unter anderem zu einer neuen Geometrie der Stahl-Eckfüße, die durch mehr Steifigkeit und optimierten Anfahrschutz besser vor Beschädigungen schützt und für ein leichteres Handling sorgt. Über die Verbindung mit der zusätzlich verstärkten Bodenwanne wird eine höhere Vibrationsfestigkeit erreicht. Zudem arbeitet das Unternehmen an weiteren Standardisierungsmaßnahmen.
Dies betrifft vor allem auch die Dichtungsmaterialien am Klappenhahn (auf Polyethylen hoher Dichte, HDPE) und die Flanschdichtungen (auf Polyethylen niedriger Dichte, LDPE). Automatisch ausgeführte 4-Punkt-Verschweißungen des Gitterkorbs sowie stärkere Oval-Traversen mit verstärkten Kunststofflaschen sollen für besondere Stabilität bei großer Flexibilität sorgen. Ein Absacken des Innenbehälters beim Transport wird durch die gesteigerte Stabilität ebenfalls deutlich vermindert. Zur nachhaltigen Verbesserung der Versorgungssicherheit sowie zur Steigerung der Flexibilität setzt das Unternehmen nach eigenen Angaben künftig verschiedene Innenbehältermaterialien ein, für die entsprechende Zulassungen bereits vorliegen. Ein neues Obergurtprofil mit größerer Auflagefläche kommt ebenfalls der Stabilität zugute und beeinflusst das Nestungsverhalten beim Stapeln positiv.
Darüber hinaus bietet der Hersteller eine neue IBC-Kunststoffpalette an, die speziell für den Einsatz in Ex-Bereichen entwickelt wurde. Um der Erdungsproblematik bei Kunststoffprodukten zu begegnen, wurde sie mit zwei Erdungsblechen ausgestattet, die in die beiden Mittelklötze der jeweils äußeren Kunststoffkufe eingearbeitet sind. Eine ausreichend große Kontaktfläche stellt jederzeit eine ableitende Verbindung des IBC zum Boden sicher. Bei gestapelten Containern garantieren die Erdungsbleche eine Verbindung des oberen zum unteren IBC, sodass auch in diesem Fall eine sichere Erdung gewährleistet ist. Die Lösung ermöglicht es, die Vorteile von Kunststoffpaletten in Bereichen, in denen neben einem sicheren Ex-Schutz weitere spezifische Eigenschaften gewünscht sind, zu nutzen. Dazu ist die neue Palette unter anderem resistent gegen Einflüsse von Chemikalien oder anderen korrosiven Medien.
Sicher nach dem Cenelec-Report
Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Werit. Der Hersteller aus Altenkirchen setzt für Ex-geschützte Bereiche 1 und 2 auf den „POLYex“. Dieser Gefahrgut-IBC ist elektrostatisch sicher nach dem Cenelec-Report CLC/TR 50404: 2003 und verfügt über mehrere Kunststoffschichten, wobei die äußere Schicht ableitfähig ist, sowie eine ableitfähige integrierte Auslaufarmatur und ein zweiseitig verschraubtes Erdungskabel. Darüber hinaus verhindert eine Verrippung des Deckels eine gefährliche statische Aufladung. Der Deckel ist dabei auch für bessere Kennzeichnung in verschiedenen Farben erhältlich. In der regulären Ausführung ist der IBC auf einer Holzpalette mit einem naturfarbenen blasgeformten Innenbehälter aus HDPE erhältlich. Allerdings gibt es ihn auch optional auf einer Kunststoffrahmen- oder Kufenpalette der Altenkirchner. Eine weitere Option ist UV-Schutz. Über seitliche Aufkleber (von 250 x 700 mm) können die IBC zudem für einen internen oder externen Werkverkehr beschriftet oder gekennzeichnet werden.
Ein besonderes Sicherheitselement des Containers ist den Angaben nach die Palette. Sie ist grundsätzlich nestbar und erlaubt eine gute Rahmenfixierung und höhere Stapelfähigkeit. Das verbesserte Design sorgt für einen guten Wasserablauf und reduziert zum Beispiel die Gefahr von Bakteriennestern oder anderen Rückständen. Die Version ist chemisch resistent gegen Säuren und Laugen und kann über lange Zeiträume für die Außenlagerung verwendet werden, ohne an Qualität zu verlieren. Abschließend besteht keine geruchliche oder geschmackliche Auswirkung auf den Inhalt, wodurch die Lagerung von Flüssigkeiten grundsätzlich unbedenklich ist.
IBC und Kiste zugleich
Eine weitere Neuheit stellt die Grevener Hillebrandt Stahl- und Behälterbau GmbH mit dem ASP 800 C-4 vor, der bei den Standard-Behältern des Typs ASP 800 einige technische Änderungen und Weiterentwicklungen umgesetzt hat. Dieser Sonderabfallbehälter für pastöse und feste Abfallstoffe wurde in Zusammenarbeit mit der BASF entwickelt und ist bereits bei verschiedenen namhaften Entsorgungsunternehmen im Einsatz.
Der Stahl-IBC verfügt sowohl über die Zulassung als Kiste aus Stahl sowie als IBC für die Verpackungsgruppen I bis III. Er besitzt ein Fassungsvermögen von 800 Litern. Die Grundmaße belaufen sich auf 1000 x 1200 x 1192 Millimeter. Die stabile Konstruktion verfügt über zwei große und nachstellbare Schnellverschlüsse an der Vorderseite, kann auf Kundenwunsch aber auch mit vier Verschlüssen geliefert werden. Der Deckel mit Ausstellstange ist in den Positionen 70 und 270 Grad arretierbar und verfügt über eine ein Zoll große Entlüftungsöffnung, die durch eine Messingkappe gesichert ist. An der Unterseite sind zwei durchlaufende Staplertaschen angebracht, die den Transport mittels Gabelstapler oder Ladegeschirr ermöglichen sollen. Für Unterlagen befindet sich ein Typenschildhalter mit Begleitpapiertasche auf der rechten Containerseite.
Abschließend hat die Mauser-Gruppe im September 2011 eine neue IBC-Produktionslinie am Standort in Oosterhout in den Niederlanden in Betrieb genommen. Innerhalb der kommenden Monate soll die Produktionskapazität dort schrittweise ausgebaut werden. Dazu wurde eine komplette IBC-Fertigungslinie in Verbindung mit neuen Mehrschicht-Blasformmaschinen installiert. Das ermöglicht es dem Unternehmen, seine vollständige SM-IBC-Serie in Oosterhout zu produzieren, die unter anderem EX-IBCs für den Einsatz in EX-Zonen sowie ein Modell mit Lichtschutz (SM LP) umfasst.
Ralph Ammann
Fachjournalist, Schwerpunkt Verpackung
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