Rekonditionierer: Gleichheit für alle
Wird bei der Reparatur die Kunststoffblase eines IBC ausgetauscht, verlängert sich trotzdem nicht die maximal mögliche Verwendungsdauer von fünf Jahren.
©Foto: Rudolf GebhardtDie Mehrzahl der Rekonditionierer von Gefahrgutverpackungen in Deutschland hat sich in drei Vereinigungen organisiert: im VMS (Verpackungsrücknahme mit System), in der VIV (Verwertungsgemeinschaft Industrieverpackungen) und im VDF (Verband der deutschen Fass- und Industrieverpackungsrekonditionierung). „Der VDF vertritt als gemeinsamer Verband der Branche die Interessen der Mitglieder gegenüber Behörden oder anderen Verbänden“, erläutert Thomas Steinhauser, Experte für Gefahrgut und Abfall im VDF und Leiter Sicherheit, Gesundheit, Qualität und Umwelt der Bayern-Fass-Gruppe.
Für den Verband, in dem 14 Unternehmen vertreten sind, hat das Thema Gefahrgut einen hohen Stellenwert. „Der Anteil an Gefahrgutverpackungen liegt in der Regel deutlich über 50 Prozent der rekonditionierten Verpackungen“, weiß Steinhauser und ergänzt: „Aus diesem Grund besitzen alle Mitgliedsunternehmen eine Anerkennung der BAM nach BAM-GGR 001 für die Rekonditionierung beziehungsweise Wiederaufarbeitung der jeweiligen Verpackungstypen und unterliegen somit der gleichen behördlichen Überwachung wie die Hersteller.“
National und international
Auch in nationalen und internationalen Gremien ist der VDF vertreten. So etwa in der AG Verpackungen, einer Untergruppe des Ständigen Ausschusses Gefahrgutbeförderung des Gefahrgut-Verkehrs-Beirates (AGGB) beim Bundesverkehrsministerium. Der Verband ist Mitglied im SERRED, dem europäischen Verband der Verpackungsrekonditionierer. Dieser entsendet regelmäßig einen Vertreter in den Gefahrgutausschuss UN-SCETDG und die Gemeinsame Tagung RID/ADR.
Darüber hinaus organisiert der VDF mit der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung BAM einen jährlichen Erfahrungsaustausch im Arbeitskreis Rekonditionierung und trifft sich im Verbändearbeitskreis mit dem VMV (Verband Metallverpackungen), dem IK (Industrieverband Kunststoffverpackungen) und dem VDW (Verband der Wellpappen-Industrie) sowie den Chemieproduzenten und -händlern (VCI, VCH).
Eines der Ziele des VDF ist die Gleichwertigkeit von rekonditionierten und wiederaufgearbeiteten mit neu hergestellten Verpackungen. Diese ist zwar in aller Regel gegeben, doch „eine Verbesserung, die wir uns wünschen, betrifft die Reparatur von IBC“, sagt Thomas Steinhauser. Denn obwohl bei der Reparatur ein neuer Innenbehälter aus HDPE eingesetzt wird, gilt die ursprüngliche Verwendungsdauer des IBC fort. „Eine Vorschrift, die keinen Sinn ergibt“, kritisierte der Experte, „da die Beschränkung der Verwendungsdauer auf fünf Jahre aus der Materialermüdung des Kunststoffs resultiert. Wenn man einen neuen Innenbehälter einsetzt, sollte dieser auch wieder für fünf Jahre verwendet werden dürfen.“ Der Weg, dies zu erreichen, führe letztlich nur über die UN-SCETDG oder die Gemeinsame Tagung.
Wichtig ist dem Verband zudem die Gleichbehandlung aller Rekonditionierer und Hersteller innerhalb Europas im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften. „Beim Austausch mit unseren europäischen Partnern stellen wir öfter fest, dass in Deutschland mehr reguliert wird als in anderen Ländern“, bemerkt Steinhauser. Und weiter: „Wir wünschen uns eine stärkere Abwägung zwischen tatsächlichen sicherheitsrelevanten Bedürfnissen und formaljuristischen Bedenken.
Die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt wirkt sich nach seiner Aussage auch auf die Arbeit des VDF aus. Nicht nur durch immer schnelleren Informationsaustausch zwischen Verband und Mitgliedern und den Online-Zugriff auf Datenbanken, Gesetze und Normen. Auch Transport und Handling der Verpackungen laufe zunehmend digitalisiert. „Die Reinigungsprozesse werden zukünftig über RFID-Chips an den einzelnen Verpackungen gesteuert. Hier ist eine tiefergehende Zusammenarbeit zwischen den Verwendern der Verpackung und den Herstellern/Rekonditionierern wünschenswert“, zieht Thomas Steinhauser sein Fazit.
Rudolf Gebhardt
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