Mit dem richtigen Riecher
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Ein angenehmer Duft macht Produkte attraktiv. Jeder kennt diese Wirkung von Parfümen, ob auf der Haut oder in der Wäsche. Den wenigsten Menschen dürfte hingegen bewusst sein, dass Parfümöle und einige ihrer Rohstoffe als Gefahrgut gekennzeichnet werden müssen.
Sehr genau weiß man dies hingegen bei Procter & Gamble Manufacturing in Worms. Schließlich werden hier industrielle Parfüme und Zwischenprodukte für die Waschmittelproduktion hergestellt. „Wir bekommen die Rohmaterialien aus aller Herren Länder geliefert, speziell aus Indien, Japan und China, aber auch aus Amerika und Europa“, erklärt Rainer Forst, Operation Department Leader Perfume/Flavour und Warehouse Leader.
Ein gutes Näschen ist gefragt
Einen guten Teil der Arbeit in Worms verrichten auch heute noch menschliche Nasen. Eingehende Lieferungen müssen von besonders ausgebildeten „Riechern“ geprüft (im Fachjargon: „freigerochen“) werden, bevor die Ware in die Produktion darf. Nach genau vorgegebenen Rezepturen werden dort die Zutaten gemischt und die fertigen Produkte anschließend wieder von den Riechern getestet, bevor sie abgefüllt, gekennzeichnet und versandt werden.
Am Standort Worms stellt man in erster Linie Parfümstoffe her, die andere Werke des Konzerns für ihre Produktion benötigen. Diese Kunden erhalten ihre Ware in kubischen Stahl-IBC mit 1000 Liter Volumen, zugelassen als Behälter für Gefahrgut. Noch bis vor gut zwei Jahren waren die IBC Eigentum von Procter & Gamble. 900 Container umfasste der Pool, der in Worms verwaltet wurde. „Wir hatten sogar eine eigene Reinigungsanlage und eine Werkstatt, um beschädigte IBC zu reparieren“, erinnert sich Forst.
Da der Aufwand zu groß wurde, suchte man nach einer Alternative – und fand sie im Bereich IBC Logistics der Hamburger Fachspedition Hoyer. Der Dienstleister, der über einen Pool von rund 20.000 Metall-IBC in verschiedenen Ausführungen verfügt, organisiert nun seit 2009 die Abläufe ab Worms: Zunächst gehen die abgefüllten Behälter per Spedition zu den Empfängern in ganz Europa. Sind diese IBC geleert, werden sie abgeholt und zur Hoyer-Niederlassung in Mannheim gebracht. Dort reinigt sie der Logistiker und bringt sie wieder zurück nach Worms, wo der Kreislauf von vorne beginnt.
Zu Beginn der Zusammenarbeit hatte Hoyer den Pool von Procter & Gamble übernommen, mittlerweile sind bereits 1600 Metall-IBC für den Konzern im Umlauf. „Außerdem wickeln wir das Fleetmanagement ab“, erläutert Stephanie Muhs, Head of IBC Logistics bei Hoyer. Denn auch wenn der Dienstleister die Transporte nicht selbst durchführt, ist er durch die Versandaufträge dennoch jederzeit über die Verteilung der Container informiert. „Procter & Gamble erhält von uns jede Woche eine Aufstellung, welche IBC seit wann bei welchem Werk stehen“, sagt Muhs.
Planung auf Wochenbasis
Diesen Service schätzt man in Worms besonders. „Für mich ist es sehr wichtig zu wissen, wo in Europa meine IBC sind“, bestätigt Rainer Forst. Denn die Produktion am Rhein wird auf Wochenbasis geplant. „Und ich kann jetzt direkt mit den Werken kommunizieren und veranlassen, dass sie uns die IBC zurückschicken.“
Für die Zukunft denkt Forst über den Einsatz von Identifikationstechnik nach. Hoyer ist hier schon einen Schritt weiter. „Wir rüsten derzeit unsere gesamte Flotte mit RFID-Tags aus“, berichtet Stephanie Muhs. „Dadurch wollen wir unsere Depotabläufe optimieren – aber es ist auch ein Mehrwert, den wir den Kunden anbieten.“
Rudolf Gebhardt
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