Kunststoffverpackungen: Ausgesuchte Neuheiten
Verlässlich: die neue Haubenstretchfolie B+K SmartFlex schützt palettierte Ware gegen Umwelteinflüsse beim Transport und während der Lagerung.
©Foto: Bischof + KleinEines der Unternehmen, das in den letzten Wochen und Monaten neue Produkte vorgestellt hat, ist mit Bischof + Klein einer der führenden europäischen Komplettanbieter für flexible Verpackungen und technische Folien aus Kunststoff und Verbunden. Die Firma präsentierte auf der Fachmesse Powtech im Frühjahr in Nürnberg ihre neu entwickelten Verpackungslösungen aus Kunststoff für anspruchsvolle Füllgüter aus den Branchen Bau und Haus sowie Chemie.
Speziell für zementhaltige Mischungen bietet dabei die Kunststoffverpackung PowFlex ffs premium den Angaben zufolge entscheidende Vorteile gegenüber einer Papierverpackung. Durch einen hohen Feuchtigkeitsschutz ist das Produkt sicher verpackt bei Wind und Wetter, sogar ohne Umverpackung. Die Lebensdauer des Produktes erhöht sich dadurch deutlich. Die Folie ermöglicht aufgrund einer hohen Durchstoßfestigkeit einen sicheren und sauberen Transport. Auch für andere hygroskopisch empfindliche Produkte wie pulverförmige Chemikalien oder Lebensmittel ist sie gut geeignet.
Das neue PowFlex ffs premium ist eine Weiterentwicklung der Standardversion. Aufgrund des separaten Entlüftungsstreifens werden höhere Entlüftungsleistungen und damit ein verbesserter Lufttransfer erreicht. Die nahtfreie Vorderseite lässt mehr Freiraum bei der Gestaltung des Druckbildes. Als Rollenware sind PowFlex ffs Pulververpackungen eine Alternative zur konfektionierten Sackverpackung (für 10 bis 50 kg). Form, Fill and Seal – mit einem Verpackungsautomaten. Neben einer UN-Zulassung kann die Verpackung laut Bischof + Klein mit einem UV-Schutz für zwölf Monate und antistatischer Ausstattung versehen werden. Weitere Optionen sind unterschiedliche Folieneinfärbungen und -strukturen. Der Druck kann mit bis zu acht Farben erfolgen.
Eine innovative Zusatzfunktion hat PowFlex ffs eo. Jeder Sackabschnitt ist mit einer Aufreißperforation zur Öffnung des Sackes und Bildung einer Ausschüttöffnung versehen. Optional kann ein Klebestreifen zum Verschluss des Sackes nach Produktteilentnahme auf dem Sack angebracht werden.
Nicht zuletzt schützt die neue Haubenstretchfolie B+K SmartFlex palettierte Ware gegen Umwelteinflüsse beim Transport und während der Lagerung. Sie verfügt über hohe Durchstoß- und Weiterreißfestigkeit sowie starke Rückstellkräfte und kann je nach Anforderung mit Eigenschaften wie UV-Stabilisierung, Druck oder Einfärbung ausgestattet werden.
Für noch mehr Branchen geeignet: Der Compactline von Werit ist jetzt auch UN-zertifiziert für Gefahrgut.
©Foto: WeritCompactline auch für Gefahrgut
Direkt auf der Messe FachPack in Nürnberg präsentiert Werit einige Neuheiten. Mit dem 300-Liter-Compactline deckt das Unternehmen dabei nun nach eigenen Angaben die Nachfrage von Herstellern hochwertiger Füllmedien ab, die kleine und mittlere Unternehmen beliefern. Mit den kompakten Maßen 800 x 600 x 996 Millimeter passt der Container sogar durch gewöhnliche Türen und er spart Platz in der Produktion, im Lager und beim Transport. Die solide Bauweise und die hohe Standfestigkeit ermöglichen laut Werit formschlüssiges Stauen und den Verzicht auf zusätzliche Ladungssicherung für reduzierte Prozesskosten in der gesamten Supply Chain.
Die Befüllung des Compactline erfolgt über eine 150 Millimeter große Deckelöffnung. Zur Entnahme dient ein wiederverschließbares robustes Schiebehahnventil. Der kleine IBC ist sogar mit CDS-Stutzen oder CDS-System lieferbar. Der Füllstand lässt sich an einer Skala am transparenten Innenbehälter ablesen und die besondere Form des Compactline ermöglicht eine fast vollständige Entleerung. Die Rücknahme des Behälters erfolgt über das Packone-System von Werit. Durch UN- und FDA-Zulassung ist der kleine IBC geeignet für den Transport von Lebensmitteln und Gefahrgütern.
AST-Gruppe erhält Zuwachs
Einen Neuzugang in ihrer Firmengruppe hat die AST Kunststoffverarbeitung bekannt gegeben. Seit Kurzem gehört nun auch die Sanderman Cleaning Group aus den Niederlanden zu AST. Sanderman ist spezialisiert auf die Reinigung von Tankwagen, Tankcontainern, Silos und Verpackungen aus Kunststoff (IBC, Fässer, Kanister). Man sei in der Lage, Verpackungen der chemischen, petrochemischen und pharmazeutischen Industrie sowie Verpackungen aus der Lebensmittelindustrie zu reinigen, heißt es. Das Abwasser werde mittels einer hochmodernen biologischen Abwasserreinigung gesäubert. Des Weiteren verfügt das Unternehmen laut AST über zertifizierte Prüfstationen, die die Möglichkeit bieten, Verpackungen zu reparieren und gemäß Gefahrgutrichtlinien zu überprüfen.
Der Recobulk von Schütz verfügt über die gleichen Standard-Spezifikationen wie der Ecobulk – beide Verpackungen sind daher zu 100 Prozent miteinander kompatibel.
©Foto: SchützNeuer Partner in Frankreich
Der IBC-Hersteller Schütz verfügt seit über 30 Jahren über ein eigenes Kreislaufsystem zur Rückholung und Rekonditionierung entleerter IBC. Zurückgeholte Schütz-IBC werden in einem standardisierten umweltschonenden Prozess ausschließlich mit Original-Innenbehältern und -Komponenten ausgestattet. Somit entsprechen Recobulk-Container laut Hersteller in Sicherheit und Qualität einem Ecobulk in der Standardspezifikation. Im Rahmen einer Kooperation fertigen ausgewählte Unternehmen ebenfalls Recobulk in Originalqualität von Schütz.
Diese Gruppe hat Zuwachs bekommen. Duo Emballages nimmt nun als französischer Partner in der Rekonditionierung an dem Programm teil. Das Familienunternehmen ist Fachbetrieb für die Wiederaufbereitung gebrauchter Industrieverpackungen wie IBC, Kunststoff- und Stahlfässer. Die Gruppe verfügt inzwischen über Werksflächen von insgesamt 130.000 Quadratmetern, verteilt auf vier Standorte.
Nach Abschluss eines Recobulk-Kooperationsvertrags fertigt Duo Emballages den Recobulk in der gleichen Qualität wie der Vertragspartner – ebenfalls mit den originalen UN-Zulassungen, so die Mitteilung. Schütz stattet die französischen Partner mit dem nötigen Equipment und Know-how für die Produktion sowie den originalen Ersatzteilen aus. Die Duo-Gruppe verpflichtet sich dafür, die uniformen Prozessstandards ohne Abweichungen zu übernehmen. Diese werden von Schütz regelmäßig auditiert.
Außerdem hat Schütz zwei Kunden aus dem Automotive-Bereich, die Karl Wörwag Lack- und Farbenfabrik und SMP Automotive, bei einer Lösung unterstützt, die das Kontaminationsrisiko beim Abfüllen und in der späteren Verarbeitung von Klarlacken sowie Primern nachhaltig minimieren soll. Schütz setzte als Verpackung auf einen IBC der Cleancert-Linie, zusätzlich ausgestattet mit einem Impeller sowie einem S56x4-Spund. Durch den integrierten Impeller kann der Container von der Befüllung bis zur Entnahme über die gesamte Supply Chain hinweg geschlossen bleiben. Trotzdem wird ein bequemes und effektives Aufrühren des Inhalts ermöglicht. Herkömmliche Rührer werden überflüssig, die drohende Gefahr einer Kontamination signifikant reduziert. Das System ist für alle 1000- und 1250-Liter-Ecobulk-Typen mit Einfüllöffnung DN 150 und DN 225 erhältlich. Die leeren IBC werden bei den Lackspezialisten inhouse angeliefert und gelagert.
Besserer Kontaminationsschutz bei Automotive-Kunden: direkter Anschluss des IBC inklusive Impeller und Rührwerkantrieb per 2-Zoll-Camlock an die Produktionslinie.
©Foto: SchützIm Zentrallager des Automobilzulieferers können bis zu vier dieser IBC übereinandergestapelt werden – anstatt zwei der Stahl-Variante. So sorgen die Cleancert-Modelle auch für eine effizientere Raumnutzung. Die Standzeiten von Leergebinden werden zudem durch die Abholung im Rahmen des Schütz Ticket Service auf maximal sieben Tage verkürzt. Geleerte Stahlcontainer verbleiben hingegen bis zu einem Monat im Werk, was bisweilen zu Engpässen in der Lagerkapazität führte.
Optimierte MultiCan
Eine interessante Weiterentwicklung kommt von der schweizerischen Müller Group. Der Hersteller hat seine bekannte Kanister-Familie MultiCan in diesem Jahr überarbeitet. Das hat den Angaben zufolge zu zwei echten Neuerungen geführt, die den Kunden einen Zusatznutzen bieten sollen. Zum einen wird der Verschluss des MultiCan nun ebenfalls mit einer Aluminium-Barriere produziert. Somit wurde auch die letzte potenzielle Schwachstelle in puncto Permeation ausgemerzt. Zum anderen kann der MultiCan für Spezialanforderungen auch mit Pharma-Grade-Innenschicht HDPE produziert werden. Darüber hinaus wurde die Kanisterfamilie an die neuen Rahmenbedingungen angepasst. Das war notwendig, da die gesetzlichen Richtlinien, namentlich die ATEX-Bestimmungen der TRGS 727 und TS IEC 60079, erneuert wurden. Viele Abfüller seien sich der Gefahren und der angepassten Gesetzgebungen nicht bewusst, so das Unternehmen.
Ralph Ammann
Fachjournalist, Schwerpunkt Verpackungstechnik
© Copyright 2026 Gefahrgut-Online
Diskutieren Sie mit