Anlagenberatung
Das Fassentleerungssystem Viscoflux lite für höher viskose, gerade noch fließfähige Medien, ist jetzt auch in Ex-Ausführung erhältlich.
©Foto: Flux-GeräteIm Bereich der Anlagentechnik für die Verpackung von Gefahrgütern gibt es in diesem Jahr einige interessante Neuheiten zu verzeichnen. Den Auftakt macht die Maulbronner Firma Flux Geräte. Das Unternehmen präsentierte im Juni anlässlich der Fachmesse Achema in Frankfurt am Main eine neue Version seines bekannten Fassentleerungssystem Viscoflux lite, dass nach Unternehmensangaben generell auf die Förderung höher viskoser, gerade noch fließfähiger Medien ausgelegt ist. Nun kam eine neue Variante hinzu, die sich auch zum Einsatz in Ex-Bereichen der Zone 1 und zum Fördern unterschiedlicher brennbarer Medien (Zone 0/1) eignet. In dieser Ausführung eröffnet das System neue Möglichkeiten für verschiedene Branchen wie Chemie oder Oberflächentechnik. So eignet es sich beispielsweise in Zone 1 zum Versorgen von Maschinen und schnell laufenden Anlagen mit Schmierfetten. Zum anderen lassen sich zum Beispiel in Zone 0/1 brennbare Medien, wie diverse Grundstoffe bei der Farben- und Lackherstellung, sowie zahlreiche Beschichtungs- und Spachtelmassen fördern.
Anders als in der Standardausführung bestehen bei der Ex-Variante die einzelnen Komponenten Pumpenzentriertraverse, Nachfolgeplatte mit Prozessdichtung sowie der Druckluftschlauch aus leitfähigem beziehungsweise ableitfähigem Material. Über entsprechende Anschlüsse für die Potentialausgleichsleiter kann ein umfassender und eindeutiger Potenzialausgleich durchgeführt werden. Das System ist den Angaben nach schnell montierbar, benötigt wenig Platz und lässt sich aufgrund seiner geringen Aufbauhöhe auch in niedrigen Arbeitsräumen einsetzen.
Um höher viskose, gerade noch fließfähige Medien schonend und kontinuierlich zu fördern, setzen die Ingenieure des Herstellers auf Exzenterschneckenpumpen. In Verbindung mit einer Nachfolgeplatte entsteht beim Fördervorgang ein Unterdruck, wodurch sich die Platte absenkt. Dabei schließt die Prozessdichtung das Fördergut hermetisch ab und verhindert so ungewünschte Emissionen und Veränderungen am Produkt. Selbst bei Unterbrechung des Fördervorgangs soll so ein Höchstmaß an Prozesssicherheit gewährleistet werden können. An der Fasswand bleibt schließlich nahezu kein Medium zurück. Anwender profitieren so von einer fast vollständigen Fassentleerung und damit von einer effizienten Nutzung des Mediums. Wie bei den Versionen Viscoflux und Viscoflux mobile liege auch beim Viscoflux lite die im Fass verbleibende Restmenge bei bis unter einem Prozent, so das Unternehmen.
Das neue IBC-Entleerungssystem von ViscoTec Pumpen- und Dosiertechnik arbeitet nach dem Endloskolben-Prinzip.
©Foto: Visco TecEin anderes Entleerungssystem kommt von ViscoTec Pumpen- und Dosiertechnik. Bei diesem zielt das Unternehmen allerdings auf die Entleerung von Intermediate Bulk Containern (IBC), die bei der Produktion von Chemikalien, Lebensmitteln, Kosmetik und Pharmazeutika eingesetzt werden. Dabei nutzt der Hersteller das Endloskolben-Prinzip. Mit dem IBC-Prototypen können Medien mit einer Viskosität von einer Million Millipascalsekunden (mPas) und höher entnommen werden und das mit einer Entleergeschwindigkeit von bis zu 70 Liter pro Minute mit einer Restmenge im Behälter unter einem Prozent. Generell wird die Arbeit bei der Verwendung von IBC gegenüber Fässern erleichtert, da für 1000 Liter Produkt nur ein Arbeitsgang anstelle von fünf benötigt wird.
Für vier statt zwei
Einen ganz anderen Bereich deckt eine Neuheit von Denios ab. Das Unternehmen aus Bad Oeynhausen hat das Sortiment kürzlich um eine kompakte Auffangwanne aus Polyethylen für bis zu vier Fässer erweitert. Dabei handelt es sich um eine neue Version der PolySafe Euroline, die auf der erprobten gleichnamigen Auffangwanne des Herstellers basiert, die allerdings nur Platz für zwei Fässer bot. Die kompaktere, nun flachere Ausführung der Auffangwanne soll die Lagerung von bis zu vier Fässern à 200 Liter oder Kleingebinden ermöglichen. Die Konstruktion ist stoß- und schlagfest und leitet einwirkende Kräfte in den Boden ab. Chemiepaletten können direkt auf der Wanne abgestellt werden, zusätzlich sind Gitterroste als Lagerebene erhältlich. Aufgrund der serienmäßig gefertigten Aussparungen können die Bestückung und der Transport leicht mit Gabelstaplern erfolgen.
Stabil und sicher: Die Bestückung und der Transport der neuen Auffangwanne PolySafe Euroline erfolgt mit Gabelstaplern.
©Foto: Denios AGDie Auffangwanne ist flüssigkeitsdicht, da sie nahtlos im Spritzgussverfahren gefertigt wird. Gleichzeitig ist sie laut Hersteller absolut korrosionsfrei, weist eine hohe Beständigkeit gegen Öle, Säuren, Laugen und andere aggressive Stoffe auf und ist leicht zu reinigen. Als praktisches Zubehör erweist sich ein separat erhältlicher Gitterrostheber zum ergonomischen und sicheren Anheben von Gitterrost-Stellflächen auf Auffangwannen.
Abfüllung chemischer Produkte
Eine neue Produktfamilie präsentierte der Maschinenbauer Haver & Boecker anlässlich der Fachmesse Achema im Juni. Bei der neuen Maschinenfamilie Integra ist in Zukunft nicht mehr nur die Abfüllung von chemischen Produkten und Lebensmittel in Ventilsäcke, sondern auch in vorgefertigte Offensäcke, Schlauchfolie und Big Bags möglich. Innerhalb der neuen Generation dieser Maschinenfamilie gibt es unterschiedliche Modelle abhängig von der Gebindeart. Erster Vertreter ist die Integra FFS Edition für die Abfüllung unter anderem von Pulvern in Schlauchfolie. Mittlere Anlagen der FFS Edition erreichen eine Leistung bis zu 2.200 S/h. Für große Anlagen ist das Konzept analog zu der Integra Systemfamilie auf eine Leistung von 3.200 S/h ausgelegt, wobei diese Abfüllanlagen den Angaben nach auf einer anderen technischen Lösung beruhen werden.
Das Abfüllsystem verfügt über eine große Bandbreite. So können mit den Anlagen neben Pulvern, Granulaten und Mikrogranulaten auch Flüssigkeiten und Sonderprodukte (wie Flakes oder stückige Produkte) in Ventil- oder Schlauchfoliensäcke, in vorgefertigte Offensäcke oder in Big Bags abgefüllt werden. Jede gängige Gebindeart ist als Papier- oder Kunststoffsack einsetzbar. Das Gewichtsspektrum der gesamten Maschinenfamilie umfasst 1 bis 50 Kilogramm, bei Big Bags sind bis 2000 Kilogramm möglich.
Neue sichere Sackgreifer garantieren ein sicheres Sackhandling. Sie sind mit einer dauerhaften Greifkraft besonders stabil. Neue Sicherheitsschalter sollen garantieren, dass die Türen der Maschine im laufenden Betrieb nicht geöffnet werden können. Sensoren im Materialfluss ermitteln laufend die Fließeigenschaft. Anhand dieser Daten wird die Maschine automatisch für eine höchstmögliche Leistung eingestellt. Eine manuelle Anpassung ist nicht notwendig.
Auf der Achema präsentierte der Maschinenhersteller Haver & Boecker das erste Modell aus der neuen Integra Generation, die FFS Edition für die Abfüllung in Schlauchfolie.
©Foto: Haver & BoeckerDie Edition wurde speziell unter dem Gesichtspunkt Bediener- und Servicefreundlichkeit entwickelt und verfügt über eine sehr gute Zugänglichkeit des Maschineninnenraums. Eine visuelle Prozessbeobachtung ist durch größere Scheiben möglich, der verbesserte Zugang wird sowohl durch größere seitliche Türen als auch durch hochklappbare Türen an Front und Heck ermöglicht. Eine intelligente Diagnosebeleuchtung über LEDs sorgt dafür, dass der Bediener auf einen Blick und aus der Ferne den Zustand der Anlage erkennt und ohne Zeitverlust reagieren kann.
Ergänzend zur Standardausführung wird es eine eco-line geben, die sich durch eine hohe Energieeinsparung gegenüber der Standardausführung auszeichnet. Dies wird in verschiedenen Bereichen erreicht: Einsparung von elektrischer Energie durch den Einsatz von energieeffizienten Motoren und durch die Wiederverwendung der Bremsenergie, beim Druckluftverbrauch durch den Ersatz der Druckluftkühlung an den Schweißnähten durch eine Wasserkühlung und durch den Ersatz der Druckluftzylinder für das Schneidwerk durch elektrischen Linearantrieb sowie Einsparung durch eine kostengünstigere werksseitige Installation für die gesamte Energieversorgung.
Einweg-Rührwerk für IBC
Ein interessantes Zubehör für IBC hat Schütz Packaging Systems auf der Fachmesse European Coatings Show in Nürnberg vorgestellt. Es handelt sich um den „Impeller“, ein Einweg-Rührwerk, das mit der Schraubkappe des IBC fest verbunden ist. Das Impeller-System ist für alle 1000- und 1250-Liter-Ecobulk-Typen erhältlich und passt sowohl für Einfüllöffnungen DN 150 als auch DN 225. Das gesamte Bauteil besteht komplett aus HDPE – das Füllgut kommt also nie in Kontakt mit Stahl.
Die Schraubkappe mit integriertem Impeller wird werkseitig in die Einfüllöffnung des Containers eingesetzt. Zur Befüllung wird das System entweder kurz entnommen oder verbleibt – je nach Füllprozess und Containerkonfiguration – fest installiert. So bilden IBC mit Impeller ein geschlossenes Verpackungssystem. Nach dem Befüllen kann der Behälter während der gesamten Supply Chain bis zur Verwendung des Produkts dauerhaft geschlossen und versiegelt bleiben.
Fest verbunden: IBC mit Impeller bilden ein geschlossenes Verpackungssystem. Nach dem Befüllen bleibt der IBC während der Supply Chain bis zur Verwendung des Produkts dauerhaft geschlossen und versiegelt.
©Foto: SchützZum Rühren wird ein herkömmliches Antriebssystem eingesetzt und mittels passendem Adapter mit dem Impeller verbunden. Dazu wird der Antrieb über der Schraubkappe platziert und mit einem Gestell am Gitterkäfig fixiert. Die Antriebswelle greift formschlüssig in den Stopfen der Schraubkappe, der die Rotation mittels fest verbundenem Gestänge an den Impeller im Inneren des Containers weitergibt. Die Belüftung kann über die Impeller-Öffnung in der Schraubkappe erfolgen. Dadurch ist das Öffnen eines weiteren Stopfens bei angeschlossenem Rührwerk nicht notwendig. Durch den Einsatz des Impellers als Einweg-System wird die Gefahr der Kontamination durch Restanhaftungen anderer Stoffe am Rührwerk komplett ausgeschlossen. Leere IBC werden inklusive Impeller durch den Schütz Ticket Service abgeholt, Blase und Impeller im Rahmen der Rekonditionierung zu HDPE-Rezyklat verarbeitet.
Container einfach stauen
Eine weitere interessante Neuheit im Bereich Ladungssicherheit präsentiert Fair auf der Messe FachPack in Nürnberg. Das Containerstausystem Corfex standardisiert und vereinfacht die Aufteilung des Laderaums und die Sicherung der Ladung in Seecontainern. Einsetzbar ist das System nach Unternehmensangaben in allen Laderäumen mit Trapezblechwänden. Es ermöglicht eine schnelle, sichere und auch für das Personal angenehme Verladung, da sich die einzelnen Elemente ohne Werkzeug und geräuscharm montieren und demontieren lassen und das Verletzungsrisiko gesenkt wird.
Das patentierte Containerstausystem Corfex eignet sich für alle Container und Laderäume mit Trapezblechseitenwänden.
©Foto: Himolla LogistikDas patentierte System besteht aus nur zwei Komponenten, Stützen und Querriegeln, und erlaubt eine flexible Einteilung des Containerinnenraums. Außerdem kann das Schließen von Stau- oder Ladelücken vereinfacht werden. Auch der Einbau von Abtrennungen in horizontaler, vertikaler oder gleichzeitig in beiden Richtungen ist mit dem Stausystem mit wenig Aufwand umzusetzen. Alle Komponenten des Systems erfüllen die IPPC-Standards und sind nach Erfordernis entsprechend gekennzeichnet.
Im Vergleich zu Verfahren, die dem bisherigen Stand der Technik entsprechen, ist das neue Stausystem den Angaben zufolge deutlich weniger störanfällig und verschleißärmer, was sich in einer längeren Lebensdauer der einzelnen Bestandteile sowie des Gesamtsystems niederschlägt.
Ralph Ammann
Fachjournalist, Schwerpunkt Verpackungstechnik
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