Entsorgung

24.09.2012 Praxisbericht

Robust und widerstandsfähig

Originalartikel als PDF lesen PDF, 3.1 MB Ausgabe 10 / 2012
Der Chemiespezialist BASF Coatings in Münster setzt bei der Entsorgung von Sondermüll auf Gefahrgut-IBC aus Stahl, die er gemeinsam mit dem Hersteller Hillebrandt entwickelt hat.
Robust und widerstandsfähig
Bildausschnitt des Originalartikels
© Gefahr/gut

Die Beseitigung von Sondermüllabfällen, die bei der Produktion entstehen, ist gerade für Chemieunternehmen eine Herausforderung. BASF Coatings löst das Problem an ihrem Standort in Münster seit geraumer Zeit durch den Einsatz von IBC. Rund 400 IBC des Typs ASP sind dazu in Einsatz. Etwas 150 davon stammen von dem Grevener Hersteller Theo Hillebrandt Stahl- und Behälterbau. Dessen Gefahrgutcontainer ASP 800 C-4 werden dabei in den Produktionsstätten sowie in den Lagerbereichen sowohl für die Entsorgung fester als auch pastöser Sonderabfälle unterschiedlicher Art verwendet.

Die Befüllung erfolgt dabei von Hand an den einzelnen Abfallsammelstellen, wobei vorab ein ableitfähiger Inliner in den ASP gezogen wird. In der Kläranlage – bei der Entsorgung von Klärschlamm – erfolgt die Befüllung über den Austrag aus einer Zellradscheune. Die spätere Entleerung geschieht vollautomatisch in der werkseigenen Sonderabfallverbrennungsanlage. Die Besonderheit: Beide Unternehmen entwickelten den Gefahrgutcontainer in einer Kooperation gemeinsam.

Vier Monate bis zur Umsetzung

Rund vier Monate dauerte die Umsetzung von der Idee bis zum serienreifen Produkt inklusive Baumusterprüfung und Zulassung. Aufgrund der langjährigen Erfahrung der Grevener als Hersteller von diversen Baureihen von IBC-Behältern stellten die Anforderungen des Kunden keine Probleme dar. „Der Einsatz bei der BASF kam durch eine Anfrage und eine Begutachtung des vorherigen Behältertyps zustande. Ausgehend von diesem Typ haben wir gemeinsam mit den Mitarbeitern deren Erfahrungen in den neuen Typ einfließen lassen“, berichtet Theo Hillebrandt, Inhaber des Behälterherstellers.

Weiterentwicklung des Vorgängers

„Der neue Gefahrgutcontainer ASP 800 C-4 wurde dabei als Weiterentwicklung des bekannten und bewährten Vorgängertyps ASP 800 C-3 konstruiert“, so Hillebrandt weiter. Dabei seien viele Detailpunkte verbessert worden, die gemeinsam mit den Kunden und Anwendern entwickelt wurden. „Das Handling des Behälters wurde zum Beispiel durch verbesserte Anschlagpunkte für ein Krangeschirr und durch eine stabilere Bodengruppe beim Staplertransport deutlich verbessert. Auch die Verschlusstechnik des Deckels wurde noch weiter optimiert. Die Verschlüsse sind nun sehr robust ausgelegt und lassen sich bei einer Beschädigung einfach reparieren“, erläutert der IBC-Hersteller. So berücksichtigte man die Bedürfnisse des Münsteraner Kunden hinsichtlich des Aufbaus des IBC, der um Veränderungen in diesen Bereichen gebeten hatte. Zudem wurde ein eigens angefertigter Container vorab für Testzwecke geliefert.

Der Hersteller sieht den neuen Gefahrgutbehälter gegenüber anderen handelsüblichen IBC-Versionen deutlich im Vorteil. „Der neue IBC Typ ASP 800 C-4 wurde als äußert robuster und langlebiger Behälter konzipiert. Die Bedienelemente, wie zum Beispiel die Verschlüsse, sind stabil und nachstellbar ausgelegt“, betont Theo Hillebrandt. „Darüber hinaus können Sie im Falle einer etwaigen Beschädigung leicht repariert werden, sodass der Entsorger dies direkt bei der Abholung mit einfachem Werkzeug beim Kunden durchführen kann und einen ordnungsgemäß verschlossenen Behälter im Straßenverkehr transportiert.“

Zulassung als IBC und als Kiste

Zudem besitzt der Behälter die Zulassung sowohl als IBC wie als Kiste aus Stahl für die Verpackungsgruppen I, II und III. Somit hat der Anwender keine Probleme bei der Wahl des richtigen Verpackungsmittels. Hillebrandt: „Weiterhin ist die Dichtung des Behälters aus geschlossenzelligem Dichtungsmaterial gefertigt. Dies erlaubt eine höhere Standzeit der Dichtung im Betrieb. Die Dichtung lässt sich mit einfachen Mitteln bei einer Reparatur austauschen. Der Deckel hat zum leichten Handling eine Federentlastung und zwei Handgriffe an der Vorderseite und an der Seite, um den Deckel beim kompletten Umlegen einfacher handeln zu können.“

Einfaches Handling

BASF Coatings schließt sich als Nutzer der positiven Einschätzung des Behälters nach den bisherigen Erfahrungen an. Das Unternehmen ist vor allem von dem einfachen Handling und der sehr guten Verarbeitung der Gefahrgutbehälter angetan. Aber auch die Nähe des Standorts zur Produktionsstätte des Herstellers und die Möglichkeit, sich aktiv an der Planung zum Bau und Umbau des IBC zu beteiligen, werden positiv bewertet. „Die Zusammenarbeit mit dem Hersteller war gut. Bei Bedarf neuer IBC-Behälter werden wir wieder bei diesem anfragen“, heißt es aus Münster. Auch Theo Hillebrandt ist einer weiteren Kooperation nicht abgeneigt: „Über einen Ausbau der Zusammenarbeit und die Belieferung weiterer Werke mit unseren Behältern würden wir uns sehr freuen“.

Ralph Ammann
Fachjournalist, Schwerpunkt Verpackung


Der ASP 800 C-4

Der Stahl-IBC ASP 800 C-4 der Theo Hillebrandt Stahl- und Behälterbau GmbH in Greven verfügt sowohl über die Zulassung als Kiste aus Stahl sowie als IBC für die Verpackungsgruppen I bis III. Er besitzt ein Fassungsvermögen von 800 Litern. Die Grundmaße belaufen sich auf 1000 x 1200 x 1192 Millimeter. Die stabile Konstruktion verfügt über zwei große und nachstellbare Schnellverschlüsse an der Vorderseite, kann auf Wunsch aber auch mit vier Verschlüssen geliefert werden. Der Deckel mit Ausstellstange ist in den Positionen 70° und 270° arretierbar und verfügt über eine ein Zoll große Entlüftungsöffnung, die durch eine Messingkappe gesichert ist. An der Unterseite sind zwei durchlaufende Staplertaschen angebracht, die den Transport mittels Gabelstapler oder Ladegeschirr ermöglichen sollen. Für wichtige Unterlagen befindet sich ein Typenschildhalter mit Begleitpapiertasche auf der rechten Containerseite.

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