Metallverpackungen: Ausgeklügelte Erfindungen
Die schweizerische Société Suisse des Explosifs nutzt für ihre Emulsionssprengstoffe die Spezialkonstruktion eines Silocontainers für viskose Flüssigkeiten von Schäfer Container Systems.
©Foto: Schäfer WerkeBei den Metallverpackungen erweist sich die Lage vor der Interpack als ruhig. Doch eine Ausnahme bilden die Schäfer Werke. Sie zeigen eine interessante neue Metallverpackung.
Der Unternehmensteil Schäfer Container Systems ist Hersteller von recycelbaren IBC und Sonderbehältern aus Edelstahl. Er liefert nach Maß gefertigte Container aus Edelstahl für Emulsionssprengstoffe im zivilen Bereich. Emulsionssprengstoffe werden für Sprengungen insbesondere in Steinbrüchen oder beim Tunnelbau angewendet. Das Schweizer Unternehmen Société Suisse des Explosifs (SSE) ist Hersteller und Dienstleister im Fachgebiet der zivilen Sprengstoffe und Feinchemie. Im sicherheitskritischen Anwendungsbereich dieser Sprengstoffe arbeitet die SSE mit einem neuen Kreislaufwirtschaftssystem. SSE und Schäfer Container Systems gingen eine interessante Kooperation ein: Enabler ist eine Spezialkonstruktion eines Silocontainers für viskose Flüssigkeiten der Verpackungsgruppen II und III von Schäfer Container Systems. Im konkreten Anwendungsfall wird von SSE Ammoniumnitrat mit Öl zu einer Emulsion gemischt beziehungsweise emulgiert. Die Emulsion wird in die Sonderbehälter mit einem Fassungsvolumen von 1000 Liter abgefüllt und zu den Baustellen transportiert. Auf der Baustelle wird sie in ein Mischladefahrzeug umgefüllt. Das Fahrzeug pumpt die Emulsion durch Zugabe von zwei weiteren chemischen Komponenten in die Bohrlöcher, wo es sich nach der Gassingphase zum Sprengstoff Emulga verändert und gezündet wird. Geleerte Container kommen zur Reinigung und Wiederbefüllung zurück zur SSE nach Brig.
Die Silocontainer mit Gefahrstoffzulassung aus Edelstahl seien in einer Weise konstruiert, dass die Gabelstapler-Greifarme unter die gesamte Fläche des Containers fahren können. Diese Technik, im Fachjargon als Staplertunnel bekannt, funktioniert laut Mitteilung des Unternehmens wie eine Laufschiene. Die Vorteile seien Stabilität und Kippsicherheit, entscheidende Sicherheitsaspekte beim Transport von gefährlichen Gütern mit IBC. Für eine Entleerung der Silocontainer wurde ein konischer Auslauf entwickelt, welcher mittels Edelstahl-Kugelhahn DN80 bedienbar sei. Die Viskosität ist ähnlich wie die Konsistenz von Honig bei Raumtemperatur. Die Emulsion könne zügig ausströmen, sodass im Container keine verwertbare Restemulsion verbleibt. Dem Unternehmen zufolge wird so die Effizienz des Rohstoffeinsatzes gesteigert. Außerdem werde die notwendige Containerreinigung erleichtert.
Gottlieb Duttenhöfer präsentiert Produktvielfalt
Der Hersteller Gottlieb Duttenhöfer verspricht eine sichere Versorgung durch vielfältige Produkte im Firmennetzwerk. Die Packmittelgebinde sind nach Mitteilung des Unternehmens als gemischte Ladungen auch in Kleinmengen und mit Substitutionsprodukten kombinierbar, etwa IBC. Dazu kommen Prozesstechnologien, das heißt Verschließmaschinen und Mehrwert-Services wie produktspezifische Gefahrgut-Zulassungen. In Deutschland bedienen die Standorte die meisten der elf Metropolregionen. So befindet sich die Niederlassung Wedthoff in Brühl bei Köln im Zentrum der Metroregion Rhein-Ruhr, eines Wirtschaftsraums mit elf Millionen Menschen. Wedthoff ist auf die Lieferung von Industrie-Verpackungen in individuellen Stückmengen ausgerichtet und bietet als „One-Stop-Shop“ zusätzlich Verpackungsarten von ausgewählten Industrieverpackungsherstellern, beispielsweise ein Weißblechsortiment. Weser Verpackungen, eine andere Niederlassung, sitzt an den Schnittstellen der Metroregionen Hamburg sowie Hannover/Braunschweig und hat schnellen Zugang zu den Industrien in Mitteldeutschland. Weser bietet Logistiklösungen mit bedarfsgenauen Losgrößen, auch in Kleinmengen, wie es vonseiten des Unternehmens heißt.
Der neue Radar-Sensor Dulcolevel zur Füllstandsmessung in Chemikalienbehältern erleichtert das Bestandsmanagement von Chemikalien deutlich.
©Foto: ProMinent GmbHProminent stellt neuen Radarsensor vor
Die Firma Prominent führt mit Dulcolevel einen neuen Radar-Sensor zur Füllstandsmessung in Chemikalienbehältern. Wie die Unternehmen vermelden, gibt der Sensor Einblick, wie viel Flüssigkeit noch im Tank ist. So werden Behälter rechtzeitig nachgefüllt und der Prozess laufe störungsfrei weiter. Dies erleichtere das Bestandsmanagement von Chemikalien. Dulcolevel gehe mit der Einführung des IIoT-fähigen Radar-Füllstandssensors den nächsten Schritt zu einem digitalen Fluidmanagement. Parallel dazu ergänze ein Inventory Management Modul die Cloud-Plattform Dulconnex. Beide Neuerungen ermöglichen Anlagenbetreibern in der Wasser- und Abwassertechnik sowie Chemikalienhändlern, ein digitales Fluidmanagement-System aus einer Hand zu realisieren. Alle benötigten Produkte vom Sensor über die Pumpe bis hin zur Mess- und Regeltechnik seien aufeinander abgestimmt und miteinander vernetzt.
Dulcolevel lässt sich in bestehende Dosiersysteme integrieren, wie ein Sprecher des Unternehmens bekannt gibt. Der Sensor wird auf oder über dem Chemikalienbehälter montiert. Konfiguriert wird der Sensor intuitiv via Smartphone mit einer kostenlosen App. App und Sensor erkennen sich automatisch und koppeln sich via Bluetooth-Verbindung nach Eingabe einer PIN. Der Radar-Sensor soll zudem die Arbeitssicherheit erhöhen. Durch eine berührungslose Messung wird der Kontakt mit gefährlichen Medien vermieden. Mit der Smartphone-App ist auch die Konfiguration des Sensors berührungslos möglich.
Ralph Ammann
Fachjournalist, Schwerpunkt Verpackungstechnik
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