Metallverpackungen

06.06.2024 Fachbeitrag

Metall-IBC: Ideal für den Kreislauf

Großpackmittel aus Edelstahl stellen eine langlebige, in der Anschaffung allerdings auch teurere Alternative zu vergleichbaren Verpackungen aus Kunststoff dar.
Metall-IBC Schäfer Container Systems 1200

Edelstahl bietet viele Vorteile, darunter Langlebigkeit, Beständigkeit in den Eigenschaften, Widerstandsfähigkeit und Nachhaltigkeit.

©Foto: Schäfer Werke GmbH

Die Verpackungsindustrie erfährt weiterhin eine zunehmende Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und Innovation. Die Nachfrage nach ökologischen Lösungen wächst kontinuierlich. Edelstahl als Ausgangsmaterial für Großverpackungen ist ein unschlagbarer Allrounder, welcher sich auch für Spezialaufgaben einsetzen lässt. IBC aus Edelstahl verrichten über Jahrzehnte ihren Dienst in Produktion, Lagerung und Transport gefährlicher Güter. Am Ende ihres langen Lebenszyklus ist das Ausgangsmaterial rückhaltlos wiederverwertbar. Dabei bleiben die positiven Eigenschaften von Edelstahl uneingeschränkt erhalten, womit ein Ressourcenraubbau vermieden wird.

In Branchen wie der Chemie-, Farben-, Lebensmittel-, Pharma- oder Mineralölindustrie sind Edelstahl-IBCs mit einem Volumen von 500 bis über 1.500 Litern in den Bereichen Produktion, Transport und Lagerung kontinuierlich im Einsatz.

Bewährte Bauarten sind kubische Tank-Container, Rund-Container sowie trichterförmige Silo-Container und rahmenlose Leichtbaucontainer. Im Vergleich dazu sind alternative Großpackmittel häufig aus Kunststoff, bieten jedoch nicht die gleichen Vorteile und die gleiche Vielfalt.

Dauerhaft im Einsatz

Edelstahlcontainer können einfach gereinigt, sterilisiert und über viele Jahrzehnte hinweg immer wiederverwendet werden. IBC aus Edelstahl verfügen dauerhaft über die Zulassung für den Transport von Gefahrgut, sofern sie regelmäßig durch einen Sachkundigen oder eine Inspektionsstelle nach BAM-GGR 002 kontrolliert werden.

Hingegen verlieren Kunststoff-IBC ihre Zulassung für den Transport von Gefahrgütern nach fünf Jahren ab Herstellungsdatum oder werden sogar nur als Einwegverpackung eingesetzt. Dies liegt daran, dass Kunststoffmaterialien durch Umwelteinflüsse wie UV-Strahlung und chemische Belastung mit der Zeit degradieren und instabil werden.

Trotz der potenziell höheren Anfangsinvestition im Vergleich zu Kunststoffverpackungen können Unternehmen durch die lange Lebensdauer – auch bei häufiger Umschlagrate – Kosten sparen, insbesondere bei einem erhöhten Verpackungsbedarf. Zumal die Anpassung von IBC-Gebinden aus Kunststoff an spezifische Kundenanforderungen problematisch ist und zusätzliche Anschlüsse und Armaturen kaum möglich sind.

Bei der Anwendung im Gefahrgut-Sektor spielt darüber hinaus die Feuerfestigkeit von Containerlösungen eine wichtige Rolle. Moderne Container aus Edelstahl sind feuerresistenter als Container aus Kunststoff und halten Feuer ohne Sprinkleranlage mindestens 30 Minuten stand. Der Nachweis dafür wurde durch Versuche bei der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) erbracht.

In der Tat können Edelstahlcontainer beliebig oft vollständig recycelt werden, ohne dass der Werkstoff seine exzellenten Eigenschaften verliert. Zusätzlich erreichen Verpackungen aus Edelstahl in Deutschland mit über 90 Prozent die höchsten Recyclingquoten aller Verpackungsmaterialien, wie der Verband Metallverpackungen berichtet.

Natürlich erfordert die Produktion von Metallverpackungen einen erheblichen Energie- und Ressourceneinsatz. Mittlerweile kommen vermehrt CO2-reduzierte Stähle zum Einsatz, während industriell genutzte Kunststoffverpackungen nach wie vor aus Erdöl oder Erdgas hergestellt werden und die Umwelt mit einer Treibhausgasemission von 15,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten pro Jahr belasten (Quelle: WWF-Studie zur Verpackungswende).

Deshalb fördern die Initiative „metal recycles forever“ und ihre Mitglieder mit ihren Aktivitäten die Nutzung von wiederverwertbaren Metallverpackungen und tragen zu einer Bewusstseinsveränderung in Industrie und Handel bei (www.metalrecyclesforever.eu).

Hygienisch und biokompatibel

Charakteristisch für Metalle ist ihre hohe Reflexivität und Undurchlässigkeit für Licht, unabhängig von der Dicke des verwendeten Materials. Aufgrund dieser Eigenschaften sind Container aus Edelstahllegierungen ideal, um ihre Füllstoffe vor unerwünschten Einflüssen zu schützen.

In der Verpackungsindustrie kommen legierte Edelstähle zum Einsatz. Diese sind Mischungen aus Eisen und anderen Metallen. Zu den bekanntesten gehören V2A (Chrom-Nickel-Stahl) und V4A (Chrom-Nickel-Molybdän-Stahl). Derartig legierte Stähle bilden auf ihrer Oberfläche eine Passivschicht, wodurch sie keinen zusätzlichen Oberflächenschutz benötigen.

Die herausragende hygienische Leistung von Edelstahl beruht auf fünf wesentlichen Faktoren. Erstens tragen die glatten Oberflächen dazu bei, dass sich Mikroorganismen nur schwer ansiedeln können. Folglich finden Keime, Pilze und Viren keinen geeigneten Nährboden und sterben ab. Außerdem weisen die Ionen der Chromnickel-Oberfläche von V2A-/V4A-Stahl antibakterielle Eigenschaften auf, wie eine umfassende Studie der Universität Manchester belegt (Quelle: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17950486/).

Eine Wechselwirkung mit Mikroorganismen und die damit verbundenen unvorhersehbaren Risiken für Mensch und Umwelt sind somit ausgeschlossen. Zusätzlich reagiert Edelstahl nicht mit herkömmlichen Reinigungs- oder Desinfektionsmitteln, abgesehen von Reinigungsmitteln, die mit Sauerstoff reagieren wie Chlorreiniger. Die Beständigkeit von Edelstählen gegenüber Säuren, Laugen und Oxidation ist umfangreich untersucht.

Ein weiterer Vorzug besteht darin, dass Edelstahl selbst unter industriellen Belastungen keine Partikel freisetzt. Dies bedeutet, dass organische Substanzen – darunter auch viele Arzneimittel und deren Inhaltsstoffe, die oft organische Säuren oder Basen sind – beim Kontakt mit Edelstahl nicht kontaminiert werden.

Und nicht zuletzt bieten verschlossene metallische Verpackungen einen Schutz des Inhalts vor äußeren Dämpfen und Gasen, da Metall von Natur aus eine diffusionssichere Eigenschaft aufweist. In umgekehrter Richtung verhindert die Diffusionsdichte von Metall das eventuelle Ausgasen von Gefahrstoffen. Im Gegensatz dazu fehlt Kunststoffen diese physikalische Eigenschaft, sie sind grundsätzlich in beide Richtungen diffusionsoffen.

Metall-IBC Schäfer Container Systems 02 1200

Beispiele verschiedener Bauarten und Ausführungen von Großpackmitteln aus Edelstahl mit Gefahrgutzulassung.

©Foto: Schäfer Werke GmbH

Allroundtalente

In der Gesamtbetrachtung zeigen Edelstahl-Großpackmittel eine deutlich reduzierte Umweltauswirkung hinsichtlich des Abfalls und der Emissionen im Vergleich zu Kunststoff-Großverpackungen. Edelstahl als Grundmaterial für nachhaltige Verpackungen erweist sich in sämtlichen relevanten Branchen als äußerst vielseitig einsetzbar. Dabei bedarf es weder Kompromisse noch sind nachteilige Eigenschaften bekannt.

Dank ihrer Langlebigkeit, die bei sachgemäßer Wiederverwendung oft mehrere Jahrzehnte beträgt, wie empirische Daten von Schäfer Container Systems belegen, sind Edelstahl-Großverpackungen überaus ökologisch. Durch die Möglichkeit der langjährigen, wiederholten Nutzung und des unbegrenzten Recyclings sind sie fest im Kreislauf der Wiederverwendung integriert. Der entscheidende Vorteil liegt hierbei in der kontinuierlich hohen Qualität des Materials Edelstahl innerhalb dieses Kreislaufs.

Christof Ermert
Schäfer Container Systems, Neunkirchen



Metall-IBC in vielen Varianten

Schäfer Container Systems, Hersteller recycelbarer Behältersysteme für Getränke (KEGs) sowie von IBC und Sonderbehältern aus Edelstahl für flüssige Medien, Feststoffe und Granulate, ist Teil der Schäfer Werke Gruppe mit Hauptsitz in Neunkirchen im Siegerland.

Das Unternehmen ist mit verschiedenen Geschäftsbereichen weltweit tätig: EMW Stahl-Service-Center, Lochbleche, Behältersysteme und Industriecontainer, Infrastruktur für Rechenzentren sowie Einrichtungen für Büro und Werkstatt. Alle Bereiche arbeiten auf der Grundlage hochwertigen Stahlfeinblechs.

Schutz für flüssige, entzündbare, giftige oder ätzende Stoffe bietet beispielsweise der zylinderförmige Schäfer Variotainer (10 bis 200 Liter), heißt es vonseiten des Herstellers. Neben klassischen Ganzstahl-Varianten stehen auch voll-ummantelte und damit noch stoßsichere Modelle zur Verfügung.

Modelle wie der Schäfer Cube fokussieren ökonomische Aspekte. Durch das Design und den gewichtssparenden Aufbau eignet sich der IBC nach Angaben des Unternehmens für nahezu alle Anforderungen in den im Text genannten Industrien. Er ist laut Mitteilung nach ADR zertifiziert und unter UN 31 A/Y zum Transport gefährlicher Güter bis zu 2,0 kg/Liter zugelassen. Darüber hinaus ermögliche die totraumarme Auslaufkonstruktion eine optimale Restentleerung des Behälters.

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