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26.01.2022 Meldung

TT Club warnt vor falsch deklariertem Divinylbenzol

Nach Erkenntnissen des Versicherers versuchen Verlader, den Stoff beim Transport ab China als flüssigen umweltgefährdenden Stoff der Klasse 9 zu deklarieren.
Flaminia Containerschiff Feuer 1200

In den vergangenen Jahren hatte es auf Seeschiffen mehrere schwerwiegende Zwischenfälle mit polymerisierenden Stoffen gegeben.

©Foto: Havariekommando/Picture Alliance/dpa

Der TT Club, weltweiter Anbieter von Versicherungen für Transport und Logistik, warnt Spediteure, Reedereien, Betreiber und Vermieter von Tankcontainern und andere Logistikunternehmen vor falsch deklariertem Divinylbenzol (DVB). Nach Erkenntnissen des Versicherers versuchen Verlader, DVB beim Transport von China zu Bestimmungsorten in Europa und den USA fälschlicherweise als Klasse 9, UN 3082 UMWELTGEFÄHRDENDER STOFF, FLÜSSIG, N.A.G. (Divinylbenzol) zu deklarieren. Man gehe davon aus, dass diese Verlader versuchen, die Ware in temperaturgeführten Tankcontainern zu buchen, was in der Regel als unvereinbar mit Klasse 9 anzusehen sei.

Angesichts der schwerwiegenden Zwischenfälle in den vergangenen Jahren waren neue UN-Nummern in die Unterklasse 4.1 für polymerisierende Stoffe in den IMDG-Code aufgenommen worden. Obwohl Divinylbenzol oder verwandte Handelsnamen, zu denen laut TT Club Diethenylbenzol oder Vinylstyrol gehören können, in den Gefahrgutvorschriften nicht ausdrücklich genannt werden, sei es unter einer der beiden folgenden Nummern einzustufen:

  • UN3532, POLYMERISIERENDER STOFF, FLÜSSIG, STABILISIERT, N.A.G.
  • UN3534, POLYMERISIERENDER STOFF, FLÜSSIG, TEMPERATURKONTROLLIERT, N.A.G.

DVB ist eine flüssige Chemikalie, die zur Polymerisation (einer Form der Selbstreaktion) neigt. Wie der TT Club weiter mitteilt, werden bei Produkten, bei denen ein Polymerisationsrisiko besteht, in der Regel chemische Inhibitoren eingesetzt, um die Selbstreaktion zu verhindern. Solche chemischen Inhibitoren seien für einen begrenzten Zeitraum bei einer Höchsttemperatur von etwa 27 °C wirksam, vorausgesetzt, dass eine kritische Sauerstoffsättigung aufrechterhalten wird. Daher verlangen die geltenden gesetzlichen Vorschriften eine Temperaturkontrolle, um sicherzustellen, dass die Ladung ausreichend stabilisiert bleibt. (gg/gh)

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