Metallverpackungen: Variantenreiche Modelle
Ideal für den Ammoniak-Transport: Der T50 Spezialtank von WEW Container Systems verfügt über die Zulassungen gemäß ADR, RID und IMDG.
©Foto: WEW Container SystemsOb Edelstahl, Aluminium oder andere Legierungen – das Angebot an Metallverpackungen für Gefahrgüter ist breit und ein wichtiger Bestandteil des gesamten Gefahrgutverpackungsspektrums. Das zeigt sich auch bei der aktuellen Bestandsaufnahme zur FachPack 2018 in Nürnberg. Seit der Weltleitmesse interpack im vergangenen Jahr in Düsseldorf hat sich einiges getan in diesem Bereich. Sowohl neue Varianten an Metall-IBC als auch Tankcontainer und Gefahrgutcontainer sind dazugekommen.
Das aktuellste Beispiel ist der neue Schäfer Cube, den Schäfer Container Systems, ein Unternehmensteil der Schäfer Werke, zur Weltleitmesse der Prozesstechnik, der Achema in Frankfurt am Main, im Juni 2018 vorgestellt hat. Es handelt sich um einen Mehrweg-Behälter aus Edelstahl in rahmenloser Leichtbaukonstruktion. Durch ein ergonomisches Design und eine gewichtssparende Konstruktion eignet er sich den Angaben nach für nahezu alle Anforderungen in der Chemie-, Farben-, Lebensmittel-, Pharma- und Mineralölindustrie. Der Metall-IBC ist nach ADR zertifiziert und unter UN 31 A/Y zum Transport gefährlicher Güter bis zu 2,0 Kilogramm/Liter zugelassen.
Zu seinen Vorteilen sollen eine optimale Restentleerung des Behälters durch den tiefgezogenen, totraumarmen Unterboden sowie die Fertigung aus hundert Prozent Edelstahl gehören, die eine lange Lebensdauer garantiert. Eine im Verhältnis zu Standard-Edelstahl-IBC reduzierte Gesamthöhe ermöglicht darüber hinaus die Nutzung auf Produktionsanlagen, welche aktuell auf Kunststoffbehälter ausgelegt sind. Durch die Stapelbarkeit und ergonomisch optimale Raumausnutzung passen bis zu 40 Schäfer Cubes in einen 40-Fuß-See-Container und bis zu 44 in einen LKW.
„Unser neuer Schäfer Cube ist eine optimale Lösung, wenn es um effiziente, ökonomische und damit zukunftsorientierte Verpackungsmittel geht“, sagt Christof Ermert, Bereichsleiter Vertrieb bei Schäfer Container Systems, IBC.
Vielseitig: Der neue Metall-IBC Schäfer Cube eignet sich für nahezu alle Anforderungen in der Chemie-, Farben-, Pharma- und Mineralölindustrie.
©Foto: Schäfer WerkeAlukiste für Lithiumbatterien
Der Verpackungsexperte Zarges mit Sitz in Weilheim in Oberbayern hat kürzlich sein Portfolio um eine Lösung für den Transport und die Lagerung von beschädigten Lithium-Ionen-Batterien erweitert und die Aluminiumkiste K470 Akku Safe vorgestellt. „Einer unserer Kunden ist mit dieser Herausforderung an uns herangetreten. Gemeinsam mit einem Expertenteam aus internen Spezialisten und dem Kunden haben wir eine Lösung entwickelt. Zarges’ jahrzehntelange Erfahrung mit Verpackungen für Lithium-Ionen-Batterien hat hierbei eine entscheidende Rolle gespielt“, erläutert Michael Blum, Produktmanager bei Zarges.
Normalerweise sollte sich der Anwender schnell in Sicherheit begeben, wenn aus einer Verpackung, in der eine Batterie gelagert wird, Rauch austritt. Ganz anders jedoch bei der neuen Aluminiumkiste des Unternehmens: Denn hier bedeutet es, dass gerade Brandschäden vereitelt werden. Die neue Gefahrgutverpackung ist den Angaben zufolge nämlich darauf ausgerichtet, defekte oder beschädigte Batterien sicher zu transportieren und zu lagern.
Die Innenausstattung des Behältnisses ist mit intumeszierendem Material beschichtet. Dadurch schäumt das Innenleben im Fall eines Brandes auf und verhindert, dass sich die Flammen ausbreiten. Das Prinzip dahinter: Das saugfähige Spezialmaterial sorgt dafür, dass feste Bestandteile aus den Batteriegasen herausgefiltert werden und flüssige Elemente an der Faseroberfläche kondensieren. Somit unterbindet die Aluminiumkiste, dass sich austretende Brandgase entzünden können. Die Kiste besitzt ein geringes Gewicht von 11,5 Kilogramm und verfügt über Innenmaße von 550 x 550 x 220 Millimetern. Die integrierte Polsterung besitzt nur eine niedrige Wärmeleitfähigkeit. Außerdem ist sie weder brennbar noch elektrisch leitend. Darüber hinaus entspricht die Neuvorstellung nach Unternehmensangaben allen Vorgaben des ADR.
„Eine Gefahrgutkiste muss im Ernstfall die Energie abfedern, die bei einem Brand frei wird“, erklärt Michael Blum. Daher wurde die Kiste einem Brandtest mit sehr strengen Kriterien unterzogen: Die Oberfläche des Behältnisses darf eine Temperatur von 100 Grad Celsius nicht überschreiten. „Die nachgewiesene Sicherheit im Brandfall überzeugt uns und stellt sicher, dass das Produkt die Anforderungen der Anwender optimal erfüllt“, so Blum.
Ideal für Lithium-Batterien: Die Aluminiumkiste K470 Akku Safe ist speziell darauf ausgerichtet, defekte oder beschädigte Batterien bequem und sicher zu transportieren und zu lagern.
©Foto: ZargesTankcontainer für den Ammoniak-Transport
Ein weiteres interessantes Produkt ist der Tankcontainer T50, der für den Straßen-, Schienen- und Seetransport von hochreinem Ammoniak (UN-Nummer 1005) konzipiert ist (siehe Bild ganz oben). Er wurde von der WEW Container Systems mit Sitz in Weitefeld entwickelt, einem Unternehmen der deutschen Thielmann-Gruppe, und verfügt über die Zulassungen nach ADR, RID und IMDG-Code. Er besteht aus dem Werkstoff 304N / 1.4315 und ist für einen Prüfdruck von 25,7 bar ausgelegt. Der Großbehälter ist mit drei Schwallwänden ausgestattet. Er ist zudem ausgerüstet mit einem zweifachen Gas-Sicherheitsventil für zwei Gas- und zwei Flüssigphasen sowie einem dreifachen Rohrbruchventil. Zusätzlich ist eine Dampfheizung für den Tankmantel und die Böden, eine Dampfsperre aus Aluminium sowie eine Isolation mit Dämmfilz vorhanden. Eine Sonderausrüstung für Thermotracking sowie ein Notfallcover runden das breite Zubehör ab.
Ebenfalls von der Thielmann-Gruppe, allerdings in diesem Fall vom Mutterunternehmen, wurden kürzlich neue Gefahrstoff-Container vorgestellt. Bei den kleinvolumigen Mehrwegbehältern GGB aus Edelstahl handelt es sich den Angaben zufolge um Behältnisse mit Volumina von 10 bis 250 Litern für den Transport und die Lagerung von brennbaren Flüssigkeiten (Klasse 3), entzündbaren festen Stoffen (Klasse 4), brandfördernden Stoffen und organischen Peroxiden (Klasse 5), toxischen Stoffen (Klasse 6.1), korrosiven Produkten (Klasse 8) und anderen Stoffen (Klasse 9). Je nach Fassungsvermögen reicht das Gewicht von 5,1 bis zu 34,2 Kilogramm. Alle Varianten sind druck- und bedingt vakuumfest. Eine langfristige Nutzbarkeit und ein zu hundert Prozent recycelbares Material der Produktreihe soll zu geringeren Betriebskosten führen, die Umwelt schützen und die Sicherheit von Endanwendern maximieren.
Klein und wieder benutzbar: Die Mehrwegbehälter der GGB-Reihe sind speziell für den Transport von brennbaren Gefahrstoffen konzipiert.
©Foto: Thielmann-GruppeAlle Container verfügen über eine Zulassung nach UN-Code 1A1 für die Verpackungsgruppen I, II und III sowie 1A2 für die Verpackungsgruppen II und III. Auf Wunsch kann eine CE-Kennzeichnung für Flüssigkeitsklassen 1 und 2 angebracht werden. Die Behälter sind aus den Edelstahlvarianten 1.4301 (AISI 304) oder 1.4571 (AISI 316Ti) gefertigt und erlauben eine Beschriftung mittels Prägung oder Gravur. Darüber hinaus sind sie mit Rollringen für den Schutz der Etiketten ausgestattet.
Für ihre Nachverfolgung können optional RFID-Tags angebracht werden. Für ein erleichtertes Handling besitzen sie einen Handgriff mit zwei Haltelöchern. Je nach Applikation und Kundenwunsch sind zudem weitere Optionen wie ein Stapelrand, unterschiedliche Kupplungssysteme oder auch eine Ausführung als CE-Druckbehälter erhältlich. Auch spezielle an die Anforderungen der GMP oder der US-amerikanischen FDA angepasste Versionen sind verfügbar.
Darüber hinaus hat die Gruppe eine Reihe von neuen Tankcontainern in ihr Produktportfolio aufgenommen. Die Produktreihe TCL setzt sich aus fünf Modellen zusammen. Sie wurde für den Transport von hochgiftigen Flüssigkeiten konzipiert und ist ausgelegt für Fassungsvermögen von 1.000 bis 1.500 Litern mit Maßen (Breite x Länge x Höhe) von 1.000 x 1.000 x 1.450 bis zu 1.200 x 1.200 x 2.050 Millimetern sowie Durchmessern von 950 bis 1.200 Millimetern. Sie verfügt über die Zulassungen nach ADR, RID und IMDG-Code. Spezielle UN-Zulassungen können optional ebenso dazukommen wie eine CE-Kennzeichnung. Alle Container bestehen aus Edelstahl und besitzen eine elektropolierte oder lackierte Oberfläche sowie verschiedene Kupplungssysteme. Optional kann auch die Innenseite elektropoliert oder beschichtet werden.
Durch ihre Geometrie sind die TCL-Container leicht zu reinigen und können rückstandsfrei entleert werden. Sie sind laut Hersteller druckresistent für den Bereich von +10 bis -1 bar. Ihr Druckkegel erfüllt die Normen DN 400 und DN 500. Sie sind zudem stapelbar und geeignet für den Einsatz mit Gabelstaplern und Handgabelhubwagen sowie für den Krantransport. Durch einen robusten Rahmen ist der innere Tank dabei gut geschützt.
Neue Option für den Transport von hochgiftigen Flüssigkeiten: Die Produktreihe TCL von Thielmann ist ausgelegt für Volumina von 1000 bis 1500 Liter.
©Foto: Thielmann-GruppeBergegefäß besteht Praxistests
Nicht zuletzt hat auch die Graeven-Metalltechnik eine Neuigkeit zu vermelden. Das westfälische Unternehmen hatte vor einigen Jahren ein Bergegefäß für die Sicherung von defekten Gasflaschen vorgestellt. Das Bergungsdruckgerät hat kürzlich zwei weitere Praxistests erfolgreich bestanden. Beide betroffenen Unternehmen lobten den Angaben nach vor allem die trotz schrägen Bodens einfache Entnahme der Gasflaschen aus dem Gerät. Auch die gute Verarbeitung und die einfache Befestigung des Gebindes wurden hervorgehoben.
Das Gefäß aus Edelstahl, das bereits 2015 auf dem Markt kam, ist in verschiedenen Ausführungen verfügbar. Als Zeit sparende Besonderheit wird der Behälterdeckel nicht mehr mit Klammerschrauben befestigt, sondern über einen Schnellverschluss mit einer manuellen Deckeldrehvorrichtung in Form eines Zahnradhebels und einem Kugelhahn verriegelt.
Alle Behälter entsprechen gemäß Hersteller der europäischen Richtlinie für Bergungsdruckgefäße ATR 1/10 - EN 14208. Laut Baumusterzulassung sind lediglich sechs Gase aus der ADR-Gaseliste ausgenommen; 199 Gase inklusiv ihrer Gasgemische sind somit zugelassen.
Ralph Ammann
Fachjournalist, Schwerpunkt Verpackungstechnik
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