Verpackung

07.09.2023 Fachbeitrag

Messe Interpack 2023: Willkommen daheim

Erstmals nach sechs Jahren hatte die Messe Düsseldorf die Besucher wieder zu den Neuheiten der Fachmesse Interpack eingeladen. Ein Schwerpunkt lag dabei auf dem Thema Nachhaltigkeit.
Messe Interpack 2023 1200

143.000 Besucher und 2807 Aussteller meldet der Veranstalter für die Messe Interpack Anfang Mai 2023.

©Foto: Messe Düsseldorf/Constanze Tillmann

„Welcome home“ war das Motto, unter dem die Fachmesse Interpack ihre Besucher vom 4. bis zum 10. Mai in Düsseldorf begrüßte. Verständlich, waren doch seit der letzten Veranstaltung im Jahr 2017 wegen der coronabedingten Absage 2020 sechs Jahre vergangen. Und sie kamen denn auch: 143.000 Besucher und 2807 Aussteller meldet der Veranstalter, zwei Drittel davon aus dem Ausland.

An vielen Ständen stand dabei das Thema Nachhaltigkeit im Fokus. Dies galt auch für die Firmen, die Lösungen für die Gefahrgutlogistik mitgebracht hatten.

So nutzte etwa der Verpackungsspezialist Schütz die Messe, um einige Neuerungen bei IBC, Kunststoff- und Stahlfässern vorzustellen. Dazu zählen unter anderem die Verpackungen der neuen Green-Layer-Serie. In die Mittelschicht der IBC-Innenbehälter, Fasskörper und Kanister dieser Produktlinie bringt Schütz mit einem Anteil von 30 Prozent naturfarbenes Recyclingmaterial ein. Und eine neu entwickelte Kunststoffrahmenpalette, die komplett aus Rezyklat gebrauchter IBC besteht, trägt ebenfalls zur Reduzierung des CO2-Fußabdrucks bei.

Eine weitere Innovation ist das Schütz Dip-tube-System für die geschlossene Entnahme von hochsensiblen und gefährlichen Füllgütern aus IBC und PE-Fässern.

Erhöhten Schutz im Brandfall verspricht der Ecobulk SX-D. Seine geschlossene Außenhülle aus Stahl ist mit der Stahlbodenwanne verbördelt und verschweißt. Diese Konstruktion bildet einen zusätzlichen flüssigkeitsdichten Container und dient im Falle einer Beschädigung des HDPE-Innenbehälters als integrierte Auffangwanne. Der IBC mit 1000 Litern Füllvolumen ist laut Schütz einsetzbar in Ex-Zonen 1 + 2 und eigne sich für Bereiche, in denen Brand- und Auslaufschutz sowie Risikominimierung höchste Priorität haben. Der IBC ist für Dichten bis maximal 1,9 g/cm³ zugelassen, heißt es in der Produktbeschreibung. Dort ist auch vermerkt, dass der Container neben dem Label „FM Approved“ über das Prüfzeichen „UL listed“ nach dem UL-Test 2368 für Sicherheit und Feuerbeständigkeit des Zertifizierers Underwriters Laboratories verfügt.

IBC mit Auffangwanne Schütz Interpack 1200

Kombi-IBC mit integrierter Auffangwanne: Ecobulk SX-D von Schütz.

©Foto: Rudolf Gebhardt | TECVIA GmbH

Geschlossener Kreislauf

AST Kunststoffverarbeitung präsentierte auf der Messe das Rücknahmesystem „CIPACKS“ (Circular Packaging Solutions) als Angebot eines geschlossenen Verpackungskreislaufs. Zum Service gehört unter anderem die Abholung aller Gebinde und Folienverpackungen über ein neues Käfigsystem auf Grundlage einer Euro-PE-Palette aus recyceltem Material. Diese Palette aus Material, das über Cipacks gesammelt wurde, ist laut AST langlebiger als eine Holzpalette. Außerdem zählen zu dem Angebot die Bewertung der zurückgegebenen Gebinde von der Flasche über Kanister und Fässer bis hin zum Standard- oder Sonder-IBC sowie wenn möglich deren Rekonditionierung oder Recycling.

Außerdem am Firmenstand zu sehen waren UN-Kanister mit Gefahrgutzulassung der Serien EST 15-25 mit bis zu 50 Prozent Anteil von gebrauchten und wiederaufbereiteten Gebinden und EST 15-25 „Recover“ mit 40 Prozent Anteil rHDPE aus recycelten Gebinden. Weitere Kanister mit UN-Zulassung waren die Serien „Renew“ mit nach Firmenangaben bis zu 100 Prozent nachhaltigem Rohstoff aus unter anderem altem Frittierfett sowie „Revive“ mit bis zu 100 Prozent Material aus Pyrolyseöl.

Am Stand der Firma Greif konnten sich die Besucher die neue Version des interaktiven Rechners „Green Tool Lite“ zur Reduzierung von CO2-Emissionen vorstellen lassen. Nach Eingabe der wichtigsten Informationen analysiert und vergleicht der Rechner verschiedene Industrieverpackungen und gibt den Kunden somit einen Einblick in die Umweltverträglichkeits-Daten ihrer Produkte. Die Ergebnisse werden in einem Diagramm dargestellt, das die CO2-Emissionen zeigt, die durch die Herstellung und den Transport entstehen, zum Beispiel von neu hergestellten im Vergleich zu wiederaufgearbeiteten IBC. Außerdem werden CO2-Emissions-Äquivalente angegeben.

Palettenboxen Craemer Interpack 2023 1200

Stapelnocken an den Außenecken geben den Palettenboxen von Craemer sicheren Halt.

©Foto: Rudolf Gebhardt | TECVIA GmbH

Vor allem für die Logistik rund um Herstellung, Transport, Lagerung und Entsorgung von Lithiumbatterien hat Craemer seine UN-zertifizierten CB-Palettenboxen (4H2/Y) gedacht. Die Kunststoff-Boxen im Euroformat (CB1) und Industriemaß (CB3) verfügen laut Hersteller über drei unverschweißte Längskufen, luftdichte Deckel, Stapelnocken an den Außenecken und zwei Spanngurte. Transponderhalterungen dienen der Nachrüstung mit RFID-Tags, Bedruckungsfelder der Logoprägung, Beschriftung oder Nummerierung. Zusätzliche Rippen über den Einfahröffnungen bieten Rammschutz gegen Gabelstaplerzinken. Eine nahtlose Bauweise und glatte Innenwände sollen Entleerung, Reinigung und Trocknung erleichtern.

Darüber hinaus war am Craemer-Stand zu erfahren, dass die Kunststoff-Boxen temperaturbeständig von -30 bis +40 °C sind, kurzzeitig bis zu +90 °C, sowie resistent gegen die meisten Chemikalien und Reinigungsmittel. Die CB1 hat ein Volumen von 470 Litern und ein Gewicht von 39 Kilogramm mit Deckel, die CB 3 bietet 610 Liter bei 43 Kilogramm mit Deckel.

Für doppelte Anforderungen

Als jüngstes Mitglied ihrer IBC-Produktfamilie zeigte die Firma Werit auf der Interpack den PolyEx-Food. Denn auch in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie werden entzündbare Mischungen abgefüllt. Hierfür sind IBC gefragt, die geeignet für Lebensmittel gemäß VO 10/2011 sind sowie die Ex-Schutz-Anforderungen erfüllen. Durch eine wechselbare Ventilbefestigung und eine ableitfähige Multilayer-Struktur des Innenbehälters hat der Hersteller nun einen IBC im Programm, der diese beiden Eigenschaften vereint.

IBC Werit Ex-Schutz Lebensmittel Interpack 2023 1200

Der PolyEx-Food von Werit erfüllt die Anforderung für Lebensmittel sowie für den Ex-Schutz.

©Foto: Rudolf Gebhardt | TECVIA GmbH

„Füllmedien für diese IBC sind Alkohole für den Lebensmitteleinsatz, Essenzen sowie Aromen mit Alkoholen und Terpenen. Oft werden diese als Konzen­trat abgefüllt und sind leicht flüchtig und entzündlich“, erklärte Gerd Herhalt, Product Manager IBC bei Werit, und ergänzte: „Sofern der Flammpunkt der Lösung unter 61 °C liegt, ist in vielen Fällen ein Ex-Schutz notwendig und eine entsprechende ableitfähige Verpackung.“

Aus diesem Grund habe der PolyEx-Food eine ableitfähige Außenschicht und im Inneren neues HDPE, welches für den Lebensmitteleinsatz geeignet ist. Anstelle von Kohlenstoff werde die Ableitfähigkeit am Ventil laut Herhalt über einen Anschweißbund mit Metallfaser erzielt.

Die nächste Interpack ist für den 7. bis 13. Mai 2026 in Düsseldorf geplant.

Rudolf Gebhardt

Drucken Empfehlen
Kommentare -
Diskutieren Sie mit
Kommentar schreiben
PROMOTION-BOX

IBC-Lösungen für Gefahrgut & Lebensmittel

Ob 300-, 600-, 800- oder 1-000-Liter IBC in Ex-Ausführung oder mit Lebensmitteleignung, WERIT bietet sichere, zugelassene Lösungen für Gefahrgut und sensible Füllgüter.

Jetzt informieren!