Kaum ein Industriezweig will noch auf den wiederaufladbaren Energiespeicher Lithiumionen-Akku verzichten. So gingen im vergangenen Jahr über fünf Milliarden Li-Ionen-Batterien über den Ladentisch, für Laptops, Kameras, Handys und Elektroautos. Knopfzellen finden sich in Adventskalendern oder Glückwunschkarten, in Kassensystemen oder Sicherheitswesten. Und Patentanmeldungen rund um diese Technologie gehen jährlich in die Tausende.
Defizite und offene Fragen
Ein wahrer Siegeszug also. Das ist gut für die Konjunktur und eine Spielwiese für den geneigten Konsumenten. Doch den Hersteller und den Händler, den Transporteur und den Entsorger stellt das Besondere der Technologie und die zunehmende Energiedichte immer noch vor eine besondere Herausforderung. Aufgrund der Zersetzungsgefahren innerhalb der Zelle (siehe Artikel "Extreme Ereignisse"), des „eigenartigen" Brandverhaltens und des Risikos durch falsche Behandlung haben die Gesetzgeber ein komplexes Regelwerk aufgestellt, um diese Risiken während des Transports zu minimieren – und an dem sie immer noch feilen.
Die internationale Pilotenvereinigung Ifalpa würde am liebsten alles, was mit den Boomprodukten zu tun hat, aus ihren Flugzeugen verbannen. Weil das nicht möglich ist, haben sie zumindest mit dafür gesorgt, dass die Transportbedingungen besonders restriktiv sind ("Über den Wolken"). Selbst die Versandbedingungen für die kleinen Batterien ("Erleichterung verschafft") sollen 2017 eingeschränkt werden.
Dass es sich trotz allem um eine junge Entwicklung handelt, merken die Versicherer, denen gesicherte Antworten zur Lagerung noch fehlen, sowie die Entsorger, die schnell nach Alternativen zur bisherigen Sammelpraxis suchen müssen.
Lithiumbatterien werden nicht nach einem einheitlichen System gebaut und das jeweilige System ist von außen nicht erkennbar. Das ist ein Grund für die Vorschriftentiefe. Bei den Entsorgern verursacht dies Probleme. mehr
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Innerhalb weniger Jahre sind die Mengen an lithiumhaltigen Energiespeichern, die in Deutschland transportiert und gelagert werden, enorm in die Höhe geschossen. Batteriehersteller und Lagerlogistiker bekommen nun zunehmend Platzprobleme, ihre Batterien beziehungsweise Batterien in einzelnen Geräten wirtschaftlich und zugleich brandschutztechnisch ausreichend sicher zu lagern. Ein Gespräch mit Marco van Lier, Referent Schadenverhütung-Sachversicherung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft GDV, über die Risikobeurteilung aus Sicht der Sachversicherer und über offene Fragen. mehr
Beim Versand von Lithium-Ionen- und Lithium-Metall-Batterien per Flugzeug sind unterschiedliche Vorgaben zu beachten. Wichtig ist dabei auch, ob die Batterien alleine, in oder mit Geräten verpackt sind. mehr
Ob ein hoher oder niedriger Anteil von Lithium-Batterien im Gesamtgemisch eines EAG-Abfalltransports steckt, scheint für das Brandrisiko von geringer Bedeutung zu sein. Das fordert ein radikales Umdenken. mehr
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