Lager

26.01.2026 Fachbeitrag

Lagerschränke und -container: Weniger Wildwuchs | Cabinets and containers: Less uncontrolled growth

Das VDMA-Blatt mit einheitlichen Prüfkriterien für die Lagerung und das Laden von Lithiumbatterien stellt derzeit den Stand der Technik dar. | The VDMA sheet with test criteria for the storage and charging of lithium batteries currently represents the state of the art.

Sicherheitsschränke für das Lagern und Laden von Batterien müssen hohe Anforderungen erfüllen. | Safety cabinets for storing and charging batteries must meet high requirements.

©Foto: D. Schulte-Brader | TECVIA Media GmbH

Die Messe Essen, VdS Schadenverhütung und der Branchenverband VDMA haben 2025 das Marktforschungsinstitut INSA beauftragt, 1.000 Unternehmen und 4.000 Privatpersonen zur Sicherheit zu befragen. Neben anderen Aspekten wurde auch abgefragt: „Wo werden in Ihrem Unternehmen Lithium-Ionen-Batterien (z. B. zur Nutzung in Akku-Werkzeugen oder Elektrofahrrädern) geladen?“ Die Antworten wurden im Rahmen des Sicherheitsmonitors 2025 veröffentlicht.

Am häufigsten laden die befragten Unternehmer beziehungsweise Führungskräfte Lithium-Ionen-Batterien direkt an der Steckdose. Gut ein Drittel (34 %) hätte dies in der Umfrage angegeben. Dahinter folgte ein speziell ausgerichteter Ladeschrank mit 29 Prozent und ein normaler Schrank mit 20 Prozent. 15 Prozent würden ihre Batterien in einem Regal aufladen und ein Prozent woanders. Bei zwölf Prozent werden keine Lithiumbatterien im Unternehmen eingesetzt, sechs Prozent wissen es laut Umfrage nicht und ein Prozent wollte keine Angaben machen.

Erstaunlich an den Ergebnissen sind nicht die 34 Prozent, die direkt an der Steckdose laden, sondern die 29 Prozent, die dafür einen Spezialschrank nutzen. Das wird die Anbieter von Sicherheitsschränken für Lithiumbatterien freuen, hat sich hier doch ein noch junger Markt durchgesetzt.

Da der Wunsch nach mehr Standardisierung und weniger Wildwuchs laut geworden ist, haben Branchenvertreter und Sicherheitsexperten unter der Ägide des VDMA Anfang 2025 eine neue Prüfgrundlage mit einheitlichen Prüfanforderungen für feuerwiderstandsfähige Sicherheitsschränke zum Lagern und Laden von Lithium-Akkus erarbeitet und veröffentlicht.

Einige Schränke bieten integrierte Löschmittel. | Some cabinets offer integrated extinguishing agents.

©Foto: D. Schulte-Brader | TECVIA Media GmbH

Ohne eindeutige Rechtsgrundlagen sehen die Anbieter der Sicherheitsschränke und -container einen enormen Erklärungsbedarf bei den Kunden. Auch die Vielfalt an Möglichkeiten an Prüfszenarien mit unterschiedlichsten Vor- und Nachteilen erschwert einen einfachen Einkauf. Insofern ist der Vorstoß zu einem VDMA-Blatt zu begrüßen. Entscheidend für das Vertrauen wird dabei der erforderliche Nachweis einer unabhängigen Zertifizierungsstelle wie der European Certification Body GmbH gesehen. Der VDMA ist dabei, eine europäische Version des Blattes zu schaffen. Zugleich bemüht sich die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung mit eigenen Versuchen, möglichen Prüfkriterien den Weg zu bereiten, die dann in eine Normung einfließen sollen.

Zu dem umseitig geschilderten Ergebnis der Umfrage passt, dass die Anbieter ein erheblich gesteigertes Interesse an Schränken erleben, in denen Batterien sowohl gelagert als auch geladen werden können.

Der Anteil sei weiter ansteigend, so die Rückmeldungen an die Redaktion. Wichtig seien allgemein Brandschutzklassen wie Typ 90 (= FWF 90, F90), allerdings immer in Relation zum Preis. „Bei Kunden mit einer eher überschaubaren Anzahl handelsüblicher Lithium-Batterien sind kostengünstige Einstiegslösungen mit einem Mindestschutz von 90 Minuten Feuerwiderstand von innen und außen sehr gefragt.“ Bei Kunden mit größeren Mengen Lithium-Akkus oder Rohzellen seien die Anforderungen entsprechend höher. Neben der Feuerwiderstandsfähigkeit geht es vor allem um den Schutz vor Explosionen sowie verschiedene Alarmierungsmöglichkeiten.

Daniela Schulte-Brader


High-Tech Lagerschrank von Düperthal – auch zum Laden geeignet. | High-tech storage cabinet from Düperthal – also suitable for charging.

©Foto: Düperthal GmbH & Co. KG

In 2025, Messe Essen, VdS Schadenverhütung and the industry association VDMA commissioned a market research institute to survey 1,000 companies and 4,000 private individuals on the subject of security. Among other aspects, the survey also asked: ‘Where are lithium-ion batteries (e.g. for use in cordless tools or electric bicycles) charged in your company?’ The answers were published as part of the 2025 Safety Monitor.

Most of the entrepreneurs and managers surveyed charge lithium-ion batteries directly from a power outlet. A good third (34%) said so in the survey. This was followed by a specially designed charging cabinet with 29% and a normal cabinet with 20%. 15% would charge their batteries on a shelf and 1% some-where else. Twelve per cent do not use lithium batteries in their company, six per cent do not know, according to the survey, and one per cent did not want to provide any information.

What is surprising about the results is not the 34 per cent who charge directly from the mains socket, but the 29 per cent who use a special cabinet for this purpose. This will please suppliers of safety cabinets for lithium batteries, as this is a still relatively young market has established itself here. As the desire for greater standardisation and less uncontrolled growth has become apparent, industry representatives and safety experts, under the auspices of the VDMA, developed and published a new test standard with uniform test requirements for fire-resistant safety cabinets for storing and charging lithium batteries at the beginning of 2025.

Without a clear legal basis, suppliers of security cabinets and containers see an enormous need to educate their customers. The wide variety of test scenarios with different advantages and disadvantages also makes purchasing difficult. In this respect, the initiative to create a VDMA sheet is to be welcomed. The necessary certification from an independent certification body such as the European Certification Body GmbH is seen as crucial for building trust. The VDMA is in the process of creating a European version of the sheet. At the same time, the Federal Institute for Materials Research and Testing is conducting its own tests to pave the way for possible test criteria, which will then be incorporated into a standard.

In line with the results of the survey described overleaf, suppliers are experiencing a significant increase in interest in cabinets in which batteries can be both stored and charged. According to feedback received by the editorial team, this proportion is continuing to rise. Fire protection classes such as Type 90 (= FWF 90, F90) are generally important, but always in relation to price.

Daniela Schulte-Brader

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