16.07.2021 Fachbeitrag

IHKs und Arbeitskreise: Mehr Kooperationen | Chambers and Round Tables: Increased cooperation

Die IHKs sind in Deutschland zuständig für die Anerkennung von Schulungsanbietern und für die Prüfungen der Teilnehmer. Für die Beantwortung von Fragen sind nicht mehr alle gleichermaßen gerüstet. Hier helfen Gefahrgutkreise und Austauschgruppen. | In Germany, the chambers of industry and commerce are responsible for accrediting training providers and examining participants. It is no longer the case that all are equally able to address all issues. This is where dangerous goods discussion groups and forums come into play.
Schulungsraum Gefahrgut 1200

Wer Gefahrgutschulungen durchführen will, benötigt dafür die Zulassung einer IHK. | If you want to carry out dangerous goods training, you need the approval of an IHK.

©Foto: Daniela Schulte-Brader/Springer Fachmedien München GmbH

Bei den Industrie- und Handelskammern (IHKs) sind Veränderungen zu spüren. Nach wie vor müssen Lehrgangsveranstalter, die Lehrgänge für Gefahrgutfahrer oder Gefahrgutbeauftragte (Gb) durchführen möchten, bei der für sie lokal zuständigen IHK eine Anerkennung nach § 7 der Gefahrgutbeauftragtenverordnung GbV und/oder nach Kapitel 8.2 der internationalen Gefahrgutvorschriften ADR beantragen. Die Lehrgangsveranstalter müssen dabei ihre Schulungen an bundeseinheitlichen Rahmenlehrplänen ausrichten. Eine Ausnahme dazu bildet das derzeitige, bis Ende dieses Jahres laufende Pilotprojekt für digitale Gb-Schulungen. Anerkennen lassen müssen die Veranstalter ihre Onlinekurse trotzdem.

Doch die IHKs kämpfen mit Kapazitätsengpässen. So kooperieren mittlerweile einige IHKs miteinander. Die entsprechende Abteilung einer IHK ist dann thematisch zuständig für mehrere Bezirke. Darüber hinaus wurden vor einigen Jahren in den meisten IHKs die Fachkundeabteilungen organisatorisch und personell von den Prüfungsabteilungen getrennt. So kann es gerade bei kleineren, nicht mit anderen IHKs kooperierenden Einrichtungen und niedriger Personaldecke mit der eigenen Fachkunde schnell mal dünn werden. Neue Entwicklungen wie digitale Schulungen, die anders als die analogen überwacht werden müssen, stellen eine besondere Herausforderung dar, die noch mal Kapazitäten schluckt. Ungeachtet dieser Hürden stellen viele IHKs kenntnisreiche Ansprechpartner. Für Fragen sind ansonsten die in ganz Deutschland verteilten Gefahrgutkreise zu empfehlen (Adressen siehe im Kasten „Arbeitshilfen“ rechts).

Wie in anderen Branchen auch planen die IHKs den Einstieg ins digitale Prüfen. Aktuell führen laut Mitteilung der DIHK 61 IHKs digitale Prüfungen durch, von „Ausbildung der Ausbilder“ über „Prüfungen gem. Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz im Güterkraftverkehr“ bis hin zum „Gefahrgutfahrer“. Rund 3000 Teilnehmer nehmen pro Monat an einer digitalen Prüfung teil.

Elektronische Prüfungen für Gefahrgutbeauftragte gibt es allerdings noch nicht. Darüber nachgedacht wird durchaus, aber da die Prüfung nicht ausschließlich aus Multiple-Choice-Fragen besteht, gehen voraussichtlich die nächsten ein, zwei Jahre ins Land, bevor eine Umsetzung klappt.

Daniela Schulte-Brader

Prüfung Schulung IHK Personen 1200

Angehende Gefahrgutbeauftragte müssen eine Prüfung bei einer IHK ablegen. Das bei Erfolg ausgestellte Zertifikat ist fünf Jahre gültig. | Future german dangerous goods advisors must pass an examination at an industry and commerce chamber (IHK). The certificate issued upon success is valid for five years.

©Foto: Martin Schutt/picture alliance/dpa

There are signs of change at the chambers of industry and commerce (IHKs). Course organisers wishing to run courses for dangerous goods drivers or dangerous goods safety advisers ­(DGSA) must obtain accreditation from their local chamber of industry and commerce (IHK) in accordance with Section 7 of the Ordinance on Dangerous Goods Safety Advisers (GbV) and/or Chapter 8.2 of the dangerous goods regulations of the European Agreement Concerning the International Carriage of Dangerous Goods by Road (ADR). The course organisers must design their training courses in accordance with nationally standardised core curricula. The pilot project for online DGSA training currently implemented by various IHKs is an exception, although organisers must still have their online courses accredited.

However, the IHKs are struggling due to capacity bottlenecks. Consequently, in recent years, some have decided to cooperate with each other. In these cases, a single department is then responsible for the curriculum of a number of districts. In addition, since the specialised departments in most IHKs are separate from the examination departments in terms of organisation and staffing, the specialised staff at smaller IHKs with low staffing levels can easily be stretched too thin. New developments such as online training, which must be monitored differently from traditional training, are also particularly challenging. Nevertheless, there are still many knowledgeable, and the various dangerous goods discussion groups are recommended (addresses see box ‘Arbeitshilfen’ on the right hand).

As in other sectors, the IHKs are planning to introduce online examinations. According to the Association of German Chambers of Industry and Commerce (DIHK), 61 IHKs currently provide online examinations for courses ranging from “Training the trainer”, “Examinations pursuant to the regulations for the training of drivers of road vehicles that carry goods” to “Dangerous goods driver”. Around 3000 participants take an online examination every month.

However, there is no online examination for DGSAs as yet. This is certainly being considered, but since the examination is not limited to multiple choice questions, implementing it is complex, so it will probably be another year or two before it will make an appearance.

Daniela Schulte-Brader

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