Kunststoffverpackungen

05.09.2015 Fachbeitrag

Eine Frage der Dichte

Neu entwickelte Kunststoffbehälter schaffen Anwendungsmöglichkeiten für die unterschiedlichsten Anforderungen der Kunden
Kombi-IBC 1200

Dichter als je zuvor: Flüssiggüter wie Laugen, Säuren oder Lacke sind mit dem TOPline IBC bis zu 2,4 Gramm pro Quadratzentimeter sicher verpackt.

©Foto: Werit Kunststoffwerke

Eine außergewöhnliche Neuvorstellung kommt vom österreichischen Hersteller Greiner Packaging. Dieser hat gemeinsam mit Husqvarna, einem weltweit tätigen Anbieter von Maschinen, Werkzeugen, Forst- und Gartengeräten, einen innovativen Öl-Benzin-Behälter entwickelt, der sowohl in der Produktion als auch in der Anwendung zahlreiche Vorteile bringen soll.

Die neu designte Husqvarna Combi can aus HDPE enthält Öl in einem und Benzin in einem zweiten Behälter und wurde speziell für Nutzer von Kettensägen entworfen, denen die Nachfülltanks ein Arbeiten ohne größere Unterbrechungen ermöglichen. Sie bietet Platz für 2,5 Liter Öl und 5 Liter Benzin.

„Bei der neuen Combi can handelt es sich um ein sehr komplexes Produkt. Das Design stammt von Husqvarna, bei der Umsetzung war unsere Kompetenz gefragt. Nach intensiver Entwicklungsarbeit haben wir es geschafft, sowohl die Kosten und den Produktionsaufwand für das Produkt zu senken, als auch die Nutzung des Behälters so praktisch wie möglich zu gestalten“, erklärt Günter Ausserwöger, Head of Division Kavo.

Der neue Behälter bietet nach Unternehmensangaben sowohl in der Herstellung als auch in der Anwendung zahlreiche Vorteile: Bisher mussten der Öl- und der Benzinbehälter getrennt produziert und anschließend zusammengebaut werden. In intensiver Zusammenarbeit zwischen beiden Unternehmen wurde nun ein deutlich effizienterer Produktionsprozess konzipiert: In einem Produktionsschritt und mit nur einem Werkzeug wird ein Behälter bestehend aus zwei Kammern gefertigt. Der zeitintensive Assemblingschritt entfällt, was dabei hilft, Kosten zu sparen.

Kanister Combi Can 1200

Die Combi can für Nutzer von Kettensägen bietet Platz für 2,5 Liter Öl und 5 Liter Benzin.

©Foto: Greiner Packaging

Doch auch Anwender profitieren von dem neuen Behälter: Zwischen den beiden Kammern wurde Raum für Werkzeuge und Ersatzteile eingeplant, die einen verzögerungsfreien Arbeitsprozess unterstützen. Ein Sichtfenster bei beiden Kammern erlaubt es dem Nutzer außerdem, zu jeder Zeit den Füllstand von Öl und Benzin zu kontrollieren. „Gerade bei einem Produkt wie diesem sind hohe Sicherheits- und Qualitätsstandards unerlässlich und von Husqvarna gefordert“, führt Günter Ausserwöger weiter aus. „Wir führen deshalb Fall-, Druck- und Dichtheitstests durch, um eine einwandfreie Nutzung der Husqvarna Combi can garantieren zu können.“ Die Combi can ist nach UN-Bestimmungen geprüft und zugelassen und ist Februar erhältlich.

Premium und Profi im Sortiment

Zwei Ergänzungen seines Produktsortiments hat der deutsche Hersteller Hünersdorff mit Sitz in Ludwigsburg bekannt gegeben. Neu im Portfolio ist einerseits die Reihe Premium-Kanister. Sie ist mit einem Fassungsvermögen von fünf Litern in den Farben schwarz, grün, rot, blau und gelb erhältlich und verfügt über zwei Auslaufrohre sowie einen roten Kinder-Sicherheitsverschluss. Alle Varianten verfügen den Angaben nach durch schwere Qualität über eine besonders geringe Permeation und sind dementsprechend geruchsneutral.

Kanister Auslaufrohr 1200

Farbenfroh: Das neue Premium-Kanister-Sortiment in fünf Farben ergänzt das Produktportfolio von Hünersdorff.

©Foto: Hünersdorff

Im Kanisterkörper ist jeweils ein schwarzes Auslaufrohr für Dieselfahrzeuge integriert. Ein weiteres rotes Auslaufrohr ist am Füllstutzen vorhanden. Da alle Kraftstoff-Kanister (UN/RKK) seit dem 1.6.2015 vom Endverbraucher nach GHS/CLP-Verordnung gekennzeichnet werden müssen, bieten die Ludwigsburger zur Kennzeichnung als Gefahrgutbehälter spezielle Kanister-Haftetiketten für Otto-/Dieselkraftstoff mit Gefahrensymbolen und Sicherheitshinweisen an.

Darüber hinaus ist der Profi-Explo-Safe-Kanister mit Explosionsunterdrückungs-System neu im Angebot des Herstellers. Er ist in zwei Varianten mit Fassungsvermögen von zehn und 20 Litern erhältlich, jeweils mit einem schwarzen Kinder-Sicherheitsverschluss. Die olivfarbenen Kanister aus HD-PE mit UN-Zulassung sind mit einem im Kanisterkörper integrierten schwarzen Auslaufrohr ausgestattet. Eine Besonderheit stellt die Füllung mit einem Gewebe aus Polyamid dar, welches die Hitze absorbiert und eine Explosion verhindern soll. Die Kanister sind platzsparend stapelbar und passen in die übliche Kanisterhalterung.

Kanister Ex-Unterdrückung 1200

Weitere Hünersdorff-Neuheit: der Profi-Explo-Safe-Kanister mit Explosionsunterdrückungs-System in den Größen 10 und 20 Liter.

©Foto: Hünersdorff

Zur Kennzeichnung werden in diesem Fall Kanister-Haftetiketten für Otto-/Dieselkraftstoff mit Gefahrensymbolen und Sicherheitshinweisen vom Hersteller angeboten. Die Explo-Safe-Kanister erfüllen zusätzlich die technischen Regeln für Gefahrstoffe TRGS 510 hinsichtlich der Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern. Als separates Zubehör ist ein spezielles Auslaufrohr für Dieselfahrzeuge erhältlich.

Dichter als je zuvor

Eine besondere Neuheit, die maximale Sicherheit beim Transport gefährlicher Güter ermöglichen soll, präsentiert Werit Kunststoffwerke mit dem neuen UN-zertifizierten TOPline IBC, der eine Dichte erreicht, die weit über die Norm hinaus reicht. Nahezu alle Flüssiggüter wie Laugen, Säuren, Lacke, Lebensmittel oder Sonderlösungen sind mit dem neuen Behälter bis zu 2,4 Gramm pro Quadratzentimeter sicher verpackt. Ein IBC, der eine derart hohe Dichte erreicht, ist nach Unternehmensangaben bisher einzigartig auf dem deutschen Markt.

Die Produktreihe TOPline IBC eignet sich für „Sondereinsätze“ wie den Transport spezieller Farben. Diese können dank der angesprochenen Dichte des Containers sicher gepackt und auf den Weg an Land oder zu Wasser gebracht werden. Insbesondere bei Transportvorgängen auf der Straße, mit der Bahn und in der Schifffahrt findet der Spezial-IBC beispielsweise für die Farb- und Lackindustrie Verwendung. Er ist den Angaben nach prädestiniert für derartige Einsätze, denn er ist unter anderem elektrisch ableitend bei brennbaren Flüssigkeiten mit einem entsprechenden Flammpunkt.

Aber nicht nur praktische und sicherheitsrelevante Aspekte spielen hier eine Rolle, sondern auch rechtliche. „Derzeit wird die Polizei hinsichtlich des Gefahrguttransports von Farben und Lacken höherer Dichte geschult – es muss eine entsprechende zulässige Verpackung eingesetzt werden. Kann ein IBC also nur bis 1,9er-Dichte transportieren und beispielsweise der Lack besitzt eine höhere Dichte, so kann dies in Zukunft zu Strafen führen“, erklärt Udo Hummelsberger, Technical Product Manager bei Werit.

Umfangreiche Tests bestätigen die Stabilität des Containers. Der jeweilige Kunststoffbehälter wird zunächst mit dem Originalfüllgut bis zu sechs Monate gelagert. Hieraus resultiert ein schädigender Einfluss auf den Kunststoff. Daraufhin wird der vorgeschädigte IBC von den Rückständen des Originalfüllgutes gereinigt und mit Wasser und Frostschutzmittel aufgefüllt. Innerhalb von 48 Stunden kühlt man das Gemisch auf -20 Grad Celsius herunter und hebt es später auf eine Fallhöhe von 2,4 Meter an. Herkömmliche IBC schaffen eine maximale Fallhöhe von 1,9 Metern. Durch die TOPline-IBC-Konstruktion erreicht das Unternehmen den Angaben zufolge überdurchschnittlich hohe Werte. Im Anschluss erfolgen die Dichtheitsprüfung, hydraulischer Innendruck mit 100 kPa, Vibrationstest, Hebeprüfung und Stapeldruck über 24 Stunden.

„Bis dato existierten weltweit keine zugelassenen IBC mit derart hohen Dichten. Die ganz neue Dimension von Verpackungslösungen eröffnet unseren Kunden weitere Perspektiven und Handlungsspielräume beim Gefahrguttransport. Auch individuelle Farbanpassungen, Logos, Aufdrucke oder Etiketten realisieren wir“, sagt Hummelsberger.

Kombi-IBC Ecobulk 1200

Contra Restmengen: Der neue Ecobulk HX von Selters sorgt auch bei zähflüssigen Medien für eine Restentleerbarkeit von unter 0,3 Litern.

©Foto: Schütz

Kunststoff ersetzt Edelstahl

Eine weitere Neuheit im Bereich der IBC stellt der Hersteller Schütz Packaging Systems aus Selters mit dem Ecobulk HX für die Verpackung hochviskoser Füllgüter vor. Das Modell vereint nach Unternehmensangaben die Vorteile der bekannten Cleancert-Linie des Herstellers wie volle Material-, Produkt- sowie Prozesssicherheit, technische Sauberkeit, Just-in-time-Fertigung und Silikonfreiheit mit einigen besonderen neuen Features. So soll ein schräger Unterboden mit geschlossenem, formstabilem Stützkissen, optimierter Auslaufgeometrie und tiefliegender Armatur auch bei zähflüssigen Medien für eine Restentleerbarkeit von unter 0,3 Litern sorgen. Zudem ist die Verwendung eines industriellen Rührwerks beim HX hingegen aufgrund seiner DN-225-Einfüllöffnung problemlos. Eine außergewöhnliche Form des Innenbehälters soll selbst bei kleinen Restmengen von rund 50 Litern ein optimales Rührergebnis erlauben. Falls gewünscht, ist er, entsprechend ausgestattet, auch für den Einsatz in Ex-Bereichen nutzbar.

Der Ecobulk HX wurde den Angaben zufolge speziell für Anwendungsbereiche gefertigt, in denen bislang fast ausschließlich Edelstahlsysteme zum Einsatz kommen. Damit waren verbunden: ein erhöhter administrativer Aufwand bei der Rückholung, aufwändige Waschprozesse, oftmals sogar mit Chemikalien, inklusive Restrisiko für Verunreinigungen sowie hohe Instandsetzungskosten. Hier soll der HX aufgrund geringerer Anschaffungskosten, keiner weiteren Ausgaben für Reinigung oder Reparaturen, besserem Schutz des Füllprodukts durch Austausch der Innenblase, weniger Gewicht für einfacheres Handling, Rückführung im Pool Management mit dem Schütz Ticket Service und somit ressourcenschonender Rekonditionierung im umweltfreundlichen Kreislaufsystem punkten. Bei der Wiederaufbereitung erhalten die IBC neue Innenbehälter, Armaturen sowie Schraubkappen und werden zum Befüllen wieder an den Kunden zurückgeschickt.

Fässer Kombi-IBC 1200

Nun auch als Kombinations-IBC: Die Kunststofffass-Serie Infinity wurde weiter ausgebaut.

©Foto: Mauser

Zuwachs für die Infinity-Familie

Nicht zuletzt stellt die Mauser-Gruppe auf der FachPack eine Erweiterung der im Jahr 2014 in den europäischen Markt eingeführten Infinity-Kunststofffass-Serie vor. Die neue und gut angenommene Produktlinie aus 100% Recycling-Kunststoff umfasste bisher Standarddeckelfässer der Mauser O-Top Serie mit einem Fassungsvermögen von 30 bis 220 Liter und das 220 Liter Mauser L-Ring PLUS Spundfass in Ein- und Mehrschichtausführung. Nun kommt eine Erweiterung in Richtung Kombinations-IBC hinzu. Erstmals werden der Öffentlichkeit Kombinations-IBC der Infinity-Serie TM präsentiert, deren Innenbehälter im Mehrschichtaufbau ebenfalls einen Anteil von Rezyklat aufweisen und so die CO2-Belastung senken und den Verbrauch von Rohstoffen reduzieren.

Ralph Ammann
Fachjournalist, Schwerpunkt Verpackungstechnik

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