Lithiumbatterien

16.06.2026 Meldung

Batterieproduktion auf Rekordniveau

Im vergangenen Jahr wuchs der deutsche Batteriemarkt im Vergleich zu 2024 um rund neun Prozent an. Wachstumstreiber waren die Lithium-Ionen-Batterien.

Das Batteriewachstum im Jahr 2025 geht vor allem auf das Konto der Lithium-Ionen-Batterien. 

©Foto: fokus Gefahr/gut/Julius Schulte-Brader

Im vergangenen Jahr war die Produktion von Batterien in Deutschland so hoch wie nie. So stieg die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien um 28 Prozent. Über alle Batteriechemikalien hinweg erreichte die Produktion nach einer Talsohle im Jahr 2024 ein neues Allzeithoch von 8,1 Milliarden Euro (plus 11 %). Treiber dieser Entwicklung sind der dynamische Hochlauf der Elektromobilität sowie die weiterhin hohe Nachfrage im Speichermarkt. Beide Trends dürften auch im laufenden Kalenderjahr für weiteres Wachstum im Batteriemarkt sorgen, schätzt der Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI).

Das Wachstum des Batteriemarktes um neun Prozent in 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum gehe auf das Konto der Lithium-Ionen-Batterien. Die Versorgung sei momentan nicht gefährdet, "wohl aber die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz des Batterieökosystems in Deutschland und Europa", sagte Dr. Christian Rosenkranz, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Batterien und Geschäftsführer Clarios Germany.  Man müsse Abhängigkeiten reduzieren, die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Dafür brauche es auch Investitionsanreize. "Außerdem müssen handelspolitische Instrumente wie Anti-Dumping-Maßnahmen praxistauglicher werden, damit wir uns wirksam vor unfairen Handels- und Subventionspraktiken schützen können", so Rosenkranz weiter.

Mehr Importe aus China

Bei den Importen bleibt China mit einem Volumen von plus 25 % Hauptlieferant von Batterien nach Deutschland – Tendenz seit Jahren steigend, so der Verband. Das gehe zulasten von Importen aus anderen europäischen Ländern (minus 11 Prozent). Während Europa etwa bei Bleibatterien resilient aufgestellt sei, bestehe vor allem bei Lithium-Ionen-Batterien eine hohe Abhängigkeit von asiatischen Lieferketten: "Wenn diese unterbrochen werden oder einzelne Regionen ihre Exporte kurzfristig komplett einstellen, wird klar, wie verletzlich wir sind, insbesondere in kritischen Sektoren wie der Verteidigung oder bei Rechenzentren", erklärte Gunther Kellermann, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Batterien.

Die Branche unterstütze deshalb das Ziel des europäischen "Net Zero Industry Act": Bis 2030 sollen demnach mindestens 40 Prozent des jährlichen Bedarfs an Batteriezellen aus eigener Produktion gedeckt werden. Positiv bewerte die Branche auch die spürbare Stärkung der Batterieforschungsförderung im Rahmen der Hightech Agenda der Bundesregierung.

"Statt punktueller Kaufprämien brauchen wir verlässlich niedrigere Strompreise für alle und flexible Energiemodelle, die Speichertechnologien einbeziehen", sagte Kellermann. Mit Blick auf die wachsende Abhängigkeit von außereuropäischer Produktion sei nun entschlossenes Handeln gefragt: "Die Batterieindustrie steht am Scheideweg: Wenn es jetzt nicht gelingt, gute Rahmenbedingungen und einen fairen Wettbewerb zu schaffen sowie eine Strategie für unser Batterieökosystem zu entwickeln, könnten wir die industrielle Batterieproduktion auf dem europäischen Kontinent unwiederbringlich verlieren." (gg/tm)

 

 

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