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Schwerpunkt des Monats November 2021

Lagerung

04.11.2021 Meldung

9. Gefahrgut-Sicherheitstage: Endlich wieder selbst vor Ort

Nach langer, coronabedingter Abstinenz konnten sich die Teilnehmer der 9. Gefahrgut-Sicherheitstage erstmals wieder persönlich über aktuelle Themen und Entwicklungen informieren.
9. GG-Sicherheitstage Nürburgring 2021 1200

160 Besucher trafen sich unter Einhaltung der 3G-Regeln bei den 9. Gefahrgut-Sicherheitstagen am Nürburgring.

©Foto: Rudolf Gebhardt/Springer Fachmedien München

Sicherheit aus einer Hand ist das Motto des Chemiekonzerns BASF am Standort Ludwigshafen. „Wir bilden hier eine integrierte Sicherheits-Community“, erklärte Thomas Hill, BASF-Gefahrgutbeauftragter in Ludwigshafen, auf den 9. Gefahrgut-Sicherheitstagen 2021. Fast 160 Teilnehmer hatten sich unter 3G-Auflagen am 15. und 16. September am Nürburgring auf der Tagung von SV Veranstaltungen eingefunden, die wie immer der Gefahrgutfachmann Jörg Holzhäuser aus dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz moderierte.

Wie Hill in seinem Vortrag weiter ausführte, gehören zum Sicherheitskonzept seiner Firma nicht nur das IT-gestützte Monitoring der verpflichtenden Schulungen und ein gemeinsamer Gefahrgutbeauftragter für Dienstleistungen in den Bereichen Produktions-, Lager- und Versandlogistik, sondern auch „Spot Checks“ zur Überwachung der Ladestellen zusammen mit Fachleuten aus dem Bereich Arbeitssicherheit. Dadurch erreiche man ein besseres gegenseitiges Verständnis, könne Missverständnisse und kleine Mängel schneller beseitigen und die Implementierung von Prozessen besser prüfen. „Bei uns ist eins plus eins mehr als zwei“, ist Thomas Hill überzeugt. Darüber hinaus testet BASF derzeit den Einsatz des elektronischen Beförderungspapiers mit fünf Spediteuren, sowohl innerhalb des Werks wie auch auf kurzen Strecken vom Werk zum Außenlager.

Die typischen Problemzonen der ADR-Zulassungsbescheinigung für Gefahrgutfahrzeuge stellte Claudia Hoffmann von TÜV Rheinland Kraftfahrt auf den Sicherheitstagen vor. In jedem Fall solle man die Bescheinigung genau prüfen, denn „dieses Dokument definiert den Einsatzbereich des Fahrzeugs“, so die Expertin. Keinesfalls solle man laut Hoffmann das amtliche Kennzeichen in der Zulassung selbst eintragen oder ändern, und die Angaben zum Beförderer, Betreiber/Halter und Eigentümer sollten unbedingt übereinstimmen mit dem Fahrzeugschein. Und da auch bei gültiger ADR-Zulassungsbescheinigung die Tankprüfung abgelaufen sein kann, lautete ihr Rat an die Befüller: „Bei ausländischen Fahrzeugen muss unbedingt zusätzlich das Tankschild geprüft werden.“

„Eine beauftragte Person braucht immer eine eigene Schulung, um die eigene Verantwortung zu erkennen“, konstatierte der zentrale Gefahrgutbeauftragte der Spedition Hoyer, Lutz Kahlen, in seinem Vortrag. Und zwar „am besten in Form einer Eins-zu-Eins-Schulung“. So mache er es grundsätzlich bei neuen Mitarbeitern im Unternehmen. Für Mitarbeiter mit Bildschirmarbeitsplatz seien virtuelle Schulungen eine gute Alternative. Vor­aussetzung: Kamera an, keine Ablenkung und keine anderen Tätigkeiten. Bei gewerblichen Kollegen sieht Kahlen die Online-Umsetzung mangels Ausstattung und Kenntnissen und wegen zu großer Ablenkung wesentlich problematischer. Sein Fazit: „Wir machen die Hauptschulung in Präsenz und selbst.“

Rudolf Gebhardt

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