Kunststoffverpackungen

02.09.2022 Fachbeitrag

Kunststoffverpackungen: Umweltfreundlich und effizient

Auch dieses Jahr präsentieren Hersteller von Kunststoffverpackungen innovative Produkte, die die Sicherheitsstandards erfüllen und zugleich nachhaltig sind.
GCUBE IBC Greif 1200

Nachhaltig: Durch die Nutzung der GCUBE IBC von Greif mit Post Consumer Resin ist es dem Farbenhersteller Schulz gelungen, seine CO₂-Bilanz deutlich zu reduzieren.

©Foto: Greif Packaging Germany GmbH

Ein wenig mehr Bewegung als bei den Metallverpackungen ist im Vorfeld der FachPack bei den Kunststoffverpackungen zu verzeichnen. So unterstützt beispielsweise der weltweit tätige Anbieter von industriellen Verpackungsprodukten und -dienstleistungen Greif den deutschen Farbenhersteller Schulz Farben und Lackfabrik bei der Senkung seines CO₂-Fußabdrucks. Durch die Nutzung der nachhaltigen GCUBE IBC (Intermediate Bulk Container) mit Post Consumer Resin (PCR), einem Kunststoff, der aus einem vollständig geschlossenen Recyclingkreislauf stammt, ist es dem Unternehmen gelungen, seine CO₂-Bilanz deutlich zu reduzieren.

Der GCUBE IBC setze sich nach Unternehmensangaben aus 60 Prozent PE und 40 Prozent PCR zusammen. Um die Produktintegrität zu gewährleisten, bestehe die innere Schicht des IBC-Behälters zu 100 Prozent aus neuem HDPE, während die äußere Schicht hauptsächlich aus PCR zusammengesetzt sei. Ein Großteil der äußeren Komponenten wie Eckschoner, Kunststofffüße und -paletten ist laut eigenen Aussagen ebenfalls aus recyceltem Polyethylen. Das verwendete PCR werde aus alten IBC gewonnen, die in der Rekonditionierungs- und Recyclinganlage des Herstellers in Mendig wiederaufbereitet werden. Der geschlossene Recyclingkreislauf von der Rücknahme bis zur Lieferung der IBC gewährleiste eine vollständige Rekonditionierung, sodass keinerlei Abfallprodukte entstehen.

Die Firma Schulz war auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, die Umweltbelastung zu reduzieren. „Die Umstellung auf den GCUBE IBC mit PCR hat uns geholfen, unsere Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, da wir sowohl den Rohstoffverbrauch als auch die CO₂-Emissionen reduzieren konnten“, erklärte ein Sprecher des Unternehmens. „Wir verfügen zwar auch über Werke in anderen Ländern, aber die Produktion findet ausschließlich in Deutschland statt, weshalb ein zuverlässiger, lokaler Lieferant für uns von großer Bedeutung ist. Der Service und die Lieferung von Greif erfolgten stets zu unserer höchsten Zufriedenheit und zu einem wettbewerbsfähigen Preis.“

Der GCUBE IBC mit PCR ist eine Erweiterung von Greifs EcoBalance-Produktlinie, die Fässer und andere Transportbehälter aus PCR umfasst. Die Produktlinie unterstütze Kunden des Unternehmens bei der Erreichung ihrer Nachhaltigkeitsziele, einschließlich der Verringerung von Kohlendioxidemissionen, des Energieverbrauchs und der Vermeidung von Abfall. Die aktuelle Zulassung decke mit der Standardflüssigkeit Wasser Gefahrgüter nach ADR-Assimilierungsliste 4.1.1.21.6 ab, wie Robert Stabrey, Technische Kundenbetreuung/Innovation Manager Central East Region bei Greif Packaging Germany, erläuterte.

Sidel Aerosol PressureSAFE 1200

Das neue Behälterdesign PressureSAFE von Sidel soll Markenartiklern helfen, einen umweltfreundlichen Dosier-Aerosolbehälter anzubieten.

©Foto: Sidel

Sidel stellt neue Aerosol-Lösung vor

Eine andere Innovation kommt von dem französischen Verpackungshersteller Sidel. Das Unternehmen bringt mit dem PressureSAFE ein PET-Aerosolbehälterdesign auf den Markt, das es den Marken von Haushalts- und Körperpflegeprodukten ermögliche, einen umweltfreundlicheren Dosier-Aerosolbehälter anzubieten. Diese neue Produktverpackungslösung sei für den traditionellen PET-Recyclingstrom zugelassen.

PressureSAFE sei den Angaben zufolge für die Verwendung mit Produkten wie zum Beispiel Parfums und Deodorants vorgesehen und biete den Marken von Haushalts- und Körperpflegeprodukten einen wettbewerbsfähigeren Druckbehälter als die traditionelle Metallspraydose. Mit der Umstellung auf die neue Variante sollen die Hersteller dieser Marken die Minderung ihrer CO2-Emissionen nachweisen und gleichzeitig die Nachhaltigkeitsansprüche der Verbraucher erfüllen können.

Die Verpackung erfüllt die Standards der Produktsicherheit und macht PET-Behälter genauso sicher wie Aerosolbehälter aus Metall, so der Hersteller. Der Name dieses Designs verweist auf die Druckfestigkeit des Behälters, die für die Aufrechterhaltung einer sicheren Konstruktion und den Schutz vor Leckagen, Bruch und Ausbeulen während des Transports und der Lagerung sorgt.

Sidel erwartet, dass PressureSAFE die Art und Weise verändern wird, in der Unternehmen, die sich auf Haushalts- und Körperpflegeprodukte spezialisiert haben, auf die hohen Verbrauchererwartungen antworten und gleichzeitig betriebliche Herausforderungen und extreme Lieferketten-Bedingungen bewältigen können. Das Besondere an der Neuheit ist laut Produktmeldung das Behälterdesign, das markenspezifische Strukturen integriert. Das patentierte Behälterboden-Design kombiniere ein optimiertes Preform-Design und Viskositätsniveau mit einem speziellen Wölbungsprofil des Behälters für eine maximale Verpackungsleistung. Es könne mit verschiedenen Designs des Behälterkörpers, zum Beispiel mit Texturelementen, einer konischen oder runden Schulter, individualisiert werden. Das transparente PET-Material mache das enthaltene Produkt für den Verbraucher direkt sichtbar und erweitere das Marketing um dekorative Optionen wie schmale oder Fullbody-Sleeves. So werde gewährleistet, dass das Endprodukt die Aerosolvorschriften und Materialspezifikationen der FEA und PARG erfüllt. Eine aktive Blasformlösung, das bewährte Base OverStroke System (BOSS) des Herstellers, liefere die erforderliche Blasmaschinen-Konfiguration, um das gewünschte Design des Aerosolbehälters mit der Produktionsanlage vor Ort zu realisieren.
PET wird in der Verpackungsindustrie wegen seiner wettbewerbsfähigen, nachhaltigen Merkmale als rentable Alternative geschätzt. Laut Sidel entspreche der durchschnittliche Marktpreis von PET etwa der Hälfte des Marktpreises von Aluminium, der CO2-Fußabdruck des Rohmaterials von PET sei halb so groß wie der von Aluminium, und PET sei zu 100 Prozent recyclingfähig. PET-Aerosolbehälter werden innerhalb des PET-Recyclingstroms recycelt.

Mauser Infinity Serie 1200

Die IBC der Infinity-Serie von Mauser verfügen nun auch über eine UN-Zertifizierung.

©Foto: Mauser

Mauser erhält UN-Zertifizierung für IBC der Infinity-Serie

Mauser Packaging Solutions, Anbieter von Lösungen und Dienstleistungen über den gesamten Verpackungslebenszyklus hinweg, gab kürzlich bekannt, dass es eine UN-Zertifizierung für seinen Intermediate Bulk Container (IBC) der Infinity-Serie erhalten habe, einen IBC aus Verbundwerkstoff mit einem Innenbehälter aus hochwertigem, naturfarbenem Post Consumer Resin (PCR), das intern als Recolene hergestellt wird.

Das Unternehmen setzt nach eigenen Angaben weiterhin den Standard und erweitert seine Linie von Monolayer- und Multilayer-Fässern und IBC, die die Kreislaufwirtschaft unterstützen und natürliche Ressourcen schonen. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Behörden, der International Confederation of Plastics Packaging Manufacturers (ICPP) und der International Confederation of Container Reconditioners (ICCR) habe Mauser Packaging Solutions erfolgreich dazu beigetragen, den UN-Unterausschuss von Experten für den Transport gefährlicher Güter erfolgreich dazu zu bewegen, die UN-Modellvorschriften zu aktualisieren, um die Verwendung von PCR-Materialien zur Herstellung der Flasche von Composite-IBC zu ermöglichen.

Der auf Nachhaltigkeit ausgelegte IBC der Infinity-Serie war die erste Nicht-UN-Verbund-IBC mit einer Innenaufnahme aus PCR-Materialien, die vor einigen Jahren auf den Markt gebracht wurde. Es zeige die Vorteile des geschlossenen Recyclingsystems von Mauser Packaging Solutions und die Vorteile der Kaskadierung von Wiederverwendungs- und Recyclingkonzepten für ein industrielles Verpackungsprodukt.

Werit COMPACTline 1200

Sicherer Einsatz auf der Baustelle: Der COMPACTline hat die ideale Größe, ist leicht und sicher zu handeln.

©Foto: Werit

Compactline befördert umweltfreundliche Schmierstoffe

Eine Neuigkeit gibt es auch von dem Hersteller Werit zu vermelden. Seit der Aufnahme des kleinsten IBC mit 300 Litern, des COMPACTline, in das Produktportfolio ist das Interesse bei Kunden groß. Er sei eine Alternative zum Fass und wurde über die Jahre stetig optimiert und um optionale Ausstattungsmodule erweitert. Der kompakte IBC steht heute in der Standardausführung auf einer eigens für ihn entwickelten, robusten Kunststoffpalette, sei UN zertifiziert, stapelbar wie sein großer Bruder und garantiere Sicherheit und Funktionalität. Diese Vorteile überzeugten nunmehr mit der Kleen­oil Panolin einen weiteren Kunden. Das Unternehmen ist bereits seit vielen Jahren Kunde von Werit. Die Hauptgeschäftsfelder der Firma aus Baden-Württemberg sind vollsynthetische und umweltfreundliche Schmierstoffe sowie Mikrofiltrationssysteme für einen Anlagen- und Aggregatschutz mit integriertem Fluidkonzept. Auf der Suche nach Leergebinden mit einem hohen Qualitätsstandard, um die Schmierstoffe in entsprechende Verpackungen abzufüllen, seien die Baden-Württemberger bereits 2003 auf Werit aufmerksam geworden. Seitdem werden IBC des Herstellers mit den Panolin-Schmierstoffen befüllt und weltweit an unterschiedliche Unternehmen in alle Wirtschaftsfelder geliefert.

Als der kleine COMPACTline auf den Markt gebracht wurde, konnte das Unternehmen auch für die kleinen Gebinde einen IBC einsetzen. Das brachte laut Firmenangaben viele Vorteile. Mit dem 300-Liter-IBC sei es möglich, mehr Ware auf gleichem Raum pro Lieferung zu transportieren, denn sie könnte problemlos aufeinandergestapelt werden. Dabei sei kein zusätzliches Verpackungsmaterial nötig und ein Transport der Ware sei wirtschaftlich und sicher. Der 300-Liter-IBC sei kompakt und kann gegenüber dem Fass mit üblichen Hubwagen und Gabelstaplern bewegt werden. Eine einfache Befüllung über die Deckelöffnung sowie die Entnahme über das wiederverschließbare Auslaufventil würden ihn zu einem funktionalen Gebinde machen, welches auch restentleerbar sei.

„Der 300-Liter-COMPACTline ist die ideale Verpackung für kleinere Füllmengen. Neben diesen Vorteilen des kleinen IBC schätzen wir außerdem das partnerschaftliche Verhältnis zu WERIT. Es ist uns sehr wichtig, auch in schwierigen Zeiten einen zuverlässigen Partner und einen direkten Ansprechpartner zu haben, um die Lieferkette stets aufrechtzuerhalten“, betonte Christian Rüdt, Vorstand der Kleenoil Panolin AG.

Der COMPACTline IBC ist genau wie die größeren IBC des Anbieters ein Mehrwegsystem und die Container können wiederverwendet werden. Hat ein Unternehmen keinen eigenen Kreislauf wie in dem Fall der Baden-Württemberger, können die gebrauchten IBC über das Packone Ticket von Werit durch einen regionalen Rekonditionierer kostenlos abgeholt werden. Außerdem bietet der Hersteller zwei Loop-­Systeme, bei denen entweder nach Reinigung und Rebottling dieselben Verpackungen wieder zurückgeschickt (Closed Loop) oder neue IBC des Unternehmens zu reduzierten Preisen (Open Loop) angeliefert werden.

Werit COMPACTline Mehrwegverpackung 1200

Der 300-Liter-COMPACTline steht auf einer robusten Kunststoffpalette, ist stapelbar und eine Mehrwegverpackung.

©Foto: Werit

Schütz präsentiert neue Verpackungslösungen

Auf der Fachpack stellt auch Schütz vom 27. bis 29. September Produktneuheiten für die Verpackungsindustrie vor. Interessierte erfahren dort alles über die ökologische Produktserie Green Layer sowie die Qualitäten des Ecobulk MX 560 für kleinere Füllmengen. Darüber hinaus präsentiert Schütz nach eigener Aussage mit dem Ecobulk SX-D den ersten Kombinations-IBC mit FM-Global-Zulassung.

Gefährliche Güter wie brennbare oder leicht entzündliche Flüssigkeiten sicher verpacken: Unter anderem für diese Aufgabe hat Schütz den neuen Ecobulk SX-D entwickelt. Das Qualitätssiegel der FM Global Group hat die Leistungsfähigkeit des IBC als sichere Verpackung für sensible Güter bereits bestätigt. Die Sicherheitsstandards erfüllt der Ecobulk SX-D außerdem aufgrund seines speziellen Aufbaus. Beispielsweise verfüge er über eine geschlossene, feuerfeste Hülle als Erweiterung des klassischen Gitterkorbs. Dieser Mantel wird laut Mitteilung des Unternehmens mit der integrierten Auffangwanne verschweißt, sodass ein eigener dichter Behälter um die Innenblase des Containers entsteht. Die Doppelwand-Konstruktion diene als zusätzlicher Auslaufschutz, der auch in Extremsituationen, zum Beispiel im Falle eines Brandes, mit extrem hohen Temperaturen den Austritt von sensiblen Flüssigkeiten in die Umgebung verhindert.

Ecobulk MX 560 Schütz 1200

Mit dem Ecobulk MX 560 stellt Schütz den Messebesuchern auf der Fachpack einen vielseitig nutzbaren IBC-Behälter für kleinere Füllmengen vor. Durch seine flache Form ermöglicht der IBC eine optimale Ausnutzung von Lager- und Transportraum.

©Foto: Schütz

Flexible Lösung für das Handling kleinerer Füllmengen

Als weitere Neuheit präsentiert Schütz mit dem Ecobulk MX 560 ein Multitalent für kleinere Füllmengen. Der IBC verfüge über ein Nennvolumen von 560 Liter und wurde auf Basis der weltweit erfolgreichen Palette mit den Maßen 1200 x 1000 Millimeter entwickelt. Der Container weist eine besonders flache Form auf, die eine ideale Ausnutzung von Lager- und Transportraum ermögliche. Auch bei Mischladungen spiele der Ecobulk MX 560 seine Stärken aus, denn der IBC ist aufgrund seiner Palettengröße kompatibel mit allen weiteren MX-IBC-Varianten von Schütz. Durch sein niedriges Eigengewicht ist er im täglichen Einsatz leicht zu handhaben, wie das Unternehmen weiter meldet. Bei Bedarf kann der Ecobulk MX 560 zusätzlich mit einer EVOH-Permeationsbarriere ausgestattet werden, die das Füllprodukt vor Veränderungen und die Umgebung vor Umweltbelastungen schützt.

Ressourcen schonen mit der Green-Layer-Serie

Zudem stellt Schütz die IBC und Fässer der Produktserie Green Layer vor. Damit unterstütze der Verpackungsspezialist seine Kunden dabei, ihren CO2-Fußabdruck zu minimieren und so einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der globalen und der eigenen Klimaziele zu leisten. Schütz bringt dazu mit Drei- oder Sechs-Schicht-Extrusionsblasanlagen naturfarbenes Recyclingmaterial mit einem Anteil von 30 Prozent bei der Produktion der IBC-Innenbehälter und Fasskörper ein. Das Rezyklat fließe dabei vollständig in die mittlere Schicht, sodass das Füllprodukt und die Verpackungsumgebung ausschließlich mit Neumaterial in direkten Kontakt kommen.

Ralph Ammann
Fachjournalist, Schwerpunkt Verpackungstechnik

Sylvia Pompe
Redaktion

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