Vor welchen Herausforderungen steht die maritime Wirtschaft? Hafen Hamburg Marketing und Umco Umwelt Consult hatten nach Hamburg geladen, um mit rund 100 Teilnehmern aus Hafenwirtschaft, Logistik-, Pharma- und Chemiebranche beim 4. See-Hafen-Kongress Probleme und Lösungen zu diskutieren.
Gemeinsam handeln, um angesichts steigender Ladungsmengen zukunftsfähig zu sein, lautete der einhellige Tenor, der sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung zog. „Das Wort Konkurrenz muss durch Kooperation ersetzt werden“, sagte Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch in Bezug auf die norddeutschen Küstenländer, die er in seiner Eröffnungsrede zu mehr Geschlossenheit aufrief.
Was die Chemie erwartet
Eine der vier Themenrunden des Kongresses widmete sich den Bedürfnissen der Chemiebranche. Verständlich, denn von den 132 Millionen Tonnen Seegüterumschlag entfallen rund 24 Prozent auf chemische Erzeugnisse und Gefahrgut. „Hamburg ist aufgrund seiner exzellenten Anbindung an die Staaten des Ostseeraums ein interessanter Standort für die Chemiebranche, aber es fehlen Abfüllanlagen, Läger und Silos“, kritisierte Thomas Drobisch, Leiter Logistik & Kundenservice der Krahn Chemie. Dabei könne die Ansiedlung von Chemiebetrieben Arbeitsplätze schaffen und den Wirtschaftsstandort Hamburg weiter stärken.
Derk Christoph Proff, Geschäftsführer der Hachemie, kritisierte die zeitaufwändigen Genehmigungsverfahren für Chemiegüter in Hamburg: „Wir wünschen uns von den Hamburger Behörden eine höhere Priorität bei genehmigungsrechtlicher Unterstützung und ein offenes Ohr für Investoren.“ Klaus Wessing vom Chemievermarkter Helm schlug vor, die Interessen und Wünsche des produzierenden Chemiegewerbes für die Chemiehändler zu bündeln: „Wir sollten uns auch mit den Hamburger Logistikdienstleistern zusammensetzen und gemeinsam ein Chemie-Cluster schaffen.“
Veranstalter sind zufrieden
Die Veranstalter zeigten sich mit dem Kongress sehr zufrieden. Hafen-Hamburg-Marketing-Vorstand Axel Mattern: „Die Diskussionsrunden waren qualitativ hochwertig und spannend. Wir haben die Themen aufgegriffen, die die maritime Wirtschaft bewegen – das zeigte auch die Beteiligung des Publikums.“ Ulf Inzelmann, Geschäftsführer von Umco, ergänzte: „Der See-Hafen-Kongress hat sich als strategisches Diskussionsforum etabliert. In zwei Jahren geht es weiter: mit dem 5. See-Hafen-Kongress.“ (HHM/Umco/gh)


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